Etwas verraten

Ich erinnere mich noch sehr schwach daran, es an der Person(alie) Sigmar Gabriel festgemacht zu haben, auch nur in Erwägung zu ziehen, jemals wieder SPD zu wählen. Der ist seit der neuen GroKo jetzt „nur noch“ einfacher Bundestagsabgeordneter, das scheint alles schon so weit weg zu sein.

Daß Olaf Scholz nach dem Hamburger G20-Desaster auf Bundesebene auch nur kommisarisch noch mal ein Bein auf die Erde bekommt, hatte ich kategorisch ausgeschlossen. Jetzt bekleidet der Mann einen der – wenn nicht den – wichtigsten Ministerposten überhaupt. Und ab nächsten Monat dann also Andrea Nahles.

Und dazwischen die Episode Schulz. Damit man die wohl nicht so schnell vergisst, erscheint jetzt ein Buch. Aus dem veröffentlicht SpOn einen Auszug über einen Besuch im Tonstudio. Ich fand die Lektüre nicht nur witzig, weil ich da selbst öfter zur Gastarbeit bin.

Tote Hose XXL

Die Bestattung in Übergröße geht den Angaben nach ins Geld: Schon beim Sarg fielen Mehrkosten an, sagte Lenzen. Ein Standardsarg sei zwei Meter lang und 65 Zentimeter breit. „Bei 90 Zentimeter Überbreite sind die Materialkosten natürlich höher.“ Und auch die Auswahl falle entsprechend dünn aus. Die Produktpalette sei kleiner. Dieses Problem hätten aber auch besonders große Menschen.

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Bei der Abholung des Leichnams brauche es anstelle von vier Trägern dann schon einmal sechs. Dasselbe auf dem Friedhof. „Die Gebühren werden nach der Anzahl der bereitgestellten Mitarbeiter berechnet“, sagt Gunther Butzmann, Bereichsleiter Friedhöfe Potsdam. Ein Träger kostet den Angaben nach 45 Euro. Bei Abholung des Leichnams zu Hause und Friedhofsträgern, die den Sarg zum Grab bringen, kann die Bestattung da schon mal mehrere Hundert Euro mehr kosten.

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Für das Grab selbst fallen laut Butzmann keine Mehrkosten an. „Die Gräber haben eine Größe von 2,50 Metern mal 1,25 Meter. Da sollte jeder Sarg reinpassen.“ Korpulente Leichen werden ihm zufolge auch eher eingeäschert. Verbandssprecher Lenzen nach haben aber nicht alle Krematorien Öffnungen, die groß genug sind.

aus: Berliner Zeitung

Anstelle eines Threads:

Ich vor ein paar Stunden so. Doch dann ist mir noch mehr zum Thema eingefallen. Der Reihe nach:

Zur Erinnerung: VICE, das sind die mit folgender Zeile im Title Tag ihrer Website: „Unbequemer Journalismus und Dokus zu allem, was wichtig ist auf der Welt.“ Mein erster Gedanke: Maggi gehört doch zum Nestlé-Konzern, die sind jetzt nicht so bekannt, eine besonders gute Presse zu haben. Auf vice.de ist die Suchfunktion nicht gerade ergiebig; ein Umweg über Google zeigt auf den ersten Blick jetzt nicht gerade superkritische Artikel über den Schweizer Nahrungsmittelriesen. Es scheint da eher um Zuckerreduzierung als Wasserprivatisierung zu gehen.

Was mir besonders gut gefällt: Über Startseitenteasern für Zusammenarbeiten wie Ich habe eine Woche auf Essengehen verzichtet und alles selbst gekocht prangt heute eine fette Banner Ad des Lieferdienstes Foodora. Das bleibt übrigens auch so, als nach meinem Tweet diese Native Ads nicht mehr „Partner Content“, sondern „Anzeige: präsentiert von …“ genannt werden. (Screenshot 1, Screenshot 2) Diese Partnerschaft ist wohl von längerfristiger Dauer. Zum Glück wird bei VICE strengstens zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten getrennt.

Was man beim deutschsprachigen Ableger der VICE neben dieser Trennung noch gut kann: sich über Influencer lustig machen. Insbesondere die aufgesetzte Art, wie plump die beworbenen Produkte in Szene gesetzt werden. Das könnte dem achsoauthentischen Sprachrohr der Digital Native Advertisers nie passieren. Auch nicht hier in Bild 4.

PommDöner 2

Das ist so, als würden sie in deinem Lieblingsdönerladen plötzlich die Pommes auf das Fleisch tun und nicht das Fleisch auf die Pommes. Und dann beschwerst du dich darüber, und plötzlich sagt jeder andere „Das ist doch so richtig ist und nicht andersrum.“

Not sorry.

Oder so.

State of the Unionizing

Während Tech-Unternehmen im großen Stil daran „arbeiten“, Gewerkschaften zu umgehen oder ihnen gleich den Garaus zu machen, gibt es aus recht unerwarteten Ecken plötzlich Bestrebungen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Im Falle von YouTube etwa nicht ganz unproblematisch. Aber auch bei den ProGamern gibt es vermehrt Versuche in diese Richtung.

Sorry.

Derweil wollen die Bemühungen eingesessener Gewerkschaften wie ver.di oder IG Metall um mehr Einfluß bei Startups und New Work nicht so recht fruchten.