The Really Great American Novel

Vorgestern endlich mit Bleeding Edge fertiggeworden. Sicherlich nicht Pynchons stärkstes Werk, obwohl ich da nicht mehr ganz objektiv zu urteilen in der Lage bin.

Apropos Lage: Ich gehe mal stark davon aus, daß der Autor nur nicht auf der Karte unten dabei ist, weil sein bester Roman Gravity’s Rainbow auf europäischem Territorium spielt. Allerdings steckt Mason & Dixon wahrscheinlich die Hälfte auf dieser Karte immer noch in die Tasche. Letzterer ist wohl auch als Pynchons dezidiertester Versuch eben jener Great American Novel zu verstehen.

(Für eine größere Version siehe Quelle.)

Dabei muß ich zugeben, geschätzt etwa nur ein Drittel der hier aufgeführten Romane gelesen zu haben, die wenigsten davon im Original. Trotzdem vermisse ich auf der Liste noch die John Henry Days von Colson Whitehead sowie Don DeLillos Underground. Und selbstverständlich alles von William Gaddis, besonders aber JR.

Sinn, schwach (matt)

Schön ist anders.

Da wird erst mit den Providern, dann mit einem Gesetzesentwurf gerungen, wobei der Bürger weitgehend außen vor bleibt. Die größte je bei einer Petition gesammelte Anzahl an Unterschriften scheint die Politik kaltgelassen zu haben. Und just in dem Moment wird offenbar, daß der Routeranbieter Netgear sich ausgerechnet bei seiner Web-Filter-Software OpenDNS bedient, wie heise.de/ berichtet. Viele wissen (und einige werden es sehr schnell lernen), daß genau auf diesem Wege die von der Bundesregierung geplanten Netzsperren umgangen werden können.

Der Markt wird es richten, zur Not. Und irgendjemand muß es ja tun, der Politik wird sowas scheinbar nicht mehr zugetraut. Das es um die Umfragewerte so schlecht steht, daß ich hätte selbst ich nicht gedacht.

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Aber ich will hier nicht den Moralapostel videospielen. Rege mich ja auch nicht darüber auf, wie Politik zur Einnahme von Schauspielrollenposen verchromt. Hinnahme einer weiteren blitzenden, blitzlichtenden Tatsächlichkeit.
Erhellheiternd II // Bloß weil man Transparenz ausscheidet, ist aber noch lange nicht alles gut, lecker Spex – und besser wird es dadurch bestimmt nicht. Schöne Vorstellung, aber schade, daß ich woanders nicht dabeigewesen bin. So in echt.

Die gute Neuigkeit zum Schluß: faz.net/ verkündet den neuen Pynchon!