Payback oder so

Die Paypal-Plakate, die derzeit überall OoH rumhängen, fallen außer mir natürlich auch noch anderen auf.

Von „Ohne Moos nix los“-Ganzheitlichkeitskapitalismus (Drüber steht nämlich noch „Einfach leben“) bis zu Casual Schulden 2.0 (Die Easy-Credit-Arena heißt nicht mehr Easy-Credit-Arena?)

Und manche gucken sogar sehr genau hin. Könnte man auch wieder superdeutsch nennen.

Ist das eine internationale Kampagne, die für den hiesigen Markt adaptiert worden ist oder kommt die originär aus Deutschland?

Morgens halb zehn die Lacher auf deiner Website haben.

very on brand

Für linke Adbuster ergibt sich eine weitere Herausforderung: Die PR-Experten großer Konzerne oder Institutionen reagieren mittlerweile betont gelassen auf die Verfremdungen ihrer Kampagnen. Bundeswehr-Oberstleutnant Marcel Bohnert beispielsweise, ehemals Projektleiter der Bundeswehr-Webserien, sammelt auf seinem Instagram-Account regelmäßig Bilder von Werbetafeln, die von Militärgegnern verändert wurden. »Danke für die Plakatumgestaltung ihr Scherzkekse – damit verschafft ihr uns eine Menge zusätzlicher Aufmerksamkeit«, schreibt er dann.

Wie Adbuster mit einem Sechskantschlüssel die Stadt erobern – Supernova

Ja, der Streisand-Effekt hat sich mittlerweile bis zum allerletzten Kommunikationshansel rumgesprochen. Aber „Even bad news are good news“ ist nur eine Seite. Aktionen wie der AfDventskalender zielen nicht nur auf die Wahrnehmung durch die Allgemeinheit, hoffen auf die multiplikatorische Verbreitung als Photos im Netz. Haben sie einmal die Wahrnehmung einer größeren oder auch nur bestimmten Öffentlichkeit erreicht, sollen sie auch als Hebel dienen, den Firmen und Marken Haltungsbekenntnisse abzuringen.

Spätestens da hätte man sich als Brand wohl gerne früher mit einem passenden Purpose beschäftigt.

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Ladenzeile für Ladenzeile

Ich habe keine Ahnung, wie lange es den Zigarren Günther auf der Mero bereits gibt. Es sind mit Sicherheit deutlich mehr als die zehn Jahre, die ich nun schon in der Südstadt lebe.

Günther

Das erkennt man natürlich vor allem am Namen selbst. Und an der Außenwerbung des Ladens kann man ganz gut seine Geschichte ablesen. Wo lagen zu welchen Zeiten die Verkaufsschwerpunkte dieses Geschäfts? Nach zuerst Tabakwaren sind Zeitungen und Zeitschriften immer wichtiger geworden. Schließlich dominiert jetzt das Branding als Postfiliale und besonders DHL-PaketShop – dem Onlinehandel sei Dank.

Günther

Ich frage mich allerdings, wann man auf die Idee gekommen ist, den Laden laut Schild „Genuss Company“ zu nennen.

Werbung & Wahrheit

Gabriel ist die Wahnsinnigkeit eines eingeschränkten Angebotsversprechens aufgefallen. In einer neueren Version dieses TVCs nämlich fällt gegen Ende der denkwürdige Satz:

„Endless shrimp is not forever.“

Das hat mich an ein Photo erinnert, welches ich bereits vor längerer Zeit von einem 18/1-Plakat gemacht habe und das seitdem in meiner Camera Roll geschlummert hat.

Das Leben ist tödlich.

Zu schön. In der Headline „tobt das Leben“, während unter dem Motiv der rechtlich notwendige Warnhinweis prangt, Rauchen könne „tödlich sein“. Ob das meinem werten Kollegen nicht aufgefallen ist oder die Firma es offensiv genau so haben wollte?