Wenn einer sagt „Da bin ich ganz bei Dir“, dann fang‘ ich an zu rennen.

Ich habe keine Ahnung, ob Silvio Lorusso den Begriff „cognitariat“ selbst erfunden oder ihn von jemand anders übernommen hat. So oder so ist sein Essay What Design Can’t Do jedenfalls lesenswert. Daraus:

We must admit that design schools contribute to populating this creative underclass. So I think it makes sense to talk about design schools as precarity factories.

Kurzer Reminder, dass Du nicht „irgendwas mit Medien“ machst. Du gestaltest eine Printanzeige, mit der sich ein Atomkraftwerksbetreiber greenwasht. Du konziperst eine Microsite für ein Tochterunternehmen des Nestlé-Konzerns. Du textest eine Stellenausschreibung für einen Ingenieursjob in der Waffenindustrie. Du produzierst Branded Content, damit sich ein zuckerhaltiger, vor Palmöl triefender Brotauftrich noch geschmierter verkauft. Ich wiederhole:

Du machst nicht „irgendwas mit Medien“.

Batsch!

Max Sprick fragt sich, was dieser Bachelor-Hype soll. Und wieso gerade Frauen das gucken. Er sucht also bei den „Mädels“ in seiner Timeline nach Antworten und bekommt u.a. das hier zu hören.

„Deswegen fühle ich mich auch nicht schlecht, wenn manche meinen es wäre frauenverachtend – wäre es bei der Bachelorette dann männerverachtend?“ sagt Alena. Stattdessen wolle sie sich mit ihren Mädels lieber einen coolen Abend machen.

Liest man ziemlich häufig und erscheint auch auf den ersten Blick als eine entwaffnend einfache Erklärung. Nach kurzem Nachdenken entpuppt sich diese Denke allerdings als Fehlschluß. Denn es geht dabei ja nicht um den/die Protagonisten/in, auch nicht um die Kandidaten/innen – wichtig sind hier die Zuschauer. Und sind eben bei beiden Formaten, überwiegend Zuschauerinnen.

Und für die ändert sich auch unter umgekehrten Geschlechtervorzeichen sowie mit noch soviel (behaupteter) ironischer Distanz nicht das allzu altbekannte Grundprinzip „heterosexueller Traumprinz/Traumprinzessin“.

Cooler Abend, cooles Life.

Was zum Hafer!

Ella Carina Werner in ihrem Text Džafti kurafti:

Die Faustformel für einen Balkan-Fluch:
Ficken + Mutter + X.

Es mag fast 20 Jahre her sein. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich damals den Roman oder das Drehbuch gelesen habe. Aber was mir von Ragazzi di Vita in Erinnerung geblieben ist, ist das Nachwort, in dem der Übersetzer mit akademischer Trockenheit den Unterschied zwischen schwanz- bzw. fickfixierten italienischen und analzentrierten deutschen Schimpfwörtern anhand vieler Beispiele erläutert hat.

nutzutzutzbar

Die Zitronen mit neuem Song und Video dazu.

Und Wolfgang Ullrich im NZZ Folio darüber, warum Trash teuer sein soll:

Offenbar kapieren die einen die Codes nicht, um den guten im schlechten Geschmack erkennen zu können, während die anderen Spiesser sind und für viel Geld auch viel Protz haben wollen. Für den hohen Preis erwirbt der Käufer also nicht nur Schlappen, sondern zudem das Gefühl, cooler als andere zu sein. Und das ist immerhin so viel Gegenleistung, dass es kein Rätseln über eine tiefere Bedeutung mehr braucht.