Quitter

Der @assbach hat mir diesen Link in die Timeline getwittert: Here’s why people actually delete social media. Alles irgendwie nachvollziehbar, was die Leute bei Mashable da so für Gründe anführen. Das tollste Zitat musste ich auch gleich als Reply zurückschicken.

Es gibt allerdings noch Argumente, die in dem Artikel unerwähnt bleiben:

  • So können sie besser ignorieren, was ihre „echten Freunde“ für homophobe, rassistische und misogyne Typen sind.
  • Sie können die klischeetriefenden Stockphotos aus den Previews der überall verlinkten Artikel nicht mehr ertragen.

Ich selbst bin nun schon seit mehr als anderthalb Jahren bei Instagram raus. Zuviel Werbung und das Ende der chronologischen Timeline waren damals die Gründe. Und bei Facebook spiele ich hin und wieder mit dem Gedanken, zumindest die App vom iPhone zu löschen. Bisher hat es allerdings nur mit dem Verschieben auf einen der hinteren Homescreens geklappt. In Verbindung mit dem Abstellen sämtlicher FB-Notifications reicht das aber eigentlich auch.

social ascii

Gerade auf thenextweb.com/ gelesen, daß Facebook automatisch von jedem öffentlich geposteten Bild auch eine ASCII-Version generiert. Dafür muß man nur die eigentliche Bild-URL nehmen und hinter die Endung .jpg noch ein .html dranklatschen.

Kann ich nicht wirklich ausprobieren, da ich kaum nativ auf FB gepostete, öffentliche Photos habe. Das funktioniert aber auch mit Instagrams und sieht dann zum Beispiel so aus.

Screenshot 2016-01-29 22.52.35

Um an die URL zu kommen, reicht ein Rechtsklick auf die Einzelansicht. Seitenquelltext anzeigen lasssen und etwa nach der Hälfte findet man sie, kopiert diese in die Adresszeile des Browsers, Endung dran. Fertig.

Und wenn die Adresse mit .txt statt .html vervollständigt, bekommt man eine pixeligere Schwarzweißvariante.

Screenshot 2016-01-29 22.54.15

Probiert das mal aus. (via @assbach)

gedrillt

Wundesbehr

An irgendetwas erinnert mich die neue Werbekampagne der Bundeswehr mit ihren Dreiecksflächen in verschiedenen Grün- und Brauntönen. Wenn ich nur wüßte, woran…?

Dafür ist auf den verschiedenen Motiven der unsägliche Claim nicht mehr drauf. Zu der stattdessen angepriesenen, schick polierten Landingpage werde ich hier trotzdem nicht verlinken. Wohl aber auf diesen Geistesblitzkrieg hinweisen.

Davon ab, daß »Wir. Dienen. Deiner Mudda.« auf der BW-FB-Seite dann doch wieder gespielt wird: Gar kein schlechter Zug, um ein paar Mörder imagemäßig besser dastehen zu lassen, oder?

über strömend

Jahresende im Internet, Zeit der Prognosen und Vorhersagen. Genau so wird es nicht laufen.

Das Buzzword “Social Media” verschwindet (was einige auch mit Erleichterung zu Kenntnis nehmen), denn die Kommunikation im Web ist nun etwas Alltägliches. Die ersten Telefone der Welt wurden bestaunt, heute nervt es nur noch, wenn es besetzt ist. Der frühe Zauber der Netzwerktechnologie ist verflogen, in den Vordergrund ist der tatsächliche Nutzen gerückt. Es ist normal sich mitzuteilen. In 2014 wird diese Selbstverständlichkeit so weit zugenommen haben, dass wir uns wundern, wenn der Kumpel nach dem grauenhaften Italiener-Besuch keinen Yelp-Rant von der Stange lässt.

So sieht dann wohl doch eher die Gegenwart aus, wie Webevangelikale sie gerne hätten. Bzw. ihren Kunden gerne verkaufen. Wobei das negative Rantbeispiel am Ende des Zitats natürlich nicht zur Abschreckung dienen soll, sondern eine zwingende Aufforderung an kuscheligere Unternehmenskommunikation 2.0 darstellt. Ein Drohszenario, das allerdings immer weniger zu verfangen droht. Der Effekt unablässiger Empörungsabnutzung ist dafür einfach schon zu augenfällig.

Da kann die Problematik noch und nöcher als Filtereinstellungssache abgetan werden. Bei aller überbehaupteten -souveränität: Filterblase bleibt Blase. Auf Twitter sowieso, da scheint die Diskrepanz zwischen Netzgemeinde und RealLife am klaffendsten.

Don’t call it Social Müdia! // Dieser Tage sind die Abgesänge auf Facebook Legion. Entweder in form von noch zu Lebzeiten veröffentlichter Nachrufe oder ganz persönlichem Abgang. Dafür werden einem verschiedene Gründe angeboten, wobei dann noch darüber gestritten werden kann, was Ursache und was Wirkung ist.

The amount of sharing that Facebook is trying to cram through its News Feed is now starting to turn into a problem for Facebook, argues freelance analyst Benedict Evans.

Kehren die User Facebook den Rücken, weil es zu groß und unübersichtlich geworden ist? Oder ist die seit Jahren allein seligversprochene Timeline doch nicht der Weisheit letzer Schluß, der Newsfeed generell vielleicht doch nicht der heilige Gral der Onlinekommunikation? Warum wenden sich gerade Jüngere vom Social Network Nummer eins ab und Messenger-Plattformen neuerer Generation wie WhatsApp und Snapchat zu?

Weil es allgemein als uncool wahrgenommen wird? Weil kein Teenager gerne eine Party mit seinen Eltern feiert? Oder wird am Ende doch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird? Kein Wachstum ist in der Wirtschaftswelt zwar so gut wie tot. Im Ansehen ganz normaler Menschen aber einfach nur gesättigt. Und womöglich hält sich das pseudomessianische Sendungsbewußtsein des Mainstreams doch in Grenzen. Und das ist nicht die Rückkehr des passiven Medienkonsums – der war nämlich nie weg, nur hat er seine Form geändert.

Und am Ende weiß man doch nicht, was kommt. Und das liegt nicht am unsäglichen Trend zum endless scrolling.