Lieblingstweets 06.18

Testtest. Was mit Paste gebastelt. Wie sieht das denn aus?

Gar nicht so schlecht. Tweets mit Bildern mußte ich allerdings rausschmeißen, die kamen zumindest in der Vorschau irgendwie doof rüber. Aber mal gucken, wie sich die Präse hier verhält, wenn ich gleich das Browserfenster resize.

Okay, die eingebundenen Tweets laden sehr langsam. Oder nur bei mir? Aber sowas hatte ich mir ja schon immer für Deckset gewünscht. Ich dachte da an eine Website zum Showcase seiner Präsen, aber embedding ist ja fast noch besser. Well done, Fiftythree.

Budwhiter

Hier ein Beispiel dafür, daß gute Case-Videos noch wichtiger als die eigentliche Werbeidee sind. Grupo DDB Latina hat mit dieser cleveren Kampagne für Budweiser in Cannes den Grand Prix Print & Publishing gewonnen. Das ist um die Ecke bzw. mit einem Twist und trotzdem total simpel. Dazu arbeitet es trotz medialer Klassik mit den heutigen Onlinerealitäten. Nur, daß sie statt „Google it“ eben „Search it“ sagen müssen.

Der Case-Film nimmt das noch nett auf „million dollars reasons“, schön nostalgische Rockmusik drunter, usw. Alles sehr gut gemacht. Aber wie es so meine Art ist, gilt es natürlich auf das Haar in der Plörre hinzuweisen. Das Video liefert selbst einen Hinweis.

Bei Budweiser haben sie nämlich erst kürzlich beschlossen, von Black Music die Finger zu lassen und statt dessen lieber auf Country zu setzen. Donald Trump gefällt das sicher. Whassup?

Melanias Mantel

Bester Absatz aus: Interrogating Melania Trump’s Statement Jacket and Its Fast-Fashion Fascism

It was, as they say in high-school dress codes, inappropriate. Pressed for comment, the First Lady’s office declared, „There was no hidden message“—quite sensibly so, for, as the world immediately observed, its message was readily legible. But the statement stretched too far in expressing a hope that „the media isn’t going to choose to focus on her wardrobe.“ The former Melania Knauss began a career in commercial modeling at the age of sixteen. Wearing clothes is her foremost métier, and the clothes she was wearing, in the context of her husband’s inhumane treatment of immigrants, and everyone else, constituted the most significant conjunction of clothing and incipient fascism since Hugo Boss débuted his collection for fall/winter 1938, unless you count the snapback MAGA cap.

Ich mag ja den Sprachstil, den sie beim New Yorker selbst bei Modethemen pflegen. Und ich muß wohl „Metropolitan Life“ von Fran Lebowitz lesen.

Stadt, Land, Puls

Die Leute beschweren sich gerne darüber, dass Metropolen rund um den Globus mittlerweile alle gleich aussehen. Überall wird im selben Architekturstil gebaut. Und in den Innenstädten immer die gleichen Geschäftsketten – ein McDonald’s® neben einem H&M® neben einem Starbucks®. So weit, so klischeekritisch. Solange zwischen all den Allgemeinplätzen noch das eine oder andere Fleckchen für ein Distinktions-Instagram übrigbleibt, stört das den Städtetripper nur bedingt.

Skyline welcher Stadt?

Wenn er dann wieder zuhause ist, dann postet er nach den Urlaubsselfies ebenso gerne kleine Alltagsbeobachtungen mit Abbindern wie «only in New York» oder «dit is Berlin». Wobei es sich in 90 % der Fälle um banalurbanes Zeitgeschehen handelt, das genau so auch in jeder anderen Großstadt abläuft. Stell Dir vor, Hauptstadtbewohner, auch in Köln sieht man schräge Vögel in der Bahn, auch in München hat der Kellner mal einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen.

Meine gar nicht so steile These: Leute, die so etwas schreiben, sind selbst erst vor einigen Jahren aus ihrem Provinzdorf zugezogen. Und alle, die später gekommen sind, sind schuld an der Gentrifizierung.

Scheiß auf Uploadfilter

Gestern Abend wurde ich mir mal wieder meiner Filterbubble gewahr. Aber nix von wegen Internet. Es ging überhaupt nicht um gleichgeschaltete Timelines in Social Media – ganz im Gegenteil.

Ich sah gestern Markus Lanz – seit Jahren das ersten Mal, wenn ich das überhaupt schon einmal geguckt hatte. Richtig gelesen: TV. Einfach dem letzten Fußballspiel nicht abgeschaltet.

Und was der greise Edmund Stoiber da zum Großteil unwidersprochen in die Kameras sagen durfte, das ließ mir wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Das ist also die Realität des politischen Diskurses. Wirklich gruselig. Nein, eher zum Kotzen. Wieso setzt man da einen CSU-Mann zwischen die Sportköppe und immerhin Robin Alexander? Das ZDF-Publikum hart am Klatschen und kaum Widerspruch.

Haha, Internet. So werden Wahlen gewonnen. (Und mit der Bild-Zeitung.)