u-bahn, überirdisch

Ich bin Pendler, ich fahre jeden Wochentag mit Straßen- und U-Bahn zur Arbeit und wieder nach Hause. Montag bis Freitag, 45 Minuten hin, eine Dreiviertelstunde zurück. Einstieg Ubierring, Umstieg Poststraße. Von der Südstadt über die Severinsbrücke nach und durch Deutz bis Mülheim. Ausstieg Von-Sparr-Straße.

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Viel Zeit zum Lesen. Manchmal Zeitung, meistens Buch. Aber immer öfter wird das iPhone während dieser Strecke gehabt: Morgens auf dem Hinweg werden die Tweets meiner Verfolgten gescannt, abends beim Gaming abgeschaltet oder sich mit Freunden auf ein Feierabendbier verabredet.

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Oder einfach nur aus dem Fenster geschaut. / Wiener Platz, Home of the Junkies. Aus der Kölner Innenstadt, von Hauptbahnhof und Dom vertrieben, haben sie hier auf der „schäl Sick“ ein neue Unheimat gefunden. Hier ist es allerdings eher trostlos, als daß es es bedrohlich kriminell zuginge. Da hat Köln andere Stadtteile.

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Ich fahre schwarz. In Köln geht das. Die KVB kontrolliert äußerst selten. Und wenn, dann zahle ich die 40,- € gerne; ist jedenfalls viel billiger, als sich ständig ein neues Monatsticket zu kaufen. Richtig genervt bin ich von dem Kleingeldzwang bei Einzelfahrten, seit das Pilotprojekt Handyticket wieder eingestellt worden ist.

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Die Agentur liegt in direkter Nachbarschaft zu JvM, Harald Schmidt und Stefan Raab zeichnen um die Ecken ihre Sendungen auf. In der Keupstraße hat man zur Mittagspause die größte Dönerauswahl der Stadt. Und mit E-Werk und Palladium sind zwei von Kölns Top-Konzertlocations in unmittelbarer Nähe.
Aber wohnen möchte ich hier nicht, also steige ich wieder in die Bahn.

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Photoserien geschossen mit der QuadCamera, einer App für das iPhone.

Was’n das für’n Typ?

Vor etwas mehr als zwei Wochen hat das sympathische Schweizer Blog pixelfreund.ch/ zur Aktion Selbstdeklaration aufgerufen und auch gleich die Kategorisierung einiger Bloggertypen in einer Art launigem Glossar dazugeliefert.

Nun hatte ich mich zwar in der einen oder anderen Kategorie wiedergefunden, mich aber in einem früheren Blogpost schon mit einem anderen Begriff bezeichnet. In Anlehnung an den Spiegel’schen Alpha-Blogger bzw. im Gegensatz zu ihm.

Hier also der Button, der sich ab heute zwischen den Widgets ‚Schlagworte‘ und ‚Archiv‘ in meiner Sidebar findet; einfach formschön und in einem Blauton, der sich gut ins restliche Bloglayout einpasst:

Nochmals vielen Dank, Ralph. Und auch Kixka für den Anstoß, überhaupt um eine eigene Kategorie zu bitten.

t-mob

„Life is sharing.“ menschelt die bewegliche Konzernabteilung T-mobile seit einiger Zeit. Mit der in diesem Video festgehaltenen Aktion im Bahnhof von Liverpool ist das Motto mal in die Tat umgesetzt worden.

Das Ganze hat etwas von einem professionellen Flash Mob: Auf einmal startet die Musik und vorher nach normalen Passanten aussehende Tänzer werden mit einem Mal zur choreographierten Gruppe, die sich zu einem bandbreiten Medley poppiger Melodien bewegt.
Zumindest im Video kann ich live vor Ort keine Auflösung erkennen, wer dahintersteckt. Die Aktion läßt sich zu Werbezwecken also nur medial zweitverwerten.

Das ist clever vom Magentariesen, wie ich finde. Wie viele eigentlich gelungene Marketingaktionen sind schon wegen zu penetrantem Branding – ich will nicht sagen – gescheitert oder haben zumindest einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Hier sage ich trotz der schlechten Bildqualität, haben die Zuschauer wirklich Spaß, haben teilweise sogar (nochteilweiserer begeistert) mitgemacht.
Das Problem ist dann natürlich die Drehgenehmigung nebst Persönlichkeitsrecht, könnte ich mir denken. Ich bin kein leidenschaftlicher Datenschützer und erst recht kein ausgebildeter Jurist. Doch sieht das Video nicht danach aus, als hätte T-mobile die echten Passanten um Erlaubnis gefragt, noch überhaupt darauf hingewiesen, daß sie zu kommerziellen Zwecken gefilmt werden. Viele wissen somit vielleicht gar nicht, daß der TelKo-Konzern mit Bildern von ihnen Werbung macht.

Masse statt Klasse

Aber das nur am Rande. Was mich wirklich interessiert, ist die Frage: Hätte die Aktion auch einen solchen „Erfolg“ gehabt, wenn die Musikauswahl, sagen wir, etwas avancierter gewesen wäre? Oder klappt das nur (noch), weil es eben massenkompatibler Mainstream ist, der da aus den Boxen wabert und die Bahnfahrer von den Sitzen reißt? In Zeiten sinkender Plattenverkäufe und dem stetig prophezeiten Ende des Fernsehzeitalters ist das doch eine Überlegung wert.

prado, google earth

Viele Museen bieten auf ihren Websites einen virtuellen Rundgang an. Da macht auch der berühmte Prado keine Ausnahme, er zeigt 15 Meisterwerke aus seinem Bestand in sehr guter Qualität online.

Velázquez, Die_Hoffräulein

Velázquez, Die_Hoffräulein

Aber meines Wissens ist das altehrwürdige Museum in der spanischen Hauptstadt die erste Kunstgalerie, welche auch einige Bilder seiner weltberühmten Sammlung über Google Maps einbindet. Dort findet man auch ein Video, welches die ganze Sache dokumentiert.

Goya, Die Erschießung der Aufständischen

Goya, Die Erschießung der Aufständischen

Ich bin vor fast zwei Jahren selbst in Madrid gewesen und habe natürlich auch dem Prado einen Besuch abgestattet. Die Onlinevisite kann dieses Erlebnis sicher nicht ersetzen, aber doch ergänzen. Denn was die Betrachtung der Bilder interessant macht, ist die Zoomtiefe. Laut diesem Blogeintrag sind die Gemälde mit einer 14 Gigapixelkamera abphotographiert worden. Das nenne ich mal hochauflösend!