vor/bereit

Überstanden. Fünf Tage Frischluft Fehlanzeige. Denn von Weiberfastnacht (Donnerstag) bis Aschermittwoch traue ich mich in Köln nicht auf die Straße, weil ich Angst habe, mir meine sowieso schon äußerst wackelige Nächstenliebe auf die nächsten Monate hinauf vollelends zu versauen. Dabei gab es dieses Jahr sogar einen vernünftigen Grund, wenigstens einen Wagen auf dem Rosenmontagszug zu supporten.
Ich hoffe doch sehr, daß bis zum 17. März die für ein Bürgerbegehen nötigen 23.164 Unterschriften zusammenkommen, um den Abriß des Schauspielhauses zu verhindern. Denn es kann einfach nicht sein, daß einerseits – gegen den Willen der direkt Betroffenen – für ein städtebauliches Prestigeprojekt das Geld zum Fenster rausgeworfen wird, auf der anderen Seite beim Kulturetat Millionen eingespart werden sollen.
Daß sich öffentlicher Protest, etwa organisiert durch mutzukultur.de/, auch auf einer Eventseite bei Facebook manifestiert, ist selbstverständlich zu begrüßen. Ich habe mir das kleine Banner rechts in der Sidebar vor ein paar Tagen noch in Eigenarbeit per Screenshot erstellen müssen. Nur ist es natürlich wichtig, daß auch real unterschrieben wird, nur „become a fan“ klicken reicht nicht. Denn es könnte knapp werden – bis jetzt sind gut 15.000 Unterschriften eingesammelt worden.

Doch sollte man über die großen Aufreger die kleineren Übel nicht vergessen. (Ja, ich hatte über Karneval jede Menge Zeit.) Alles eine Frage der Relationen, aber auf den Big Bang wartet heute wohl keiner mehr. Heutzutage, zwanzig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, ist es nicht mehr das Szenario Atombombe, sondern man versucht, mit der AndieWandmalerei der Bedrohung durch terroristische Anschläge die Leute in Angst und Schrecken zu versetzen. Von der Rolle der Regierung für die eigene Bevölkerung will ich gar nicht erst anfangen, sonst endet das hier noch in Verschwörungstheoriesuppen- unschlüsseligkeiten.

Buchpreisbindung

Kategorie Belletristik // „Georgs Sorgen um die Vergangenheit“, „Roman unserer Kindheit“, „Die Zeitwaage“ und „Luft und Liebe“. Wenn ich die anderen Titel nur lese, wird mir speiübel.

Verschluckt: noch ein Aufruf.

Karneval Kurtz

Es ist kurz nach Mitternacht und somit Aschermittwoch. Mein erster Karneval als Kölner. Ich habe es überlebt. Mehr habe ich auch gar nicht verlangt, ich habe gewußt, daß es schlimm wird. Gehabe.

Fehlte eigentlich nur noch ein solcher Prediger am Straßenrand auf einer Holzkiste stehend und die an ihm vorüberziehenden Massen verdammend, wie ihn Malte Welding in einer Dachkammer auf YouTube entdeckt hat.

Im Herzen der Finsternis

Man hat das ja schon das ein oder andere Mal im Fernseher gesehen. Man ist vielleicht auch schon einmal für eine kurze Stippvisite hiergewesen, um sich das live anzuschauen. Freakfeldstudien oder so. Man findet Karneval doof, aber in Wirklichkeit ist alles viel schlimmer. Die Wirklichkeit ist schlimmer.
Ich habe keine Expeditionen gewagt. Ein paar Fahrten mit der Bahn, ein unvermeidlicher Gang zum Kiosk haben vollkommen ausgereicht, mir das Ausmaß der Apokalypse mit Pappnase vor Augen zu führen.

Im Endeffekt bin ich doch froh über die zwei Tage (Mo. + Di.) von der Agentur verordnetem Zwangsurlaub, über den ich mich vorher ein wenig aufgeregt habe. Aber der Altweiberweg zum und vom Arbeitsplatz haben mich dann doch auf den Vorgeschmack dieses verlängerten Wochenendes gebracht.
Habe mich also zuhause verbarrikadiert und auch wenn ich das vorgesehene Pensum (die komplette 1. Staffel LOST, Roth‘ neuer Roman Empörung) nicht ganz geschafft habe, so sind mir die vier Tage UnrAuszeit doch wohl bekommen. Jetzt flugs verschlafen und morgen in eine verKURTZte Arbeitswoche starten.

„Das Grauen!“

Hier doch noch eine Superverkleidung: Vergils ‚Aneis‘ im Gewand eines Facebook-Threads.
Großartig!