Samsung in Neon

(Edit: Nicht mehr ganz so) Neulich auf dem Klo in der April-Ausgabe der NEON geblättert und etwas stutzig geworden. Wenn Sie Ihr Augenmerk bitte auf den rechten Teil der aufgeschlagenen Doppelseite richten würden.

Wie es wirklich aussah

Erkennt man, das über der Abbildung des Smartphones etwas ausgestanzt ist? Warum sehe ich durch das Loch die halbe Spalte eines Textabsatzes und eine angeschnittene Katze? Komischer Teaser. Trotzdem mal umblättern.

Seite 52/53

Viel roter Arm. Das kann es auch nicht sein. Dann ist es mir aufgefallen: Die Seite mit dem Smartphone drauf rausgerissen, umgedreht und andersrum wieder reingelegt. Voila, so ergibt diese mehrseitige Werbeanzeige dann doch wieder Sinn. Also zumindest ein bißchen (mehr). (Edit: Falls die Verwirrung zu groß ist – das obige Bild zeigt das „Nachher“.)

Wie es aussehen sollte

Solche Fails interessieren wohl nur einen Berufskränkelnden, die meisten anderen fliegen – noch nicht einmal irritiert, weil unbemerkt – sofort drüber weg. Ich würde schon gerne erfahren, wer da Mist gebaut hat. Die Agentur falsch angeliefert, der Verlag nicht drübergeschaut, die Druckerei Dateien vertauscht? Wahrscheinlich schieben sich alle Beteiligten nun Mitte Mai immer noch gegenseitig die Schuld zu.

die subtilität der massenmedien

Es schon ein Weilchen her, da lag der Zeitgeistschrift NEON ein Booklet bei, welches eine Liste der besten 100 Songs aller Zeiten enthalten sollte. Das Ding ist mir erst jetzt in die Finger gekommen, weil ich den sich so unerwachsen gebenden Stern-Ableger nicht kaufe. Ist ja auch egal, ich muß meine Unaktualität ja gar nicht entschuldigen, auf dem Cover steht immerhin „aller Zeiten“ – unter der Ewigkeit geht es nicht.
Über die Qualität der Auswahl (Playlist) ließe sich naturgemäß streiten. Es gibt gute Musik, es gibt schlechte Musik und es gibt Reggae. Das soll hier nicht der Punkt sein. Mir ist da nur eine Kleinigkeit aufgefallen.

NEON 100 Songs

Wie auf dem Titelblatt angekündigt, unterteilt sich die Liste in verschiede Gelegenheiten. Songs für den Arbeitsweg, Songs für die Joggingstrecke, etc. (Doof, daß der Redaktion nicht mehr Situationen eingefallen sind, die das Tragen eines kooperierenden iPods/iPhones voraussetzen.) Die letzte Rubrik trägt den Titel „10 Songs, mit denen man jeden ins Bett kriegt“ (siehe Bild unten). Einen Gummipunkt für das Gendering der Headline, aber man beachte die Unterzeile. Und dann betrachte man sich die Auswahl genauer: Ich sage nur Marvin Gaye und Sades Smooth Operator; und glaube nicht zu untertreiben, wenn ich behaupte, mir fallen überhaupt keine zehn Lieder ein, die deutlicher FICKSOUNDTRACK schreien würden als diese dort. Es sind wohl die NEON-Redakteure, die hier nichts merken.

Kuschelrock

Übrigens hat die NEON schon einmal die 222 besten Songs aller Zeiten gekürt. Jedenfalls lang genug her, damit niemand auf die Idee kommt, die alte mit der neuen Liste abzugleichen. Wäre ja schön blöd, wenn Werbepartner iTunes keine Lieder auf der jetztigen Beilage mehr verkaufen könnte, weil die braven Magazinleser sich die vor vier Jahren schon fast alle besorgt haben.