Stadt, Land, Puls

Die Leute beschweren sich gerne darüber, dass Metropolen rund um den Globus mittlerweile alle gleich aussehen. Überall wird im selben Architekturstil gebaut. Und in den Innenstädten immer die gleichen Geschäftsketten – ein McDonald’s® neben einem H&M® neben einem Starbucks®. So weit, so klischeekritisch. Solange zwischen all den Allgemeinplätzen noch das eine oder andere Fleckchen für ein Distinktions-Instagram übrigbleibt, stört das den Städtetripper nur bedingt.

Skyline welcher Stadt?

Wenn er dann wieder zuhause ist, dann postet er nach den Urlaubsselfies ebenso gerne kleine Alltagsbeobachtungen mit Abbindern wie «only in New York» oder «dit is Berlin». Wobei es sich in 90 % der Fälle um banalurbanes Zeitgeschehen handelt, das genau so auch in jeder anderen Großstadt abläuft. Stell Dir vor, Hauptstadtbewohner, auch in Köln sieht man schräge Vögel in der Bahn, auch in München hat der Kellner mal einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen.

Meine gar nicht so steile These: Leute, die so etwas schreiben, sind selbst erst vor einigen Jahren aus ihrem Provinzdorf zugezogen. Und alle, die später gekommen sind, sind schuld an der Gentrifizierung.

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  • Hektor Chantal

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