speise/reste

mindblowing
Soviel im Kopf, Überläufer. Mein Gehirn kann das alles gar nicht sinnvoll prozessieren. Man sagt, geradlinige, zweidimensionale Denkweisen haben ausgedient; aber man muß doch trotzdem etwas auf die Reihe kriegen.
Hauptproblem sind zwei Ideen, von denen ich nicht weiß, welche ich zuerst in Angriff nehmen soll. Aber ein Kampf wird es auf jeden Fall. Ausgang offen, inklusive der Option Übersprungshandlung. Oder doch eher Buridans Esel?

Dafür habe ich das Layout meines Blogs aufgeräumt. Zwei bis drei kleine Widgets (tinyurl-Maker, Soundclound, Lifestream) aus der Sidebar geworfen, im Gegenzug allerdings den „Follow me on Twitter“-Button eingebaut. Und den friendfeed eingefügt. Der ist zwar keine Schönheit, passt aber ziemlich gut zum restlichen Blogdesign, das ja auch eher unaufgeregt und praktikabel daherkommt.

Fehlt eigentlich nur noch die Blogroll. Irgendwann werde ich mich auch dazu aufraffen, immerhin steht die Entscheidung schon, sie dann als eigene Seite anzulegenund nicht noch zu dem ganzen anderen Kram in die Sidebar zu packen.

children of the evolution

Der fast schon wieder in Vergessenheit geratene Viralspot für Dove ist und bleibt trotzdem ein Klassiker der noch jungen Bewegtbildwerbung im Internet. Die Parodie unten habe ich allerdings heute zum ersten Mal gesehen. Die ist ziemlich gut gemacht, wie ich finde. Allerdings kann man sich den Besuch der dort im Abspann genannten Website sparen, ist nur eine billige Linkschleuder.

nachtrag // 02.02.09
Ich habe die beiden untenstehenden Bilder heute auf reclaimyourcity.net/ gefunden.

Ein schönes Statement zur Photoshoppisierung unserer Mediengesellschaft, die zwar durch den Computer ermöglicht wird, aber nun wahrlich nicht auf ihn beschränkt ist.

Zukunft von gestern

Es ist schon keine Binsenweisheit mehr, daß wir in unserem täglichen Leben von Werbung aller Art umzingelt sind, diese abgedroschene Feststellung ist zur Phrase verkommen. Der Werbung kann man nur durch ein abgeschiedenes Eremitendasein in einer Hütte am Arsch der Welt entkommen. Welches Medium wir auch benutzen, ob wir eine Zeitung aufschlagen, den Fernseher einschalten oder uns durch das Internet klicken, überall treffen wir auf Reklame. Man kann sich ihr auf der Suche nach Information und Unterhaltung nicht entziehen. Einzig Bücher bilden heutzutage eine Ausnahme, obwohl ein jeder sich vielleicht noch an die Werbung für Pfandbriefe im Mittelteil geerbter Taschenbücher erinnert.

Das wird mittlerweile unter dem Stichwort PR ja mehr oder weniger subtiler gemacht. Auf einem anderen Feld hingegen heißt es „kleckern statt klotzen“, nämlich wenn es darum geht, das Stadtbild mit immer riesigeren Riesenpostern und leuchtenderen Leuchtlogos der immer gleichen Großfilialisten (H&M, Starbucks, McDonald’s, etc.) zuzukleistern, bis alle Metropolen dieser Welt gleich aussehen und für teures Geld per Stadtmarketing gerebrandet werden müssen, um als Wirtschaftsstandort oder Touristenmagnet in Zeiten der Globalisierung noch als unique zu erscheinen.

Auch wenn sich mancherorts, wie etwa in Sao Paulo, dagegen zu wehren versucht wird, der Trend scheint so unumkehrbar, daß er in vielen Science Fictions, wenn auch zumeist nur am Rande und nicht als eigenes Sujet, aufgegriffen wird. Hier ein Ausschnitt aus einem meiner Lieblingsfilme, Blade Runner mit Harrison Ford.

