instagain

Es geht mal wieder um das Visualisierungsprojekt #stolperstein. Ich finde es immer noch super, daß so viele und stetig mehr Menschen dabei mitmachen. Danke dafür! Wer den Instagrams sammelnden Tumblr nicht kennt, findet hier eine Erklärung.

Mir sind schon vor einiger Zeit ein paar Details aufgefallen, die mir an der Umsetzung des Projekts mißfallen. Falls da jemand Ideen zur Abhilfe hat oder denkbare Alternativen vorschlagen möchte – gerne in den Kommentaren.

1. Das Theme: Die Bildwand finde ich immer noch toll. Wenn man Infos will, muß man halt auf ein einzelnes Bild klicken. Das ist wegen des infinite Scrolings mittlerweile auch die einzig gangbare Möglichkeit, an diese weiterführenden Links im Footer zu kommen.

stolperstein-tumblr

2. Die Verlinkung: Ich weiß nicht genau, wann Instagram das eingestellt hat, aber vor einem Jahr konnte man noch von der einzelnen Photoansicht auf den Foursquare-Ort durchklicken. Das geht nicht mehr, was ich sehr ärgerlich finde. (Also am Desktop. Mit dem Smartphone geht das über den Umweg „Open in Instagram App“ – der direkte Weg von Tumblr zu Foursquare ich nicht mehr möglich.) Wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Instagram sich seine Location-Daten von Facebook-Checkins zieht?

stolperstein-instagram

3. Die Auswahl: Hängt mit dem vorigen Punkt zusammen. Viele Leute benutzen das Hashtag #stolperstein, ohne dieses Projekt zu kennen. Seit die Verlinkung nicht mehr existiert, lösche ich kaum noch Bilder aus dem Tumblr. Anfangs habe ich nur solche dringelassen, die auch Geo-Daten mitgeliefert haben.

4. Die Kommentare: Früher habe ich mir manchmal die Timelines von Leuten angeguckt, die unwissend mit ihrem Bild auf meinem Tumblr gelandet sind. Wenn aus Ihnen echtes Interesse sprach (man will ja nicht wahllos zuspammen), dann habe ich sie manchmal auf das Projekt hingewiesen. Seit neuestem kann ich auf Instagram am Desktop nicht mehr kommentieren. Hab ich irgendwelche Einschränkungen verpasst? Zeichenzahl, nur noch bei Followings etc.? Das macht die Sache sehr mühselig.

5. Die Liste: Die Sammlung der Orte auf Foursquare muß trotz IFTTT und Konsorten meines Wissens nach immer noch manuell gepflegt werden. Oder irre ich mich da?

Bevor jemand alles umschmeißen möchte: Ich spiele selbst viel herum mit Karten und Kram. Auf Dotspotting kann man beispielsweise seine verorteten Flickr-Photos (u.a. mein partielles Instagram-Backup) auf einer einbettbaren Karte anzeigen lassen – siehe unten. Das hat aber natürlich auch seine spezifischen Nachteile. Außerdem möchte ich verständlicherweise das System nicht komplett wechseln, es soll zudem so nutzerfreundlich und massentauglich wie möglich sein. Deshalb habe ich mich ja zu Beginn für die am weistesten verbreiteten Apps entschieden, die für dieses Projekt taugen.

#stolperstein

Erfreuliches // Als die Stolpersteine selbst (auf Twitter oder Facebook) mal auf mein Projekt hingewiesen haben, ist Claus Höfele darauf aufmerksam geworden. Der Mann hat eine iOS-App namens „Stolpersteine in Berlin“ (github-Link) am Start. Wir tauschten uns ein wenig über unsere Sachen aus und da er mitbekommen hatte, daß ich von Beruf Werbetexter bin, bat er mich, für das letzte Update den Beschreibungstext ein wenig aufzumöbeln. Jetzt kann man mich also sozusagen auf iTunes lesen. Davon abgesehen sollten besonders Berliner die App mal ausprobieren. Es lohnt sich! Kann ich sogar hier von Köln aus sagen.

historisch & wegweisend

Foursquare hat mit Time Machine ein sehr schickes Tool zur Visualisierung vergangener Check-ins gebastelt. Falls Ihr den Location Based Service nutzt, solltet Ihr Euch das auf jeden Fall ansehen. Auch, wenn sich der tatsächliche Erkenntnisgewinn in Grenzen hält.

Aber gerade die Sprünge können doch die eine oder andere Urlaubserinnerung auffrischen. Leider fehlen bei mir einige Ausbrüche, etwa Italien oder Belgien, während Berlin-Besuche drin sind. Doch macht selbst die Aneinanderreihung von Check-ins allein in der Heimatstadt schon ordentlich was her.

Am Ende bekommt man die Zusammenfassung auch noch als übersichtliche Infographik ausgehändigt. Nur, was das alles mit irgendeinem neuen Smarttelephon zu tun hat, das wird mir nicht so richtig klar. Werbung eben. (click image to enlarge)

4sqStats

Wofür man Foursquare wiederum auch verwenden kann, zeigt diese Spielerei. Sartre wäre über den anti-sozialen Ansatz sicher begeistert. Not.

