Auf den Kopf

Meine Fingernägel wachsen sehr gleichmäßig. Die Ringfinger an beiden Händen ein klein wenig schneller als der Rest, aber das ist nicht der Rede wert. Es reicht vollkommen, wenn ich mir jedes zweite Wochenende alle zehn Nägel auf einmal stutze. Nach einer Dusche, dann sind sie weicher. Danach ist wieder für etwa 14 Tage Ruhe.

Die Fußnägel hingegen wachsen sehr unregelmäßig, geradezu durcheinander. Sie scheinen keinerlei Gesetzmäßigkeit zu gehorchen. Weder sind die Nägel beispielsweise des rechten Fußes wachstumsfreudiger als des linken, noch läßt sich verstetigt ein stärkeres Wachstum den Nägeln eines bestimmten Zehs – ob groß oder – klein zuordnen.

Der Eindruck kann natürlich daher kommen, daß ich als Computerrastaturarbeiter meine Finger sozusagen mindestens von 9to5 ständig im Blick habe, während mir als überzeugtem Schuhträger der Anblick meiner Barfüße von morgens bis abends verborgen bleibt. Da sitze ich also nach dem Zähneputzen auf dem Badewannenrand, ziehe mir die Socken aus und lasse mich quasi am Ende eines jeden Tages davon überraschen, welcher meiner Zehennägel denn heute am meisten gewachsen ist.

Früher habe ich versucht, wenn mir auch nur einer der Nägel zu lang erschien, trotzdem alle zu trimmen – eben den einen mehr, den anderen weniger. In der vagen Hoffnung, sie damit irgendwie zu einem konstanteren Wachstum erziehen zu können. War natürlich Quatsch. Jetzt nagelknipse ich sie mir eben einzeln bei Bedarf.

zwei arten von mensch

Eine Frau, die sich in der Straßenbahn auf einen besonders mondänen Ausstieg vorbereitet (Sonnenbrille ins Haar stecken, Handtaschenhenkel in der Armbeuge platzieren, so Zeug), beim Anblick der an langwellweiliger Trostlosigkeit kaum zu überbietenden Haltestelle Christophstraße/Mediapark allerdings resigniert durch davonstöckelt. Und dann ist auch noch die Rolltreppe kaputt.

profiles project

Der Graphikdesigner, der einem ständig was von Minimalismus erzählt, dem die Devise „form follows function“ alles bedeutet. Er könnte jeden Tag einen Bauhaus-Vortrag halten. Genau der Graphikdesigner, der jeden Tag eine andere Kapuzenjacke trägt. Und deren Kapuzen er niemals benutzt, möge es regnen, stürmen oder schneien.

wie die Kessler-flickr, sort of