Startupidee midlifecrisel.de

Funktioniert wie kleiderkreisel.de, nur daß man dort statt seiner gebrauchten Klamotten die Anschaffungen tauschen und verkaufen kann, mit denen Männer eines bestimmten Alters meinen, ihre innere Lebensunsicherheit kompensieren zu können und deren ablenkender Effekt lediglich von kurzer Dauer ist.

(Blöd nur, daß meine Midlifecrisiskäufe komplett aus überteuerten Streetwearklamotten bestehen, für deren Tragen ich eigentlich zu alt bin…)

In Shop gemeißelt

Leseliste zu Offline-Geschäften, komme gerade nicht dazu, etwas darüber zu schreiben. Statt eines ausufernden Kommentars hier also einfach die Links:

Ziegel & Mörtel klingt im Deutschen auch nicht besser als ❝stationärer Handel❞.

Who put the Faschos in Fasching?

Typ in einem 08/15-Piratenkostüm aus Vollplastik gesehen – soweit, so lame. Aber dann hatte er das Ganze mit einer selbstgebastelten ❝Captain Deiters❞-Schärpe getunt; das hatte dann wieder was.

Der Südstadtzug am Karnevalsdienstag auch dieses Jahr wieder sehr grün, mit mehr oder weniger nachhaltigen Kostümierungen, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Paar Pro-EUs in Blau waren auch dabei, plus eine Truppe, die Multikulti feiern wollte – ausgerechnet als Indianer verkleidet.

Das ist jetzt nicht gerade Blackfacing oder Aalst, aber etwas Reflektiertheit hätte der Sache schon gutgetan; einfach vorher mal Cultural Appropiation googlen.

Falls ich mich jemals verkleiden sollte, dann als Meta-Kommentar zu ebendieser Unart. Doch wie stellt man das an? Weißes T-shirt anziehen, auf dem einfach nur ❝Chinese❞ steht? Vielleicht wüßte Captain Deiters eine Antwort darauf.

Money in Mode

Schon vor einiger Zeit den Artikel „Payment instalments are now a fashion marketing play“ gelesen, darin geht es um die Zahlungsmöglichkeiten in Onlineshops. Das werden immer mehr, neben Kreditkarte und PayPal tauchen da nun Services wie Klarna auf bzw. drängen aggressiv auf den Markt. Bei allen handelt es sich um sogenannte Laterpay-Optionen – Kunden bekommen gegen Gebühr die Möglichkeit, den Rechnungsbetrag später zu bezahlen oder in Raten gestückelt. Shoppen auf Pump, wenn man ehrlich ist.

Modemmarken sind die Speerspitze dieser Entwicklung, besonders nicht gerade lebensnotwendige Luxusartikel leistet man sich vielleicht eher nebenher, wenn man sie nicht sofort und auf einen Schlag bezahlen muß. Kein Wunder also, daß Fashion-Brands die Implementierung solcher Services als Marketinginstrument begreifen, senkt das Anbieten doch bei vielen die Kaufschwelle. Klarna, Afterpay et al. wiederum tun momentan viel, um nicht nur ihre Userzahlen, sondern in erster Linie ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Warum?

In 2019, payments-related companies accounted for $12 billion of the total $40 billion in financial tech funding in 2019, tripling in the last five years.

Stimmt das wirklich? Die entscheidende Frage ist wahrscheinlich, was alles zu „financial tech“ dazugezählt wird und was nicht. Aber mehr als ein Viertel investiert in verschleierte Kreditanbieter finde ich schon ziemlich erschreckend. Das hat für mich nichts mehr mit digitalem Fortschritt zu tun. Wenn man dann noch im Artikel liest, daß vor allem junge Leute darauf anspringen, sortiert man diese Entwicklung irgendwo zwischen convenienter Schuldenfalle und Abzocke as a Service ein.