Der Freitag

Habe ich mich jetzt (auch) angemeldet. Vielleicht lässt sich dort ja der ein oder andere Beitrag zweitverwerten. Allerdings müßte die Qualität hier natürlich ein bißchen steigen.
Man kann die Anmeldung also als eine Art Motivation verstehen.

„Dann strengen Sie sich mal an, Herr S.“

Die meisten Beiträge auf ANLEGENHEITEN sind doch (bis jetzt?) eher neben der Lohnarbeit so dahingerotzt. Die gelungeneren würde ich dann ebenfalls auf meinem FREITAG veröffentlichen. Zumindest denke ich mir das so. Dazu soll der Titel dort (ANGELESENHEITEN) möglicherweise mehr als nur Abwandlung meines Heimblogs sein; mehr als Wortfamilienwitz. Für irgendwas muß das Studium ja nützlich gewesen sein.

Germanistik mit Schwerpunkt Neuere Deutsche Literaturwissenschaft ist an der Universität mein Hauptfach gewesen. Ich habe gerne studiert. Aber die klassische Interpretation einzelner Werke hat mich nie wirklich interessiert, es sind eher die Metatheorien. Wenig Fragen sind unsinniger als das berühmt-berüchtigte „Was will uns der Autor damit sagen?“ Allgemeingültige Aussagen über künstlerische Texte sind (zumindest für mich) irrelevant. Wichtig ist, was bei mir ankommt.

Subjektivität is king. Hermeneutik sucks.

Das kann bei jedem Leser etwas anderes sein. Was nicht heißt, daß nicht trotzdem über Literatur diskutiert, sich über Belletristik ausgetauscht werden kann. Auf die Schnittmenge kommt es an. Was das genau für meinen FREITAGsblog bzw. die neue Kategorie (tbn) hier heißt, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht einen (Ausschnitt aus einem) literarischen Text zitieren und ihn in einen anderen, sozusagen unAUTORisierten Zusammenhang stellen – je aktueller, desto besser.
Also zu quillp.com/. Als ob die Anmeldung bei einer weiteren Community wenn schon keine Lösung, so doch wenigstens eine Erleichterung wäre. Man ist halt auch als Atheist nicht vor Irrglauben und falschen Hoffnungen befreit.

Das Blog und die Pflicht: Holtzbrinck macht zoomer.de/ nach nur einem Jahr dicht.

Ad Guys

Barats & Bereta Productions nehmen die Werbebranche auf die Schippe. Sie sind damit wahrlich nicht die ersten, aber trotzdem ganz witzig. Hier ist Teil eins:

Teil zwei:
Ad Guys Episode 2 – barats and bereta

Teil drei:
Ad Guys Episode 3 – barats and bereta

Mal schauen, ob und wie es weitergeht. Bin so mittelmäßig gespannt. Würde viel lieber Mad Men gucken, aber da ich die Serie nicht bei iTunes kaufen kann und auch keine Website finde, von der aus ich sie mir hier in Deutschland ansehen kann…

Irgendwie Bloggerpflicht: Da war/ist was mit Bahn-Mehdorn.

#dcc09

Einiges zum designcamp cologne 09

Im ersten Block hielt kopfbunt (Twitter, Blog) eine Session zum Thema Etablierung als Designer. Es ging in erster Linie darum, Wege in die Freiberufung aufzuzeigen. Hier seine Slides dazu:

Gut und sympathisch gemacht. Die anschließende Diskussion war dann eigentlich gar keine, da fehlte ein wenig die Kontroverse. Interessant aber auch die Antworten des selbständigen Kai Müller zu seinem Blog stylespion.de/.

Vermerkt: die Party am Samstag war gut.

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Schade, daß am Sonntag weniger Leute da waren; zumindest für mich der Tag mit den spannenderen Themen. Sessions zu Aufmerksamkeit (von Steffen Bärenfänger, Geschäftsführer der die dcc09 sponsorenden Agentur (noch) NEONagenda), Neuromarketing (leider zu kritiklos gesehen, da wäre ich besser zur spreadshirt-session gegangen) und am Ende eine schwere Entscheidung: Einer der beiden Gründer von Törtchen Törtchen hat in einem tollen Vortrag über die Gestaltungsmöglichkeiten von Schokolade gesprochen. Da werde ich mir die Session zu make.tv wohl hier ansehen müssen.

Vom Samstag gibt es auch ein kurzes Video, in dem man mich sogar bei der Registrierung sieht.

u-bahn, überirdisch

Ich bin Pendler, ich fahre jeden Wochentag mit Straßen- und U-Bahn zur Arbeit und wieder nach Hause. Montag bis Freitag, 45 Minuten hin, eine Dreiviertelstunde zurück. Einstieg Ubierring, Umstieg Poststraße. Von der Südstadt über die Severinsbrücke nach und durch Deutz bis Mülheim. Ausstieg Von-Sparr-Straße.

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Viel Zeit zum Lesen. Manchmal Zeitung, meistens Buch. Aber immer öfter wird das iPhone während dieser Strecke gehabt: Morgens auf dem Hinweg werden die Tweets meiner Verfolgten gescannt, abends beim Gaming abgeschaltet oder sich mit Freunden auf ein Feierabendbier verabredet.

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Oder einfach nur aus dem Fenster geschaut. / Wiener Platz, Home of the Junkies. Aus der Kölner Innenstadt, von Hauptbahnhof und Dom vertrieben, haben sie hier auf der „schäl Sick“ ein neue Unheimat gefunden. Hier ist es allerdings eher trostlos, als daß es es bedrohlich kriminell zuginge. Da hat Köln andere Stadtteile.

