vierzig

Bin ich selbst. Also alt. Und damit praktischerweise wohl gerade so dem Kindergarten entkommen, wenn man Caroline Rosales glauben schenken mag. Mit einem viel netteren Spin (und lockereren Schreibe) hat ein paar Tage zuvor bereits jemand beim SZ Magazin in dieselbe Kerbe geschlagen.

Ich lasse mich nicht mehr von Fremden duzen, auf meinen Kaffee­becher bei Starbucks sollen sie gefälligst »Herr Dirk Gieselmann« schreiben. Ja, ich freue mich darüber, kauzig zu werden. Vielleicht beginne ich demnächst, Züge zu fotografieren und ihre Nummern in einem ledernen Büchlein zu notieren. Nicht weil mich Züge sonderlich interessieren, sondern weil ich ein Hobby haben möchte, das so langweilig ist, dass es nicht zum Trend wird, den dubiose Blogger ausrufen könnten.

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Etwas anderer Zusammenhang, aber meine Lieblingswortschöpfung der letzten Woche lautet »Neo Millennialism«.

Werbung & Wahrheit

Gabriel ist die Wahnsinnigkeit eines eingeschränkten Angebotsversprechens aufgefallen. In einer neueren Version dieses TVCs nämlich fällt gegen Ende der denkwürdige Satz:

„Endless shrimp is not forever.“

Das hat mich an ein Photo erinnert, welches ich bereits vor längerer Zeit von einem 18/1-Plakat gemacht habe und das seitdem in meiner Camera Roll geschlummert hat.

Das Leben ist tödlich.

Zu schön. In der Headline „tobt das Leben“, während unter dem Motiv der rechtlich notwendige Warnhinweis prangt, Rauchen könne „tödlich sein“. Ob das meinem werten Kollegen nicht aufgefallen ist oder die Firma es offensiv genau so haben wollte?

Notes KW 47/17

aus: How I Got My Attention Back · Wired · by Craig Mod

It’s become common to talk of the “weaponization” of attention. As in: The attention of Americans was weaponized to make facts out of falsities. I think this framing does a disservice to the crux of the problem. It’s not that our attention has been weaponized, a word that vanishes in hyperbole, but rather, mechanized. As in: Our attentions have been wrest from our control, like a flock of android starlings, or a million IP enabled toasters. We were reasonably autonomous things. Now we’re indifferently synchronous, easily manipulated.

Obigen Text habe ich tatsächlich komplett gelesen, von vorne bis hinten. Hat sich rückblickend allerdings nicht ganz gelohnt. Das obige Zitat ist schon der Hitparagraph aus einem ansonsten recht vorhersehbaren Artikel.

Was sich dagegen so in den letzten Wochen auf der Leseliste angestaut hat:

Zum Jahresende also quasi eine Wiederbelebung meiner Links-Serie unter geänderten Vorzeichen. Eben keine nach Konsum für gut befundenen Tipps, sondern eine Erinnerung an mein zukünftiges selbst. Vielleicht komme ich ja zwischen Weihnachten und Silvester zum abarbeiten.

In Klammern die Angabe der ungefähren Lesedauer laut Instapaper. Bin dem Service seit der Übernahme durch die Pest Pinterest gegenüber ja skeptisch eingestellt. Jetzt, da ich browsertechnisch von Chrome zurück zu Firefox bin, könnte ich eigentlich auch gut zu Pocket wechseln, oder?

Neu denken äh wählen oder noch nicht

Für jemanden, dessen Namen FDPiger nicht klingen könnte, war das sofort auf den Punkt gebracht. Deshalb hier noch einmal als schlecht gemachte Grafik, bei der weder Farben, noch Font stimmen.

Und reflexartig schreiben alle den schwarzen Peter den Liberalen zu. Dabei steht das P für Pest, darin ist sich das Internet einig. Ich war auch schnell damit, im Kopf bereits Sachen zu formulieren wie:
„Wahrscheinlich würde es sich der größenwahnsinnige Lindner noch als höchsteigenen Verdienst anrechnen, wenn eine sich selbst zerlegende AfD in demnächsten Bundestag mit 2-3 % weniger Abgeordneten säße.“

Und wenn es einfach keine Neuwahlen geben wird? Wenn sich die SPD unter leicht bis mittelschwer geänderten Vorzeichen doch wieder zu einer Regierungsbeteiligung breitschlagen läßt? Dann hätte die FDP ziemlich viel richtig gemacht.