Nachbarschaftsblase

Vorgestern las ich mehrfach auf Twitter, das Säulendiagramm zum deutschen Ergebnis der Europawahl gleiche einem Stinkefinger. Jedenfalls, wenn man sich das Abstimmungsverhalten von Jugendlichen, Großstädtern oder so ansähe. Es schien mir fast so, als würden Leute sich zu überbieten versuchen, das Chart mit dem höchsten grünen Mittelfinger Balken ausfindig zu machen – Bonuspunkte gab es dafür, wenn man selbst zur ausgewählten Gruppe dazugehörte, weil z.B. die Altparteien im eigenen Kiez so herrlich abgelost hatten oder überhaupt „alte Leute“… #LOL.

Also habe ich mir die Resultate für meinen Wohnort mal angeschaut – und mit diesem Vorwissen wenig überraschendes gefunden. Wenn man vom Kölner Gesamtergebnis auf meinen Stadtbezirk, dann auf meinen Stadtteil und schließlich auf meinen Wahlbezirk runterzoomt, wie es das unten eingebundene GIF tut, dann kann man dem erwähnten Mittelfinger quasi beim Ausstrecken zusehen.

Da kann man schön sehen, wie sich die Gentrifizierung in meinem bildungsbürgerlich geprägten Veedel in Zahlen niederschlägt. (Wenn ich nicht so faul gewesen wäre und statt Screenshots wegen der wechselnden Prozenteinteilung auf der y-Achse eigene Diagrammnachbauten benutzt hätte, wäre der Effekt noch deutlicher zu erkennen.)

Mit anderen Worten: Was Daniel Erk und Ronny Kraak sagen.

Noch nicht campiert?!

Die Antischokke hat es in ihr Blog geschrieben „Your BarCamp needs You“ und ich muß gestehen, daß ich mich zum BarCamp Cologne 3 zwar angemeldet, aber danach – mit der Ausnahme des bcc3-Buttons oben in der Sidebar – auf ebendieser Anmeldung auch ausgeruht habe. (Wie ja überall zu lesen gewesen ist, hat es gerade einmal fünfzehn Minuten gedauert, bis die Veranstaltung ausgebucht gewesen ist.) Hier also der Hinweis mit Banner: Ich werde da sein und ein paar Sponsoren mehr wären auch nicht schlecht. Das wird toll, ich freu mich drauf.

Das Netz ist derzeit überall Thema, sogar der Express hofft, daß sich „Köln zur Internet-Hauptstadt entwickelt“. So eine gelungene ePetition gegen Internetsperren zeigt doch wwWirkung – jetzt sogar in der Politik.
Das sollte natürlich nicht so weit führen, daß man sich aufgrund der vielen Kanäle nur noch mit seinem Erscheinungsbild beschäftigt, wie es die Grünen anscheinend auf auf ihrem Parteitag tun. Dafür ist ihr Werbespot zur anstehenden (ah, mein Kreuz) Europawahl der mit Abstand gelungenste.

Die Versuche der anderen kann man sich allesamt auf politblogger.net/ anschauen. Nun sind die Dinger in erster Line für’s TV gedreht worden, denn Online-Wahlkampf funktioniert hier in Deutschland ja trotz Obama-Abguckerei nicht so wirklich.

Wegen der in Angriff genommenen Gegenmaßnahmen hier noch drei Links zum Thema Zensursula:
spreeblick.com/ zur Zensursachenforschung.
dondahlmann.de/ über die zweifelhafte (Motivation der) Deutsche Kinderhilfe.
Und basicthinking.de/ in Anbetracht satirischer Zweierleimaßmessung.

Auch das noch: Hugo Chavez hat den Penis erfunden.