Notes KW 18/17

Wer sich trotz der Freude über die Wahl Macrons, die ja in weiten Teilen eine Freude über die Verhinderung von Le Pen ist, nicht, dem sei die Stimmenanalyse des erstes Wahlgangs in der FAZ zur Lektüre empfohlen.

Wer „Lügenpresse“ sagt (wenige) oder denkt (verstörend viele), meint damit nicht, dass alles in der Presse gelogen sei. Er stellt sich damit selbst einen Freibrief für selektive Wahrnehmung aus: Ich glaube nur Artikel, die mir in den Kram passen.

Facebook und die Filterblase: Kolumne von Sascha Lobo – SPIEGEL ONLINE

Dann ist auch egal, wenn Ariana Grande später im Interview sagt, dass sie sich für den Feminismus auszieht. Weil sie ja angeblich komplett selbst entscheidet, so viel Haut zu zeigen. Masturbiert wird am Ende immer auf den Arsch und nicht auf die Selbstbestimmung.

Verrat – Das Magazin

Three in four Venezuelans said they had lost weight last year, an average of 19 pounds, according to the National Poll of Living Conditions, an annual study by social scientists. People here, in a mix of rage and humor, call it the Maduro diet after President Nicolás Maduro.

Venezuela Is Starving – WSJ

Scholz2Friends, Car&Go

„Proud to share“ – rly?

Als ob der Begriff der „Sharing Economy“ nicht schon seit Jahren kritisiert wird. Entweder als zu ungenau, zu undifferenziert, zu unwirtschaftlich, zu zweischneidig, zu euphemistisch, zu verschleiernd. Der Name ist längst zum PR-Schlagwort verkommen; Agendasetting für Führerscheinneulinge.

Ich kenne die Hintergründe nicht. Aber dafür ging der Etat nach nur anderthalb Jahren von TBWA zu Scholz & Friends? Und dann wollen sie den Claim jetzt auch noch ganz stolz jedem ihrer Wägen auf die Seitentüren pappen. (Neulich ging ich durch das Dorf und kam an einem car2go vorbei. „Jetzt ein Auto“ stand da auf dem Smart. Und ich dachte nur „Früher eine Dose“.)

Notes KW 17/17

Wiebke M. ist 27 Jahre alt, hat an einer Kunsthochschule studiert und fotografiert unter anderem für die Werbebranche. Neben Modelabels haben von ihrem Talent auch die Identitären profitiert. Wiebke M. hat Standards für die Bildgestaltung der rechtsextremen Gruppierung entwickelt und gehörte einer geschlossenen Facebookgruppe an, die IB D Film Organisation heißt.
Götz Kubitschek hatte vor Jahren selbst schon einmal vergeblich versucht, eine neurechte Spaßguerilla aufzubauen. Heute unterstützt er die Identitären.

Identitäre Bewegung: Die Scheinriesen | ZEIT ONLINE

Umfragen zufolge tragen sich zwölf Prozent der Mélenchon-Wähler tatsächlich mit der Absicht, für die Kandidatin der Front National zu stimmen. »In dieser Situation weiterhin die Sphinx zu spielen, ist unverantwortlich«, meint ein Kommentator.

nd vom 27.04.2017: »Mélenchon spielt mit dem Feuer« (neues-deutschland.de)

Ich weiß nicht, ob Martin Schulz auch an mich denkt, wenn er von den hart arbeitenden Menschen im Land spricht. Angesprochen fühle ich mich nicht. Ich bin gern faul.

Debatte Veränderte Arbeitsmoral: Es gibt ein Recht auf Faulheit – taz.de

Jedes Mal, wenn ein Nutzer auf Facebook einen Post liked, addiert der „Corrupter“ automatisch eine Vielzahl weiterer, zufällig ausgewählter Likes. Dem Nutzer selbst und seinem sozialen Netzwerk werden diese nicht angezeigt, für Analysten sind die Daten damit jedoch unbrauchbar.

Kampf der Filterblase: Diese Tool hilft gegen Manipulation | W&V liest sich in der Theorie ja ganz nett. Hat schon jemand eine fundierte Kritik dieser Aktion von Handelsblatt und Grey abgeliefert? Ich werde ja schon skeptisch, wenn ich lese, daß es den DataCorrupter nur als Chrome-Plugin gibt.

Notes KW 16/17

The Kardashians have taught us that any and every experience can be, and frequently is, monetized and offered up for consumption. But we have also learned that these experiences can often also tell us something authentic, and occasionally meaningful, about how people interact, think, and feel in late capitalism.

The Profound Silence of Kendall Jenner – Ich hatte letzte Woche schon ein anderes Zitat aus diesem NewYorker-Artikel getwittert.

Wenn man bei Negt und Kluge den Begriff des Proletariers durch den des Pegida-Anhängers ersetzt und „bourgeois“ durch „liberal“, führt das zu einem Verständnis dessen, was mit der „Lügenpresse“-Kritik gemeint sein könnte.

Die taz und die Neuen Rechten: Die Lügenpresse, das sind wir – taz.de mit einer vernünftigen Portion introspektiver Selbstreflexion.

Für linke Theoretiker könnte die rechte Umprogrammierung ihrer dekonstruktivistischen Perspektive eine Mahnung sein, sich nicht durch die Eigendynamik modischer Versatzstücke einlullen zu lassen.

Neoreaktion im Silicon Valley: Wenn Maschinen denken

It’s all about the bull. If it were placed anywhere else, Fearless Girl would still be a very fine statue — but without facing Charging Bull the Fearless Girl has nothing to be fearless to. Or about. Whatever. Fearless Girl, without Di Modica’s bull, without the context provided by the bull, becomes Really Confident Girl.

seriously, the guy has a point

Figaro hier, Figaro dort.

Fragen Sie Eleonore Büning: Wieso gehen Dirigenten so oft zum Friseur?