divers

Greenwashing kann schwierig sein. Wer nimmt schon einem Atomkonzern ab, daß er jetzt auch auf erneuerbare Energien macht? Und selbst wenn eine Klamottenmarke komplett auf Biotextilien umstellt, bringt das den pakistanischen Näherinnen immer noch nicht wirklich was. Alles sehr komplex. Wie schaffen es die Unternehmen aus dem Silicon Valley dann trotz all ihrer Unzulänglichkeiten als „die Guten“ dazustehen?

Wenn ich jetzt anfangen würde, im Internet Würmer für Angler zu verticken, sodass ein paar alte Lädchen dichtmachen müssten, dürfte ich im Valley wahrscheinlich auch behaupten, ich hätte die Welt verbessert. Überall sonst würde man mich auslachen.

Alard von Kittlitz kotz sich in der Zeit genau darüber aus – in Frage der Perspektive, die ja immer nur einen Bildausschnitt darstellt. Spindoktoren würden wahrscheinlich behaupten, es sei alles eine Frage der richtigen PR. Und da ist momentan ein Feld echt angesagt.

Die neoliberale Denke geht da sogar noch einen Schritt weiter. Diversity wäre nicht nur lästige Gesellschaftspflicht und mehr als nur moralische Abschreibungsmöglichkeit. Sie sei nicht nur relativ billig zu haben – im Gegenteil: Vielfalt wird als Wettbewerbsvorteil deklariert.

Da ist unter bestimmten Prämissen sicher was dran. Als Gegenbewegung könnte man aber auch erst einmal den Wikipedia-Artikel zu Intersektionalität lesen.

Notes KW 07/17

Auf der Party gibt es zwei Smalltalkthemen: Dass man ja eigentlich gar nicht herwollte und dass es hier Nutten gebe. Die meisten Frauen, die das sagen, gucken verächtlich, die meisten Männer, die das sagen, versuchen zumindest verächtlich zu gucken, drehen sich dann aber doch lieber um.

So enttäuschend kann eine Berlinale-Party sein – WELT lese ich eigentlich wegen RvR. Oder, um mich aufzuregen.

To call this past weekend in the Trump administration a garbage fire would be a disservice to garbage fires, which at least shed light and get rid of garbage.

Michael Flynn is gone and everything is fine, just fine, great – The Washington Post zeigt, wie man in einen Text über Trumps Präsidentschaft einsteigen sollte. Ob die folgende Ikea-Analogie so glücklich gewählt ist, weiß ich allerdings nicht. Oder sie trifft makabererweise gerade deshalb.

Going forward it would be interesting to equip agents with the ability to reason about other agent’s beliefs and goals.

Google Test Of AI’s Killer Instinct Shows We Should Be Very Careful – Gizmodo

Sie hatte viele Affären, meist flüchtig, einmal gar Gruppensex – doch eine ernste Beziehung vertrug sich nicht mit ihrem Konsumverhalten: Ingeborg Bachmann liebte die Lyrik und das Pathos und italienische Schuhe und Sex und Wein und ihre Zigaretten, und sie kostete das alles in vollen Zügen aus.

Start der Serie «Verliebte Literaten»: Ingeborg Bachmanns dramatisches Liebesleben in der NZZ

Since it’s illegal in most countries to profile individual travelers, customs officers will soon require everyone to do this.

I’ll never bring my phone on an international flight again. Neither should you. Ich wiederhole mich und es tut mir auch leid, aber wer jetzt in die USA reist, der kollaboriert mit dem Trump-Regime. Das Telephone-Problem werden wir allerdings an immer mehr Grenzen bekommen. Übrigens auch schon vor zwei Jahren bei der Einreise in Trudeaus Canada, wie der Artikel dankenswerterweise erwähnt.

TRU vs TRU

Okay, dieses längere Zitat wollte wollte ich nicht einfach in den wöchentlichen Links verstecken. Paste liefert hier nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Handschlagkritik. Ja, genau.

»He started off brilliantly by closing the distance between himself and Trump, meaning that if the president tried to pull him forward, the two would collide—mutually assured destruction. Immediately, he took away his opponent’s greatest strength. Then he engaged Trump in a shoulder grab—a total power move that Trump countered with a shoulder/neck grab of his own. As the two men grimaced at each other, Trump created some distance and went back to old faithful: The grip-and-yank. If you look closely at the 4-5 second mark, Trump tries to tug Trudeau’s arm toward him, but for the first time since he took office, his opponent was ready: Trudeau held firm, resisted the yank, and held his ground beautifully. Finally, Trump tried to squeeze the hell out of his hand and go over the top for leverage, but Trudeau wouldn’t budge. The president gave it one more try, to no avail, and at the 7-second mark he ran out of gas. After exchanging a meaningful look with Trudeau, as if to recognize a worthy adversary, he dropped the Canadian’s hand and beckoned toward the cameras.

In my official ruling, this is a draw, but it’s a stunning, impressive result for Trudeau nonetheless. Just as in European championship soccer, getting a draw on the road is almost like winning, and for Trudeau to perform so admirably on enemy turf is a triumph for all of Canada.

Unfortunately, this probably means Ottawa is getting nuked. But it was worth it to see the first small crack in the armor of the Ivan Drago of handshakes.«

(via)