Jünger, Unernst

Ich bin nicht religiös, würde mich sogar eher als Atheist, denn als Agnostiker bezeichnen. Ganz ironisch ist das Bild unten dennoch nicht zu verstehen. Auch wenn ich nicht an Gott glaube, habe ich doch weite Teile der Bibel gelesen. Religion ist halt ein wesentlicher Bestandteil der Kultur, viele Kunstwerke lassen sich gar nicht richtig bzw. vollständig verstehen, wenn man den religiösen Bezug nicht kennt.
Und Jesus täte gut daran zu twittern, statt die christliche Botschaft über Medien (d. i. die Kirche+) zu verkünden. Ich will hier ja nicht wieder mit Obamas Online-Wahlkampf und dem Schimpfen der Print- und TV-Journalisten auf das Internet anfangen, aber die Parallelen sind da.

followchrist

Ich habe auch so gut wie nie eine eCard verschickt. Jetzt verschicke ich kaum noch eMails, also erst recht keine eCards mehr. Ich kommuniziere während der Arbeit über Skype und mit Freunden über das sogenannte Web 2.0 (Twitter, Facebook, Brightkite, aka-aki). Da versendet man höchstens Links. Oder postet es – wie hier und jetzt – direkt in seinem Blog.

Die NYTimes hat das verstanden, die FAZ schreibt immerhin schon drüber.

vid/meo

Während man beim Guardian einen relativ langweiligen TV-Spot bestaunen kann, für den Bob Dylan seinen Song „Blowin‘ in the Wind“ hergegeben hat, ist er auf der Videoplattform Nr. 1 im Web „nur noch ohne Musik (zu sehen), weil der Audio-Track, nicht von WMG autorisiert“ worden ist. (via off-the-record.de/).
Find‘ ich gut.

Apropos Youtube: Schon erstaunlich, wie toll der – zurecht! – umjubelte Auftritt der Pet Shop Boys bei der gestrigen Verleihung der Brit Awards in 10min/00sek gepasst hat. Aber schaut selbst:

[YouTube-Nutzer des Videos gelöscht worden.]

Reminder: Wer besitzt YouTube? Richtig. Google Translate übertreibt es mit der Corporate Identity aber dann doch ein wenig.

Das Beste zum Schluß

Okay, aus der Tagesschau. Passt aber nicht wirklich zum Thema dieses Blogeintrags. Endlich mal eine gute Pleite: NPD.

buntgemischtes

Nicht nur im Job gilt: Sleep is for Sissies. Was tut man nicht alles, um die Arbeit nicht zu verlieren.

Meinungsforschung ist auch nicht mehr das, was sie zu sein vorgegeben hat. Dafür habe ich meine gute Tat für heute schon erledigt. Trotzdem hier noch eine Warnung.

Aber egal: Wir werden sowieso alle sterben! Als Trost noch zweimal DE:BUG, die Bibel als a) Social Network und b) Graphik.

linkER stuff

Damit wir es schnell hinter uns haben: Die FAZ hat etwas über twitternde Promis geschrieben. Natürlich wie immer ohne jeglichen Link, wie @DonDahlmann sofort richtig erkannt hat.

Über die QuadCam für das iPhone habe ich ja schon berichtet. Jetzt gibt es ein Programm, welches aus den Viererschnappschüssen unkompliziert und bequem ein animiertes .gif bastelt. Tolle Sache! Kommt mit der richtigen Serie bestimmt auch mal hier im Blog zum Einsatz.

PLYDRK

PLYDRK

Zwar ohnehin schon vor einigen Tagen bei thefwa.com/ erwähnt worden, muß ich aber trotzdem nochmal auf yourplayground.org/ hinweisen, obwohl der eigentliche Wettbewerb bereits vorbei ist. Es macht – besonders Kindern – einfach Spaß, eigene Spielplätze zu designen. Really cute site!

de:bug

Hier noch ein paar interessante Artikel aus dem Magazin für elektronische Lebensaspekte:
Gadgetmania, ausgelöst durch die neue Irrelevanz des Contents
Niedergang der klassischen Werbung
– ‚AdSense‘ / Googles Rivalen
– neue Webwerbestrategiestandards
Hinweis zu diesem Film

The Eames’ “A Communications Primer” from FI$H 2000 on Vimeo. (entfernt)

allerleirauh

Gerade in der Papierausgabe der W&V über stream5.tv/ gelesen; vielleicht bringt das in Deutschland ja das Internetfernsehen ein wenig voran. Nur ein Hinweis, hat mit dem eigentlichen Thema dieses Blogeintrags wenig zu tun.

Rumpelnde Überleitung: der Fernsehsender arte hat mal eine Doku über Hugo Chávez ausgestrahlt (und ich bin zu dämlich, sie hier einzubinden, deshalb hier der Link).

The Revolution Will Not Be Televised

Angestoßen durch einen zugegebenermaßen einseitigen Kommentar von Lutz Herden auf der neuen Website des Freitags hat Sascha Lobo auf seinem Blog zum Rundumschlag gegen sämtliche Netzjounaillen ausgeholt, die gerne das linke Sprachrohr wären. In seinen Augen fallen sie alle durch, ob nun Spiegel, TAZ oder wer sonst.

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Selbst wenn man dem zustimmt (und allzuweit bin ich von seiner Position gar nicht entfernt), dann ist die harsche Kritik am Aufhänger trotzdem überzogen, wie ich finde. Klar, er läßt die Schattenseiten der Regierung Chávez außen vor. Doch es ist ja auch ein Kommentar und kein um Ausgewogenheit und Objektivität bemühter Artikel. Als wohlmeinender Leser gehe ich davon aus, daß Herden eher das zögerliche Verhalten der Regierung Merkel angesichts der Krise kritisiert und weniger an einer Verherrlichung der venezuelanischen Zustände interessiert ist. Nach dem Motto: Da wird zumindest irgendetwas anderes versucht, statt einfach den Status quo aufrechterhalten zu wollen. Einen zweiten Blogbeitrag habe ich auf meinem Freitagsblog allerdings auch noch nicht gepostet. Ebenso seit Tagen nicht mehr kommentiert, aber die Löschung meines dortigen Profils verlange ich jetzt auch nicht.

The Internet Revolution Did Not Take Place

Man muß sich die Entwicklung von freitag.de/ noch ein wenig länger anschauen, um nicht vorschnell zu urteilen. Und fast will es mir scheinen, als daß Lobo mit seiner Sehnsucht nach einem linken Leitmedium im Netz genau in die Falle getappt ist, vor der er selbst ständig warnt. In den unendlichen Weiten des Internets mit all seiner Zersplitterung wird es eine solche Sammelstelle auf Dauer nicht mehr geben. Nur noch kurzfristige Zusammenschlüsse für konkrete Einzelfälle, die dafür durchaus mit nie gekannter Schlagkraft.
Alles andere ist ein Märchen.