Ganz schön forsch, VW

Kannste Dir nicht ausdenken.

Die Volkswagenstiftung lässt in einem Text den Geschäftsführer einer Werbeagentur über die fehlende Selbstkritik in der Wissenschaft sinnieren. Volkswagen. Dieselgate. Selbstkritik. Aber es kommt noch besser. Gegen Ende des Artikels, ich zitiere:

Neue Unabhängigkeit: Die Wissenschaft muss sich von der Politik emanzipieren und runter von ihrem Schoß.

In Zeiten der Drittmittel… eine etwas abstruse Forderung. Im ganzen Punkt 2) Bitte mal „Politik“ durch „Wirtschaft“ oder „Volkswagenstiftung“ ersetzen und sehen, was für ein Quatsch dabei rauskommt.

Und wenn man dann liest, wie Bundesbildungsministerin Karliczek eine „marktgängigere Wissenschaft“ mit Rechtfertigungszwang fordert (Tagesspiegel), dann kann einem schon anders werden…

Melanias Mantel

Bester Absatz aus: Interrogating Melania Trump’s Statement Jacket and Its Fast-Fashion Fascism

It was, as they say in high-school dress codes, inappropriate. Pressed for comment, the First Lady’s office declared, „There was no hidden message“—quite sensibly so, for, as the world immediately observed, its message was readily legible. But the statement stretched too far in expressing a hope that „the media isn’t going to choose to focus on her wardrobe.“ The former Melania Knauss began a career in commercial modeling at the age of sixteen. Wearing clothes is her foremost métier, and the clothes she was wearing, in the context of her husband’s inhumane treatment of immigrants, and everyone else, constituted the most significant conjunction of clothing and incipient fascism since Hugo Boss débuted his collection for fall/winter 1938, unless you count the snapback MAGA cap.

Ich mag ja den Sprachstil, den sie beim New Yorker selbst bei Modethemen pflegen. Und ich muß wohl „Metropolitan Life“ von Fran Lebowitz lesen.

Scheiß auf Uploadfilter

Gestern Abend wurde ich mir mal wieder meiner Filterbubble gewahr. Aber nix von wegen Internet. Es ging überhaupt nicht um gleichgeschaltete Timelines in Social Media – ganz im Gegenteil.

Ich sah gestern Markus Lanz – seit Jahren das ersten Mal, wenn ich das überhaupt schon einmal geguckt hatte. Richtig gelesen: TV. Einfach dem letzten Fußballspiel nicht abgeschaltet.

Und was der greise Edmund Stoiber da zum Großteil unwidersprochen in die Kameras sagen durfte, das ließ mir wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Das ist also die Realität des politischen Diskurses. Wirklich gruselig. Nein, eher zum Kotzen. Wieso setzt man da einen CSU-Mann zwischen die Sportköppe und immerhin Robin Alexander? Das ZDF-Publikum hart am Klatschen und kaum Widerspruch.

Haha, Internet. So werden Wahlen gewonnen. (Und mit der Bild-Zeitung.)