(beides via @roitsch)

foursquare visualization

Im Veedel

Ich weiß, Ihr wohnt in New York, Berlin oder Tokio und lacht bei dem Gedanken daran, wie ich meine Heimat Köln als Großstadt bezeichne. Aber es kommt noch besser: Wenn ich nicht gerade arbeite, dann hänge ich beinahe ausschließlich in nur einem Viertel rum. Meine Wohnung befindet sich in der Südstadt und mein Leben spielt sich mit kleinen Ausnahmen größtenteils südlich des Chlodwigplatzes zwischen Rheinauhafen und Volksgarten ab. Hier liege ich bei gutem Wetter im Römerpark, hier kann ich vom Supermarkt bis zum Frisör alle Besorgungen erledigen. Hier geht meine Tochter zur Schule und mein Sohn bald in den Kindergarten. Es hat genug Büdchen, die meine bevorzugte Zigarettenmarke verkaufen. Und es gibt genung Abwechslung, falls mir mal nicht nach meiner Stammkneipe und meinem Lieblingsitaliener ist. Alles in Rheinnähe.

köln südstadt

Als ausgewiesener Codeidiot habe ich mal wieder was gebastelt. Das war mit ein bißchen Trial&Error-Getippe selbst für mich nicht allzu schwer, hat mich aber trotzdem ein paar Stunden gekostet. API-Key und Ausgangscode bei Google Maps besorgen, den schönen Layer von Stamen drüberbügeln, die Foursquare-Daten draufsetzen und noch gucken, daß die KML-Ausgabe nicht die Kartendarstellung beeinflusst. Und dann habe ich nur noch ein wenig geschaut, daß der Ausschnitt sowohl am Rechner als auch im Smartphone sinnvoll ist. Hochgeladen, fertig.

Digitales Dorfleben 2.0

Unter http://drikkes.com/wo.html kann man jetzt immer sehen, wo ich mich aktuell so rumtreibe. Auf der Karte ist stets mein letzter 4sq-Checkin verzeichnet, anklickbar. Der (wenn man es denn so nennen will) Clou dabei: Der Kartenausschnitt ändert sich nie. Wenn also kein blauer Pin auftaucht, dann heißt das nicht, ich wäre vom Erdboden verschluckt worden, sondern schlicht und einfach, ich bin nicht in der Südstadt. Wer es genauer wissen möchte, der muß dann schon aus der Karte herauszoomen, um meinen derzeitigen Aufenthaltsort zu erfahren. Ein bißchen unterwegs bin ich dann ab und zu doch. Witzig, was?

Your Year in Check-ins 2013-04-17 12-20-43
(Inspiriert ist http://drikkes.com/wo.html sicher von Wo ist Sixtus? und Wo ist mspro?. Die schicken Maps von Stamen hatte ich hier im Blog schon einmal erwähnt; und tue es wieder, weil ich zu blöd bin, die cc-Attibuierung direkt auf der Karte unterzubringen.)

monument mal

Ich fand das Projekt Stolpersteine schon immer gut. Auch, wenn ich mich nicht mehr an meinen ersten Kontakt mit einer dieser ins Trottoir eingelassenen Messingtafeln erinnern kann. Gunter Demnig hat damit einen erfreulich alltäglichen Gegenentwurf zur sehr staatstragenden Erinnerungskultur beispielsweise des Berliner Holocaustmahnmals hingelegt. Und ich bewundere den Mann für seine Ausdauer – seit beinahe zehn Jahren macht er mit der Verlegung seiner Gedenktafeln vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort auf die Opfer der NS-Zeit aufmerksam. Nur sieht man es der Website des Projekts leider ein wenig an.

Aber wofür gibt es denn dieses moderne Social Net? Und als ich dann am Montag erfahren habe, daß es die Stolpersteine zu Twitter geschafft haben, war das gleich mit einer kleinen Anregung verbunden. @flueke hat völlig recht, das Projekt schreit ja geradezu nach einer Irgendwientegration in einen Location Based Service. Also habe ich einfach mal losgelegt und Folgendes gebastelt: (Das ist alles echt kein Aufwand gewesen, wenn man sowieso schon Accounts bei den involvierten Services besitzt.) Einen Tumblr aufgesetzt, auf das Theme bin ich vor ein paar Tagen durch @m_boesch gekommen. Es dann per If This Than That-Task so eingerichtet, daß nicht nur ich, sondern jeder Stolpersteine auf seinem Weg abbilden kann. Und das ist es auch schon gewesen. Wie gesagt, das ist alles nicht wirklich durchdacht, in wenigen Minuten zusammengedengelt und dann haben sich gestern bei den ersten Eintragungen noch technische Probleme dazugesellt. Aber zumindest der Anfang ist gemacht; alleine kann man sowas auch nicht stemmen, ohne ein halber Demnig zu sein. Partizipation ist alles – und je mehr mitmachen, desto besser. Weshalb die Mitmachschwelle möglichst niedrig gehalten ist, no fancy accounts needed.

