stamm/schreib/tisch

Nachdem es als aktualisierte Taschenbuchausgabe erschienen ist, habe ich Wir nennen es Arbeit;  von Sascha Lobo und Holm Friebe gelesen. Ich muß sagen, die darin vertretenen Meinungen sind mir äußerst sympathisch.

Zwar kann ich mir selbst vorerst nicht vorstellen, mein heimeliges Plätzchen in der Festanstellung gegen die Verwegenheit des Freiberuflertums zu tauschen. Nichtsdestotrotz denke ich, einige Aspekte des im Buch vorgestellten Arbeitsansatzes lassen sich auch auf mein Angestelltenverhältnis übertragen. Das allerdings ist ein (gar nicht so) spezielles: Ich bin Copywriter; ich konzipiere und texte Werbung in einer mittelgroßen, inhabergeführten Agentur.

Ein anderes Buch, das wiederum Sascha Lobo – diesmal zusammen mit Kathrin Passig – geschrieben hat, kann erklären, wie das funktioniert. In Dinge geregelt kriegen, ohne einen Funken Selbstdisziplin finde ich mich ziemlich gut beschrieben: Ich bin ein Prokrastinierer, ich schiebe Dinge auf, ständig. Statt sofort mit einem Text anzufangen, wird erst einmal quer durch das Internet gelesen. Erst wenn die Deadline bedrohlich nahe gerückt ist, kann ich überhaupt mit der eigentlichen Arbeit anfangen.

Da habe ich mir gedacht, statt die Zeit, welche ich surfend beispielsweise auf glamour.de verbringe, doch gewinnbringender zu nutzen. Mit etwas, das ein wenig mehr nach Arbeit aussieht, aber trotzdem Spaß macht. Zeit genug dafür habe ich, denn die Jobs bei der Arbeit bekomme ich sehr gut in den zugestandenen Timings gewuppt. Und wie es sich für einen „alten“ Bürojob gehört, muß man ja trotzdem am Arbeitsplatz präsent sein. Klartext: Morgens vor dem Chef kommen und abends erst nach ihm gehen.
Und weil ich Trieb auf andere Projekte nebenbei habe, biete ich bei hallenprojekt.de meine Hilfe an. Mal sehen.

Ich im Netz

Das bin ich: drikkes. So heiße ich im Internet, könnte man sagen. Ich bin bei so einigen Foren, Communities, etc. unter diesem Pseudonym angemeldet. (Ich vermeide übrigens das Wort „Nickname“, weil ich mir unschlüssig bin, ob ich es so eingedeutscht deklinieren soll.)

schrittschuh

Vor einiger Zeit habe ich sozusagen meine Internetpersönlichkeit vereinheitlicht. Aus einem bunten Sammelsurium von Pseudonymen habe ich also eine drikkes-Armee geformt. Überall dort, wo dieser Name schon vergeben gewesen ist, habe ich mich abgemeldet (Wer braucht schon ebay?). Und konsequenterweise melde ich mich nirgendwo dort an, wo mir dieses Pseudonym anzunehmen nicht möglich ist. Oft liegt das an der Bereitsvergebenheit von ‚drikkes‘, denn in den allermeisten Fällen, wenn nach vollem Vor- und Nachnamen gefragt wird, reicht ‚-drik S.‘ als Realname völlig aus.

Ich benutze auch überall denselben Avatar. Auf diese Weise sollte es möglich sein, mich in jeder Community zu finden; ich muß hier also keine Endlosliste meiner Netzaktivitäten folgen lassen. Bei vielen bin ich – einem Tweet von @mspro folgend – allerdings lediglich deshalb angemeldet, damit mir dort niemand mein Pseudonym wegschnappt.

Stellenbeschreiung

Das dritte Quartal 2008 beginnt, und die Welt hat nicht auf noch ein Weblog gewartet. Da kann ich noch so laut brüllen, Ort. Stellenbeschreiung, das Leben ist eine Blogstelle – schon klar: Einen gutes Weblog zu führen, kann bei allem Spaß manchmal Arbeit sein. Besser, man merkt dem dabei entstehenden Produkt diesen Gegensatz nicht an.

So ein Blog ist ja sozusagen per definitionem work in progress, eine neverending story. Ein Vergleich zwischen der Sagrada Familia als Blogtext und dem Petersdom etablierter Literatur in Buchform greift möglicherweise ein wenig zu hoch, veranschaulicht aber nichtsdestotrotz die Verschiedenheit der beiden dahinterstehenden Konzepte. Mit diesem Eintrag wird also der Grundstein für ein Werk gelegt, das nicht auf Abgeschlossenheit zielt. Und die äußerst erwünschten Kommentare gestalten seinen Fortgang sogar noch offener.

Unverschämterweise habe ich vom Film nicht mehr als allenfalls Ausschnitte gesehen. Soll aber gut sein.