Notes KW 16/17

The Kardashians have taught us that any and every experience can be, and frequently is, monetized and offered up for consumption. But we have also learned that these experiences can often also tell us something authentic, and occasionally meaningful, about how people interact, think, and feel in late capitalism.

The Profound Silence of Kendall Jenner – Ich hatte letzte Woche schon ein anderes Zitat aus diesem NewYorker-Artikel getwittert.

Wenn man bei Negt und Kluge den Begriff des Proletariers durch den des Pegida-Anhängers ersetzt und „bourgeois“ durch „liberal“, führt das zu einem Verständnis dessen, was mit der „Lügenpresse“-Kritik gemeint sein könnte.

Die taz und die Neuen Rechten: Die Lügenpresse, das sind wir – taz.de mit einer vernünftigen Portion introspektiver Selbstreflexion.

Für linke Theoretiker könnte die rechte Umprogrammierung ihrer dekonstruktivistischen Perspektive eine Mahnung sein, sich nicht durch die Eigendynamik modischer Versatzstücke einlullen zu lassen.

Neoreaktion im Silicon Valley: Wenn Maschinen denken

It’s all about the bull. If it were placed anywhere else, Fearless Girl would still be a very fine statue — but without facing Charging Bull the Fearless Girl has nothing to be fearless to. Or about. Whatever. Fearless Girl, without Di Modica’s bull, without the context provided by the bull, becomes Really Confident Girl.

seriously, the guy has a point

Figaro hier, Figaro dort.

Fragen Sie Eleonore Büning: Wieso gehen Dirigenten so oft zum Friseur?

Notes KW 15/17

Irgendwas ist ja immer. Die Ausrede für die schon wieder verspäteten Notes lautet diese Woche: Ostern.

Die Amerikanische Faulbrut zählt zu den anzeigepflichtigen Bienenseuchen. In der Regel richtet das Veterinäramt einen Sperrbezirk ein, um die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Meist muss der Imker das gesamte befallene Volk verbrennen.

Dank der Deutschen Umwelthilfe e.V. wieder was gelernt. Falls Ihr, faule Brut, Euch den Klick sparen wollt: Leere Honiggläser bitte nur mit Deckel in den Altglascontainer werfen.

Der Authentizitätsdruck aus dem Web 2.0 (Ein Begriff, den man vielleicht wieder ernst nehmen sollte) hat die traditionellen Medien erst in die vermeintliche Totalneutralität des He-said-She-said gezwungen – Niemand wollte sich von den üblichen Pundits mangelnde Neutralität nachsagen lassen – was eine Zeitlang so erfolgreich wie billig war, man brauchte in der Gratiszeitung die grauen Agenturmeldungen nicht einmal mehr aufzuhübschen. Auf die neutrality folgte dann leider das being neutered, die Unfähigkeit, eine eigene Form von Authentizität hochfahren zu können – eine Falle, in der auch viele der alten Volksparteien stecken, btw.

Bloggen 2017 – textdump

Einen besonderen Aufruf wollen wir an Anbieter aus der Porno-Branche richten, sich bei StreamOn anzumelden und auf einer Nennung als Kooperationspartner zu bestehen!

Wieso StreamOn der Deutschen Telekom gegen die Netzneutralität verstößt und was wir dagegen tun können – netzpolitik.org

“Short of putting a big pile of old tires on the White House lawn and lighting them on fire, I don’t know what Donald Trump could do that is worse for climate change,” Derwin says. “Musk got rolled by Trump. He has gotten absolutely nothing.”

This Man Is Spending Millions to Break Elon Musk’s Trump Ties – Bloomberg

Until recently, television credits were afterthoughts, cobbled together by overtaxed editing departments. Now they’re mini-films in their own right, transitioning viewers into the proper emotional state no matter where they happen to be watching.

How TV Opening Titles Got to Be So Damn Good | WIRED hier nur zitiert, weil sich das tolle Video dort, um das es eigentlich geht, nicht auf anderen Webseiten einbetten lässt.

The first is that teens and young people don’t like to share links anymore as they know the targets will be filled with ads; so instead they share screenshots. This stops the site from receiving any further traffic. Second, it drives people to install ad blockers.

The web looks like shit | The Outline – bei Interesse siehe dazu auch meinen weiterführenden Text Hallo, Vermittlung? – REKLAME 3000.

Notes KW 14/17

(Wegen eines Wochenendausflugs nach Budapest und anschließendem Urlaub diese Woche erst am Dienstag.)

Und mal im Ernst, was ist denn die Alternative? Mit den Arschlöchern reden?

Was passiert ist, seit ich Grapscher schlage | FICKO. Richtig so! (Haha, „Faustregel“.)

Richard Burton and Elizabeth Taylor // Begin a torrid and notoriously combative affair fueled by vodka, the rapacious desire to be the center of spectacle, and cartoonishly gauche diamond jewelry. Fornicate on the lawns of your current partners. Fight with gusto.

Historical Role Play for Ambitiously Amorous Couples | The Hairpin

12:00 P.M. // I don’t get dressed and take a bath until lunchtime because I am doing a dirty job, painting with colors. So I wear my long nightshirt; it becomes kind of like a painter’s smock, then it goes to the laundry. I have everything—sheets and nightshirt and robes—changed every day. I like everything to be washable, myself included.

Dass Sextus Empiricus Schuld ist an Trump, ist natürlich Bullshit, aber ich hab nicht angefangen.

