„Ich hab keinen Bock auf die ganzen Resell-Spasten.“

Martin Schreiber vom Bonkers hatte keine Lust mehr, daß bei jedem Drop unzählige Bots seinen Onlineshop lahmlegten.

Also haben wir gesagt, dass wir jetzt auch mal den Mittelfinger zeigen und digitale Bilder von den Schuhen verkaufen. Dann haben wir die Schuhe in jeder Schuhgröße 3.000 mal online gestellt, mit dem Titel: „Bild von Schuh XY“ und in die Produktbeschreibung geschrieben, dass es sich nicht um den Schuh handelt, sondern um sieben Produktbilder des Schuhs zu je 10 Euro. Aber das erkennt so ein Bot natürlich nicht. Der sucht ja einfach nur nach dem Produktnamen und denkt dann: „Kaufen. Kaufen. Kaufen.“ Das geile ist, du musst beim Check Out abhaken, dass du dir im klaren bist, dass du ein digitales Produkt kaufst und keinerlei Rückgaberecht hast.

Das ganze Interview und wie die Fans und z.B. Nike das so finden, gibt’s im SOLO Skateboardmagazine.

(via)

They just did it.

Als lediglich das Bild aufgetaucht ist, brach schon die Hölle los. Also zumindest kam es einem so vor. Leute verbrannten ihre Schuhe, aus allen Ecken des Internets erschollen Boykottaufrufe, Trump äußert sich negativ usw. Spiegel Online bringt die Schlagzeile »Nike-Aktie bricht ein«, um im Artikel selbst dann nur noch von einem »abrutschen« des Kurses zu sprechen. Was meint Ihr, wieviel der Aktienwert runtergegangen ist?

Aber erst einmal das heute veröffentlichte Werbevideo in ganzer Länge:

Es sind läppische 3%. Das ist alles andere als ein Weltuntergang. Es ist der Preis, den ein Marktführer wie Nike zu zahlen hat – und offensichtlich zu zahlen bereit ist: der Spot von W+K ist großartig gemacht – um sich als Herausforderer, als Rebell inszenieren zu können. Davon lebt das Markenimage.

Daß sich das auf lange Sicht auszahlen wird, haben sie bei Zeit Online besser begriffen. Und als Hauptsponsor der NFL gewinnen sie am Ende wahrscheinlich sogar so oder so. Der Riesenaufruhr von rechts wird sich schon in ein paar Wochen in die schier endlose Reihe folgenloser Shitstorms eingereiht haben.

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Testphrase

Eine Liste mit zehn Erfindern, die an bzw. wegen ihrer Erfindungen gestorben sind – manch einer davon hat es sogar verdient. Es ist die eine Sache, Pionierarbeit zu leisten. Aber das große Zaudern und Zögern tritt ja meist dann ein, wenn die Revolutionäre befürchten, von ihren eigenen Kindern gefressen zu werden. Es gibt schlimmere Grabsteinsprüche als „…war seiner Zeit voraus.“ Das ist kein Grund, schlechte Online-Werbung zu fabrizieren.

Auf freitag.de/ hat sich jemand die nicht allzu große Mühe gemacht, die WM-Spots der drei Hauptausrüster im Fußballgeschäft zusammenzutragen. Der Nike-TVC ist auch für mich die klare Nr. 1; ich finde allerdings das Adidas-Filmchen derart einfallslos, daß selbst der folkloristische Klischee-Spot von Puma bei mir besser wegkommt.

Viele Leute machen es sich zu einfach. Und manche Sachen sind auch einfach nicht zu gebrauchen. Bei den seit Kurzem herunterladbaren Austellungskatalogen der kunsthallewien.at/ hingegen wäre ich noch nicht einmal böse, wenn sie sich jemand ausdruckte.

Das oben im eingebetteten Player hörbare Bad Blood ist übrigens der Beitrag von Beck zum Soundtrack von True Blood.

Diesen Blogpost habe ich mal schön über das lange Wochenende vor mir hergeschoben. Aber dafür haben die Savage Chickens jetzt Character.