Wirtschaftsteil

Daß Sharing Economy und Gig Jobs Euphemismen für Ausbeutung sind, ist mittlerweile immer mehr Menschen klargeworden. Der gute Alexis Madrigal bringt es im Atlantic allerdings mal wieder besonders fein auf den Punkt: What All Those Uber-for-X Companies Did to the World.

An unkind summary, then, of the past half decade of the consumer internet: Venture capitalists have subsidized the creation of platforms for low-paying work that deliver on-demand servant services to rich people, while subjecting all parties to increased surveillance.

Jemandem im Intro eines nirgendwo anders als in der Elbphilharmonie geführten Interviews zu bescheinigen, sie würde „den Elfenbeinturm der Wissenschaft immer wieder gerne verlassen“, das ist schon gehässig Nicht wahr, Manager Magazin?

Viele fühlen sich erst „überfremdet“, seit Fatma und Ali nicht mehr als Putzfrau und Müllmann arbeiten, sondern Lehrer werden oder in die Chefetagen schielen.

In der taz erfährt man von Ferda Ataman, wie Integration und Karriere zusammenhängen.

verraucht

Der Stern macht mit einer Forsa-Umfrage auf und spitzt deren Ergebnisse auf Tabakwerbung zu. Daß es in der Bevölkerung auch eine Mehrheit für ein Verbot von Alkoholwerbung gibt, wird dagegen nur am Rande erwähnt.

Nils Markwardt hat einen hell- und weitsichtigen Text über den Tabakkonsum geschrieben, auch mit historischen Bezügen. Einen Abgesang auf das Rauchen allerdings hat Constantin Seibt bereits vor bereits vor zwölf Jahren geschrieben: Zeitalter der Zigarette erlischt: Eine Kultur löst sich in Luft auf. Und ich rauche immer noch; bin damit aber wohl hoffentlich eine aussterbende Spezies. Man hält sich ja gerne für was Besonderes.

Die eigene Pubertät wird beschrieben als ein unvergleichliches und einzigartiges Weltereignis von absoluter Niedagewesenheit.

Sigrid Löffler: Haben wir da etwas übersehen?

SPAMBLOCKCHAIN!

Niemand hört sich deinen Podcast an. Nicht deine vermeintlichen Freunde aus der Schule oder dem Internet, nicht deine Mutter, und erst Recht nicht irgendwelche wildfremden Leute, die dich überhaupt nicht kennen. Du kannst es also direkt sein lassen und dir ein richtiges Hobby suchen. Oder einen Job, denn wenn du dir erhoffst, mit deinem Podcast wie nebenbei auch noch reich zu werden, muss ich dir leider direkt sagen, dass das wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

via AMY&PINK

Nicht ohne mein Mindset
Das Mindset der Lämmer
Mindsets tragen keine Karos
Die Nacht der reitenden Mindsets
Spiel mir das Lied vom Mindset
Reservoir Mindsets

Warum nicht für zwei Tage ins Ausland fliegen, um zu hören, wie du „Ja, ich will“ sagst? Die Hochzeit soll angeblich der beste Tag des Lebens sein, aber das dehnt sich nun mal nicht auf die Gäste aus. Wir lächeln verkrampft in unbequemen Outfits, in Gedanken bei unserem Dispo, damit Heiko und Annette „Erinnerungen fürs Leben“ zusammenkriegen.

via Vice

Wenn einer sagt „Da bin ich ganz bei Dir“, dann fang‘ ich an zu rennen.

Ich habe keine Ahnung, ob Silvio Lorusso den Begriff „cognitariat“ selbst erfunden oder ihn von jemand anders übernommen hat. So oder so ist sein Essay What Design Can’t Do jedenfalls lesenswert. Daraus:

We must admit that design schools contribute to populating this creative underclass. So I think it makes sense to talk about design schools as precarity factories.

Kurzer Reminder, dass Du nicht „irgendwas mit Medien“ machst. Du gestaltest eine Printanzeige, mit der sich ein Atomkraftwerksbetreiber greenwasht. Du konziperst eine Microsite für ein Tochterunternehmen des Nestlé-Konzerns. Du textest eine Stellenausschreibung für einen Ingenieursjob in der Waffenindustrie. Du produzierst Branded Content, damit sich ein zuckerhaltiger, vor Palmöl triefender Brotauftrich noch geschmierter verkauft. Ich wiederhole:

Du machst nicht „irgendwas mit Medien“.