Linke Identität: Rückwärts und viel vergessen, Kolumne Stokowski | SPIEGEL ONLINE

Wir alle am Set lieben uns und haben eine Menge Spaß. Instagram, die ultimative Kitsch-Verlängerung? Vielleicht: Nicht zu vergessen, dass hinter allen Posts, die tausendfach geliked und kommentiert werden, natürlich die wirtschaftliche Maschinerie steckt. «Riverdale» etwa befand sich im März in einer mehrwöchigen US-TV-Pause – sollte in dieser Zeit aber natürlich keinesfalls in Vergessenheit geraten. Wo, wenn nicht in den sozialen Medien kann dies gelingen?

Real Life oder nicht? Instagram als Marketing-Instrument | quotenmeter.de hat das mit der UTF-Codierung immer noch nicht hinbekommen. Davon abgesehen ist es schon interessant, daß nach Models nun wohl auch Schauspieler nicht mehr in erster Linie nach ihrem Können, sondern nach der Zahl ihrer Follower gecastet werden.
Ach ja, für twitternde Schriftsteller schriftstellende Twitterer ist das ja seit Langem nicht nur hinreichende, sondern sogar notwendige Bedingung für einen Buchvertrag…

Notes KW 13/17

Diese Woche garantiert aprilscherzfrei.

Monty Pythons «Der Sinn des Lebens» darf weder an stillen Feiertagen gesendet, noch im Kino aufgeführt werden. (…) Der erste «Police Academy»-Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben.

Popcorn und Rollenwechsel: Kinder- oder jugendorientiert, und dennoch winkt die hohe Altersfreigabe – Quotenmeter.de | Ich habe übrigens gerade in zwei Tabs die ARD-Mediathek offen, einmal nur von 20 bis 06 Uhr, das andere Mal von 23 bis 06 Uhr anschaubar.

Vermarkten sei das Wichtigste. Einfach immer alles öffentlich machen.

Ronja von Rönne: Warum wir im Internet alle unsere Würde verlieren – WELT

Eine Mamabloggerin lässt sich nicht scheiden. Das passt einfach nicht ins Bild, und ich ertappte mich dabei, wie ich dachte: Ich begehe beruflichen Selbstmord, wenn ich das tue.

Bloggen bis zum Burn-Out | Stern

Or maybe Mary kept accepting riders because the gig economy has further normalized the circumstances in which earning an extra eleven dollars can feel more important than seeking out the urgent medical care that these quasi-employers do not sponsor.

The Gig Economy Celebrates Working Yourself to Death | The New Yorker

Links:

Notes KW 12/17

Manche dieser aus meiner Sicht fehlenden Funktionen vermissen wir vielleicht gar nicht oft. Vielleicht, weil wir schon umerzogen wurden. Dieses ganze Teilen und Weiterleiten und Verlinken und Speichern: Je umständlicher es auf dem Smartphone wird, desto eher bleiben wir halt innerhalb der Dienste, die wir dann als unser Netz betrachten.

Natürlich hat Johnny recht mit seinem Vorwurf, Plattformbetreiber unterliefen durch ihren Wunsch, die Nutzer so lange wie möglich bei sich zu halten, das Prinzip des freien Netzes. Aber die Schuld liegt nicht nur bei ihnen. Die Bequemlichkeit der Leute auszunutzen, kann man kaum „Umerziehung“ nennen. Und oft genug posten auch Medienprofis Screenshots statt Links, obwohl es (theoretisch bzw. mit dem Wissen) vom reinen Ablauf her sogar umständlicher ist. Teure Datentarife, schlechte Netzabdeckung und mit Werbung zugepflasterter Klickstreckenjournalismus können ihre Hände hier allerdings auch nicht in Unschuld waschen.

Außerdem schrieben Sie 10.000 Zeichen zusätzlich hinein, das sind mehrere Manuskriptseiten. Was soll ich sagen? Das Interview soll in der kleinen taz erscheinen, nicht auf Ihrem Blog, Herr Fischer.

Rechthaberei – Das Interview mit Richter Thomas Fischer über sein Frauenbild läuft gut. Danach gibt es Probleme. Nun also: ein Brief: Er packt noch eins drauf | taz.de. Der Zeit-Kolumnist Fischer hat mittlerweile seine Sicht der Dinge beschrieben – auf meedia.de.

Die Blog-Einträge werden Ende 2007 bis 2008 immer öfter sehr kryptisch. Es gibt kein außen mehr.

Minusvisionen: Meine finanzielle Autobiografie 2007–2017, die Tiefpunkte

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Bialecki hat sie den Korrespondentenbericht geschrieben, in dem sie ihre eigene Frage und ihre angeblich außergewöhnliche Wirkung auf Trump hervorhebt – allerdings ohne in irgendeiner Weise deutlich zu machen, dass die „direkten, offenen Fragen“, die sie hier lobt, mindestens zur Hälfte ihre eigenen waren. Seit Freitag sind Kristina-Dunz-Festspiele in den deutschen Medien.

Vom Erfolg, dem US-Präsidenten eine Frage gestellt zu haben | Übermedien

Auch die Aussicht, ein Haus kaufen zu können, obwohl meine Frau und ich ein gemeinsames Einkommen von 5.000 Euro netto haben, ist sehr gering. Wir können uns nicht mal ein Auto kaufen.

Eine Runde supermitleid mit David S. | ZEIT Campus, scheinbar kann bei Euch jeder „Leserartikel“ veröffentlichen. Aber die dann zu einer Serie: Generation Z zusammenzupanschen, das macht Ihr noch selbst, oder?