politisches Theater

Ich mag die Arbeiten von Rimini Protokoll ziemlich gerne. Da stört es mich nun Stefan Kaegis Text Ein Instrument der Nähe etwas. Theater heute nennt ihn eine „Utopie“, aber man kann ihn auch anders verstehen. Wahrscheinlich falsch.

„Theater kann schneller reagieren. … Dazu braucht es erstmal nicht noch mehr Infrastruktur, sondern weniger. … Eine kleine, flexible Institution. Ein paar Büros, Besprechungsräume und ein flexibel benützbarer Raum als Projektzentrale und Labor. Ein kleiner Stab von fest angestellten Produktionsleitern, Kommunikationsspezialisten, Dramaturgen und Vernetzern, dazu ein möglichst großer Topf an Projektmitteln, die flexibel einsetz- und portionierbar sind. … Als Wales vor fünf Jahren ein eigenes National Theatre gründete, baute sich die künstlerische Leitung kein Haus mit festen Plätzen, sondern heuerte einen minimalen Stab von zehn Festangestellten an, die jährlich zwölf Produktionen mit wechselnden Besetzungen in allen Gegenden des Landes realisierten.“

So wie ich diese Sätze hier aus dem Zusammenhang heraus zitiere, kommt Kaegis Vorstellung der Struktur/Arbeitsweise/Organisation hinter den Inhalten dem feuchten Traum eines jeden neoliberalen Kulturpolitikers wahrscheinlich docht recht nahe.

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