Bevor ich gestern in diesem generell lohnenswerten tumblr von willzone diesen Link mit akribisch und liebevoll zusammengesuchten 25 Beispielen gefunden habe, bin ich mir allerdings nicht darüber im Klaren gewesen, wie oft diese fiktionale „Zukunftswerbung“ in Filmen auftaucht. Beim Anschauen der Ausschnitte fällt dann aber auf, daß das Beispiel aus Ridley „damals habe ich noch gute Arbeit geleistet“ Scotts Meisterwerk eher die Ausnahme bildet: So viel Wert wie in diesem Genre auf die detailgetreue Darstellung der technischen Fortschrittsvorhersage gelegt wird, so wenig ist über futuristische Werbeformen nachgedacht worden. In den meisten Beispielen wirken sie doch – bei aller Progressivität des Inhalts – der bloßen Form nach rührend altbacken. Und das liegt bestimmt nicht nur an den Special Effects selbst.

Als Werber muß ich ja sagen: Wenn die Werbung überall so gut wäre, dann gäbe es dieses Problem gar nicht.

Jay-Z again

Mal wieder hat es den Rapper erwischt, besser: ist ihm diese Ehre zuteil geworden. Nach dem Grey Album von DJ Danger Mouse (Gnarls Barkley et al.), in dem Jay-Zs Black Album mit dem White Album der Beatles vermixt worden ist.

jaydiohead_cover1
Nun also Jaydiohead, ein Mashup-Album, das Hits der englischen (wie es so schön heißt) Ausnahme-Rockband Radiohead und dem besonders in den USofA ebenfalls erfolgreichen Rapperfreund der allgegenwärtigen Beyoncé zusammenbringt. Unter dem Namen Minty Fresh Beats stellt ein junger New Yorker, der gerade einmal 22jährige Max Tannone, die zehn Songs plus Cover gratis zum Download auf jaydiohead.com/ bereit. Und auch wenn ich nicht alle Mixes für gelungen halte, ist die Aktion in meinen Augen trotzdem gelungen. Er hat sich mit solider Arbeit und einer guten Idee ins Gespräch gebracht. Ich hoffe, der Mann bekommt für diese Aktion keinen Ärger.

Nachtrag // Die beiden YouTube-Videos sind mittlerweile natürlich gesperrt bzw. „not available in your country.

Am Ende noch zwei Videobeispiele, wie man es nicht machen sollte. Schon seltsam, daß die offiziellen Kolaborationen von Jay-Z meiner Meinung nach so in die Hose gehen.

#kochmussweg

Das ist der Auftakt gewesen.

Am 18. Januar wählt Hessen und weil das so bald ist, muß alles noch schneller als sonst gehen. Die Wahlkämpfer auf beiden Seiten eifern aber nicht nur des Tempos wegen dem Stil von Barack Obama nach. Mit seiner Art, sich über Youtube, Facebook und Twitter direkt an die Wählerschaft zu wenden hat sich der designierte Präsident der USofA nicht nur Freunde in der etablierten (Print-)Presselandschaft gemacht.
Der alte Streit zwischen Journalisten und Bloggern. (Ja, das steht da so.)

Wir Deutschen sind da keine Alleinstellungsimitatoren, so will beispielsunweise auch Benjamin Netanjahu sein wie… – Nein, ich schreibe jetzt nicht „der schwarze Messias“ und nutze auch nicht diese Durchstreichfunktion – Obama.

Der mir (für einen Politiker) äußerst sympathische und irgendwie grundehrlich wirkende Thorsten Schäfer-Gümbel twittert auch. Dort hat sich mittlerweile auch ein hashtag etabliert, das den Willen nach „Change“ artikuliert:

#kochmussweg

Über die CDU-Kampa habe ich keine Lust zu schreiben. Ich kann es auch gar nicht, denn als Nichthesse ignoriere ich sie einfach.
Dafür gerade frisch gesehen: Kritik des brandneuen Internetauftritts spd.de/auf lumma.de/. Ich finde es ebenfalls ganz gelungen – wie Nico sagt: „verglichen mit den Angeboten der anderen Parteien.“