Screenshot Tumblr Stolpersteine

indenweglegen.tumblr.com/ – so geht’s:

  1. Die Apps Foursquare und Instagram auf dem Smartphone installieren, falls nicht vorhanden.
  2. Stolperstein finden.
  3. Stolperstein {Name} als Location bei Foursquare anlegen. (Gibt es diese Location bereits, wäre das ein ziemlich untrügliches Zeichen, daß der Stein schon aufgenommen worden ist.)
  4. Ich habe bis jetzt im Anschluß immer auch eingecheckt. Sollte nicht nötig sein, zum Grund dafür siehe aber Punkt 7.
  5. Foursquare schließen, Instagram öffnen.
  6. Photo des Stolpersteins schießen. (Ich habe bisher stets die Sonne und den Filter Brannan benutzt. Ist zwar kein Muß, aber man erreicht eine gute Lesbarkeit. Und ein schwarzer Rand würde gut ins Layout passen.)
  7. Wichtig: Photo mit #stolperstein taggen. (Ich habe das bisher immer in der Caption getan, sollte aber auch später noch per Comment möglich sein.)
  8. Wenn man nun ✔ Geotagged location > aufruft, dann sollte Euer eben angelegter Stolperstein {Name} in der Liste auftauchen, schließlich zieht sich Instagram die Locations direkt von Foursquare. (Und Check-ins werden bevorzugt gefunden, siehe 2.)
  9. Done drücken, fertig. (Ein ausdrückliches Sharing zu Foursquare ist nicht nötig, aber schaden kann es natürlich nicht. Nur hätte man dann ein zweites Mal eingecheckt.)
  10. Als Zugabe kann man später, wenn man das nächste Mal am Rechner sitzt, den angelegten Stolperstein-Ort zu dieser Foursquare-Liste hinzufügen, damit er nicht nur als schickes Photo auf dem Tumblr erscheint, sondern auch auf dieser Karte.

Foursquare Karte Stolpersteine

Das liest sich komplizierter, als es ist. Einfach ausprobieren, wenn Ihr über den nächsten Stein stolpert. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Leute mitmachen würden. Dazu wäre es natürlich hilfreich, wenn dieser Erklärtext eine große Verbreitung fände. Anregungen und Vorschläge zum Projekt sind in den Kommentaren sehr willkommen. Vielen Dank!


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Nachtrag 14.05. // Wie mir erst per Hinweis von Jamie aufgefallen ist: Um die Liste bearbeiten zu können, muß man mit mir auf Foursquare befreundet sein. (Falls Euch nicht interessiert, wann ich wo ich arbeite oder mein Bier trinken gehe, könnt Ihr meine Notifications ja abschalten.) Freue mich also auf Anfragen!

zum Quadrat

Ich nutze nun seit ein paar Wochen Foursquare parallel zu Gowalla. Dazu immer noch Brightkite aus dem mittlerweile einzigen Grund der problemlosen Friendfeed-Integration. Drei sind mindestens einer zuviel, und wenn mir niemand verrät, wie ich einfach (also ohne via Facebook oder Twitter im Endeffekt doppelt) einen der beiden ersten Dienste freundschaftsgefüttert bekomme, heißt das wohl: Entweder Fourquare oder Gowalla, einer wird auf der Strecke bleiben.

Das Dummblöde ist nur, daß ich mich nicht entscheiden kann. Mal finde ich Gowalla schicker, dann wieder Foursquare spaßiger, mal wieder das eine praktischer als das andere. Für 4² gibt es immerhin so gute Anwendungen wie wheredoyougo.net/ (s. u.), falls ich mal wissen will, wo ich mich im letzten Monat so rumgetrieben habe. Oder das jemand anderen interessiert. (An dieser Stelle Grüße an meinen „Mayor of Wiener Platz“-Konkurrenten Henrik G. ohne „d“ – ich muß mal wieder bei der pl0gbar vorbeischauen.)

Wie man an meiner Innenstadtvermeidung sieht, habe ich die meisten Weihnachtsgeschenke online gekauft. Das hier habe ich noch nicht ausprobiert.

Via @tanith ist hier noch der Hinweis auf Teil 1 des neuesten Blechs von DJ Food hereingesonnenscheint. Falls Euch einige Tracks bekannt vorkommen: Das Ding ist der Auftakt einer Compilationreihe zum 20. Warp-Geburtstag. Also happy label birthday! Und für alle, die mit Elektronik nicht soviel anfangen können, aber sonst mit Musik ziemlich was am Hütchen haben: unbedingt mal SoundCloud auschecken, neben so schick einbettcustomizebaren Playern wie da unten haben die noch so einiges zu bieten.

Blech 20.1 by DJ Food

So press play.