tw/in

Jetzt regen Sie sich alle über die geänderten ToS bei Instagram auf – ausgerechnet auf Twitter. Ich zitiere mal den Abschnitt, der gerade besonders den Unmut vieler User auf sich gezogen hat.

Proprietary Rights in Content on Instagram

Instagram does NOT claim ANY ownership rights in the text, files, images, photos, video, sounds, musical works, works of authorship, applications, or any other materials (collectively, “Content”) that you post on or through the Instagram Services. By displaying or publishing (“posting”) any Content on or through the Instagram Services, you hereby grant to Instagram a non-exclusive, fully paid and royalty-free, worldwide, limited license to use, modify, delete from, add to, publicly perform, publicly display, reproduce and translate such Content, including without limitation distributing part or all of the Site in any media formats through any media channels, except Content not shared publicly (“private”) will not be distributed outside the Instagram Services.

Und zum Vergleich der betreffende Abschnitt in den Twitter-ToS – dem Medium, über das mich die meiste Schimpfe über den von Facebook akquirierten Photodienst erreicht hat. (Beide Hervorhebungen von mir.)

5. Your Rights

You retain your rights to any Content you submit, post or display on or through the Services. By submitting, posting or displaying Content on or through the Services, you grant us a worldwide, non-exclusive, royalty-free license (with the right to sublicense) to use, copy, reproduce, process, adapt, modify, publish, transmit, display and distribute such Content in any and all media or distribution methods (now known or later developed).

Liest sich für mich jetzt nicht sooo unterschiedlich. Eher so, als hätte der eine vom anderen abgeschrieben.

  • http://www.frauhaselmayer.com Frau Haselmayer

    Der Unmut der Nutzer bezieht sich ja nicht auf die oben genannten, aktuellen ToS, sondern auf die ab 16. Januar 2012 geltenden ToS:

    Rights
    1. Instagram does not claim ownership of any Content that you post on or through the Service. Instead, you hereby grant to Instagram a non-exclusive, fully paid and royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you post on or through the Service, except that you can control who can view certain of your Content and activities on the Service as described in the Service’s Privacy Policy, available here: http://instagram.com/legal/privacy/.

    2. Some or all of the Service may be supported by advertising revenue. To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you. If you are under the age of eighteen (18), or under any other applicable age of majority, you represent that at least one of your parents or legal guardians has also agreed to this provision (and the use of your name, likeness, username, and/or photos (along with any associated metadata)) on your behalf.

    3. You acknowledge that we may not always identify paid services, sponsored content, or commercial communications as such.

    Quelle: http://instagram.com/about/legal/terms/updated/

  • http://twitter.com/drikkes drikkes

    Danke für den Hinweis. Weil ich die neuen ToS ja bereits per Pop-up akzeptiert habe, ist für mich klar gewesen, daß sie dort auch schon stehen, nur eben erst ab dem 16. Januar gelten. Damit scheine ich nicht der einzige zu sein, denn tatsächlich haben viele den von Dir (oder aber den von mir) zitierten 1. Rights-Paragraphen mit Schrecken verbreitet. Was ja eigentlich noch schräger ist, denn diese Regeln gelten ja jetzt schon.

    Du hast recht, auch der 2. Rights-Absatz mißfällt Vielen. Und er klingt ja auch fies. Schauen wir uns die entsprechenden Sätze bei Twitter an:
    “The Services may include advertisements, which may be targeted to the Content or information on the Services, queries made through the Services, or other information. The types and extent of advertising by Twitter on the Services are subject to change. In consideration for Twitter granting you access to and use of the Services, you agree that Twitter and its third party providers and partners may place such advertising on the Services or in connection with the display of Content or information from the Services whether submitted by you or others.”
    Keine Frage, das ist cleverer formuliert, sagt aber im Grunde dasselbe aus wie die neuen Instagram-Richtlinien.

  • http://www.frauhaselmayer.com Frau Haselmayer

    Mir missfällt vor allem, dass ich von jetzt an eine transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content einräumen soll. Das geht weit über die normalerweise üblichen Rechte, die man einräumen muss, damit der Dienst die Inhalte publizieren darf hinaus. Und ist in diesem Ausmaß auch keinesfalls notwendig…wozu wollen diese Nutzungsrechte also eingeräumt werden?

    Twitter lässt sich Rechte einräumen um Anzeigen, die auf die Nutzer zugeschnitten sind anzeigen zu dürfen. Instagram möchte sich Rechte einräumen lassen, dass meine/unsere Benutzerdaten und Fotos (… may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take …) gegen Bezahlung an instagram in Anzeigen verwendet werden dürfen. Da gibt es für mich große Unterschiede!

  • http://twitter.com/drikkes drikkes

    Also, die angeprangerten Begriffe worldwide, royalty-free license (with the right to sublicense) to use, copy, reproduce such Content kommen auch in den im Post zitierten Twitter-ToS vor. Und wenn ich den Schluß aus meinem Kommentar so zitiere, daß da mit Auslassungen steht: “Twitter and partners may place such advertising in connection with the display of Content or information from the Services submitted by you.” Ich bin kein Jurist, aber mir scheint, hier muß man nur den Begriff “third party” weit genug auslegen, um auf ähnliche Bedingungen zu kommen.

    Ich meine, Herr Zuckerberg hat 1 Mrd $ für Instagram ausgegeben, da ist der Kindergeburtstag halt irgendwann vorbei.

  • http://www.frauhaselmayer.com Frau Haselmayer

    Natürlich ist der Spaß bei solchen Summen irgendwann vorbei. Allerdings würde ich lieber für eine App oder einen Dienst bezahlen (tue ich auch) als solche Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Für mich gibt es bei den beiden Nutzungsbedingungen immer noch eindeutig unterschiede. Ich sehe ja ein, dass sich das ganze über Werbung finanziert und habe auch nichts gegen Werbung, die mit meinem Content in Zusammenhang steht. Aber etwas gegen Werbung mit meinem Content und Nutzungsdaten!

    Ich prangere nicht worldwide, royalty-free license (with the right to sublicense) to use, copy, reproduce such Content an, sondern transferable und sub-licensable an.

  • http://twitter.com/drikkes drikkes

    “Sublicense” steht ja auch bei Twitter. Ich denke, bei Instagram geht es vor allem um die Werbeverwertung auf Facebook. Aber das ist Spekulation, eigentlich interessiert mich das alles nicht genug, um auch noch die beiden Services zu vergleichen.

    Ich verstehe schon, daß man vom Insta-Move an sich genervt ist. Doch ist mir der Hysterie-Level einfach zu hoch. Wenn Twitter den Photodienst gekauft hätte, wären zur tieferen Integration dieselben Änderungen nötig gewesen.

    Und man hätte sich via Facebook drüber beschwert – gleich neben der FB-Seite zum Protest gegen staatliche Vorratsdatenspeicherung. Leute wollen die Reichweite und eine shiny Benutzeroberfläche, aber natürlich umsonst und die Konsequenzen ignorierend.