Verkehr verquer

(Ausgerechnet) in der FAZ ist ein Artikel mit der Überschrift „Entsetzen über Fahrverbote: Hier stehen Staus unter Artenschutz“ erschienen. Er enthält nicht nur ein paar schöne Formulierungen wie…

Hier ist noch viel Luft nach oben. Aber die wird knapp.

…er kritisiert auch sehr pointiert die Auto-Fixierung der Politik mehr noch als die der Gesellschaft. Beispielsweise durch Beobachtungen über die Verklärung der A40 als „Industrieromantik, mit der eine Staufalle zur ‚Lebensader‘ des Ruhrgebiets hochgelogen wird.“
Außerdem musste ich als Radiohasser natürlich über so einen medialen Seitenhieb schmulnzeln:

Oder befürchtet man jetzt schon, dass es die Staus sind und nicht die Abgase, die weniger werden könnten und die Radiosender, die einen Großteil ihrer Zeit mit Staumeldungen füllen, dann ihr Programm umstellen müssten?

Erklärung für die Tags: Ja, ich lasse meine Instapaper Notes wieder automatisiert als Post/Drafts in mein Blog-Backend laufen.

Zurückzug

Ich besitze kein Auto, aber ich bin mit einem in den Urlaub gefahren. Jetzt bin ich wieder zurück. Es gibt einen Grund, sich nicht am Sonntag auf die Straße zu wagen – und der hat nichts mit der Kirche zu tun. Die Autobahn ist langweilig, sie ist ja eigentlich nur erträglich, wenn man sich über die Logos und Slogans der verschiedenen Speditionsunternehmen lustig machen kann. Aus derart verunstalteten LKWs sollte man einen solchen Bildband fabrizieren. Weshalb Monopolisierungstendenzen im Transportsektor besonders schlimm wären. Also auch von mir hier: Ein dreifach Hoch auf den Mittel(mäßig)stand!

IMG_0531

Dazwischen: Einen Haß auf Funktionskleidung entwickeln, die einen früher nur marginal am Arsch tangiert hat. Trekkingsandalen, (man lasse sich das Wort auf der rausgestreckten Zunge zergehen) Outdoor-Jacken und Rucksäcke wie für eine Marslandungsmission sollen mir nicht mehr ins Nordgesichtsfeld springen, ist ja zum aus der Wolfshaut Fahren. Und apropos Jack Wolfskin (Ich bin ja auch im Urlaub Werber.): „Draussen zuhause“ ist einer der menschenverachtensten Claims, wie er mir sinnloser nicht in den Sinn kommen könnte. Als Obdachloser würde ich jeden Tag in so einen Laden (abwechselnd Globetrotter und McTrek) schlendern und die Jackentaschen dieser Marke vollkotzen. Und mir mit ihren Fleece-Pullis den Mund abputzen. Basta!

IMG_0521

Nach einer Woche Nordsee also den ersten Tag wieder am Rechner und dann sowas. Hab ich sonst was verpasst? Ach ja, etwa c/o pop. Soll eher unspektakulär (im Sande?) verlaufen sein, ist mir gesagt worden, obwohl mich vom Line-up her so einiges interessiert hätte. Aber man hat ja schon viel gesehen. Die Terrassenverpflegung hat jedenfalls ganze Entschädigungsarbeit geleistet. Auf nächstes Jahr!

IMG_0530

Noch was für’s Auge: Sozusagen eine Geschichte der Bildmanipulation, die sich prima zu diesem Plädoyer auf spiegel.de/ liest, solche Eskapismen zwecks (hier eine Polit-Floskel wie Bodenständigkeit, Realpolitik, etc. einfügen) lieber der Warenwerbung zu überlassen. Dann doch lieber Mitmach-Werbung wie hier bei der Piratenpartei gesehen. Ahoi!

IMG_0516

Pirat muß ich deshalb noch lange nicht sein.