Mach kleinen Scheiß

Julia Bönischs (SZ) „Blick auf den Journalismus“ offenbart eine depremierende Sicht auf die produzierende Seite des Nachrichtengeschäfts. Etwa:

Die Redaktionsleitung, die sich ausschließlich über Inhalte definiert, gehört zunehmend der Vergangenheit an. Stattdessen tritt eine neue Generation in die erste Reihe, die sich viel mehr als Manager und Produktchef definiert, die nicht mehr nur in Formaten und Texten, sondern in Workflows und Prozessen denkt.

Mann muß sich vor Augen führen, daß hier eine Karrieristin in einem „Medienmagazin“ schreibt. Für Bönisch scheint der Journalismus nur ein Weg nach oben zu sein; sie hätte statt der Verlags- auch jede Branche wählen können. Obwohl sie führungsqualitative Neoliberalismen wie „von gewohnten Hierarchien und linearen Top-Down-Strukturen verabschieden“ aneinanderreihert, fällt in ihrem langatmigen, unwuchtigen Text kein Präfix häufiger als „Chef-“ und die Headline lautet „Wir brauchen gute Manager an der Spitze von Redaktionen“. Und die Genderkarte wird nur gespielt, wenn es gerade hilft.

Leute, die Ahnung von Inhalten haben, stören da nur. Aber die wollen meist sowieso gar keine Karriere machen – weil man da trotz allem Machermantra mehrheitlich verwaltet, nicht gestaltet.

Reisepläne

Um Weßlings Zeit-Text „Wer noch ins Flugzeug steigt, ist ein Klimasünder“ gab es wohl ein wenig Aufregung. Trifft bei so einigen anscheinend einen empfindlichen Nerv – einfach mal die Drunterkommentare checken. Ich muss ihr total recht geben: Fliegerei gehört generell geächtet.

Denn es wird immer mehr in der Welt herumgeflügelt. Weshalb auch immer neue Reiseführer-Webseiten auftauchen – als ob es davon nicht schon wirklich genug geben würde. Doch allein in den letzten Wochen sind mit Dorsia, Trippin und Wandering Through gleich drei recht ähnliche Angebote auf meinen Radar erschienen – schick designte Tipps für Städtetrips. Könnt Ihr selbst ganz gut am Beispiel New / York / City vergleichen, für das natürlich jede Seite noch so alternative Insider-Guides im Angebot hat.

Umkleidekabine

Vogue Business diese Woche mit gleich zwei Artikeln über Modeläden. Zum einen wird erklärt, wieso der Onlineservice RENT THE RUNWAY physische Geschäfte eröffnet. Und warum der Traditionshändler NORDSTROM einen großen FlagshipStore aufmacht, während er überall sonst kleinere Filialen schließt.

Horizont vermeldet derweil, daß ausgerechnet das etwas schnarchige BONPRIX in Hamburg einen Laden namens Fashion Connect eröffnet.

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Habe erst mal den Gratis-Monat bei DAZN gebucht und bin zumindest zufrieden genug, daß ich wohl erst nach dem Ende der NBA Saison wieder kündigen werde. Ich hatte einfach vergessen, wieviel Spaß Basketball-Gucken macht. Als ich das letzte Mal die Playoffs derart aufmerksam verfolgt habe, haben noch Spieler wie Michael Jordan und Clyde Drexler auf dem Platz gestanden.

Ich weiß, sie werden den 0:2-Rückstand kaum aufholen können, aber ich drücke den Rockets gegen die Warriors die Daumen.

Die Trailblazers würde ich lieber in den Conference-Finals sehen als die Nuggets. Etwas aussichtsreicher, aber auch nicht einfach.

Den 76ers würde ich den Vorzug vor den Raptors geben. Nur bei Bucks vs Celtics kann ich mich nicht wirklich entscheiden bzw. stehe dem recht indifferent gegenüber.

„Geht so“ lautet auch mein Urteil über die recht neue Video-Berichterstattung auf BILD.de namens Crunchtime. Der Fokus auf die (auch nur möglichen) Deutschen in der NBA nervt, außerdem ist einmal die Woche in dieser Saisonphase zu wenig. Und wieso hat die Show keinen eigenen YouTube-Channel?