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Ich fahre schwarz. In Köln geht das. Die KVB kontrolliert äußerst selten. Und wenn, dann zahle ich die 40,- € gerne; ist jedenfalls viel billiger, als sich ständig ein neues Monatsticket zu kaufen. Richtig genervt bin ich von dem Kleingeldzwang bei Einzelfahrten, seit das Pilotprojekt Handyticket wieder eingestellt worden ist.

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Die Agentur liegt in direkter Nachbarschaft zu JvM, Harald Schmidt und Stefan Raab zeichnen um die Ecken ihre Sendungen auf. In der Keupstraße hat man zur Mittagspause die größte Dönerauswahl der Stadt. Und mit E-Werk und Palladium sind zwei von Kölns Top-Konzertlocations in unmittelbarer Nähe.
Aber wohnen möchte ich hier nicht, also steige ich wieder in die Bahn.

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Photoserien geschossen mit der QuadCamera, einer App für das iPhone.

Partisanenkampf der Buchstaben?

Ich bin Schreiber, verdiene mein Geld mit Texten, Konzepten und Ideen. Dieses Weblog wird aus vielen Gründen betrieben: als Fingerübung und Hobby, aus Spaß an der Meinung und auch ein Stück weit aus dem Verlangen, einfach nur dabeizusein bei dieser Sache, die sie alle Web 2.0 nennen. Ich würde nicht soweit gehen, es als Leidenschaft zu bezeichnen, doch stecken definitiv keine kommerziellen Absichten dahinter.
Nun bin ich auf eine Website namens textguerilla.de/ gestoßen, welche möchte, daß ich eine Petition unterzeichne. Allein, der Inhalt selbiger erschließt sich mir nicht ganz. So heißt es dort oben in der rechten Spalte:

Es nervt!

Keine Texte mehr, die vom Nachbarn geschrieben wurden, weil er mal eine Eins in Deutsch hatte.
Keine Bedienungsanleitungen mehr, die niemand versteht.
Keine Investitionen mehr in Werbeaktionen ohne Response.
Kein „Bitte mal eben schnell drüberschauen“, sondern ein ordentliches Textlektorat.
Und auf Textklau reagieren wir ganz besonders allergisch.

Darunter eine Reklame für mittelmäßig originelle T-shirts. Erst dann folgt unter der Überschrift „Die Petition: Schluss mit schlechten Texten!“ eine Verlinkung zu einer Unterschriftenliste. Da liest man dann Folgendes:

Schlechter Text bedroht die Kommunikationswelt. Die ganze Welt? Nein! Eine wachsende Truppe unbeugsamer Profis leistet dem Sprachverfall tapfer Widerstand. Es reicht!

Nun gut, ein eigentlich löbliches Ansinnen, denke ich mir. Bis ich mir Gedanken über den Sinn dieser Aktion zu machen beginne. Was wird hier bezweckt? Wikipedia definiert eine Petition folgendermaßen:

Eine Petition (lat. petitio „Angriff“, „Ersuchen“) bezeichnet eine Eingabe (Bitte oder Beschwerde) an eine zuständige Behörde oder an eine Volksvertretung.

Man fragt sich, welche Behörde beim Thema dieser „Petition“ zuständig sein, was die Volksvertretung nach der Einreichung der Unterschriften damit anfangen soll. Die Unterschreiberlinge – unter ihnen Kommaverschluderer wie Steffi Wittig und Dagmar Diebels oder Tanja Schumacher, die meint, ihre Zustimmung mit einem Zitat aus ‚Harry Potter‘ bekräftigen zu müssen – können doch nicht ernsthaft wollen, daß schlechte Texte vom Bundestag gesetzlich verboten werden sollen.
Das Ansinnen erinnert mich frappant an die Versuche etablierter Medien, die sogenannte Blogosphäre in Gänze diskreditieren zu wollen. Wer soll entscheiden, wann ein Text gut oder schlecht ist, wenn nicht jeder einzelne Leser/User für sich selbst?

Stichwort: Guerilla

Vielleicht erkennt diese Vereinigung die Staatshoheit deutschsprachiger Länder überhaupt nicht an. Eine vielleicht gar nicht so abwegige Vermutung, heißt es doch im Impressum der Textguerilla lapidar: „Dieses Blog ist ein Gemeinschaftsblog und wird herausgegeben und betrieben von vielen Autoren.“ Als Verantwortliche wird eine gewisse Monika Evers aus Halle genannt – bestimmt eine Strohfrau.
Die buchstäbliche Kleinkampftruppe mißtraut bestimmt auch der Internetenzyklopädie Wikipedia, weil da jeder mitschreiben kann. Nichtsdestotrotz sei hier auf den dortigen Artikel zum Begriff ‚Guerilla‘ verwiesen.
Zu dem Thema ließe sich sicher noch eine Menge schreiben, doch weiß ich gar nicht, ob es das wert ist. Ich denke, die Textguerilleros werden ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. Mehr noch, wahrscheinlich wissen sie noch nicht einmal selbst, was für ein Faß sie da aufgemacht haben; nämlich eins ohne Boden.

Ich hatte niemals noch nicht einmal eine eins in Deutsch. Deshalb gehört das letzte Wort dieses Eintrags einem gewissen -alex-, Nr. 137 der Liste. Wenn man den Nagel so auf den Kopf trifft, dann stört mich auch nicht das kleingeschriebene „h“ am Anfang:

heult doch! Wir alle haben 26 Buchstaben. Es kommt drauf an, was man draus macht.