Nimrod Reloaded

In der Horizont schreibt Alexander Rehm darüber, warum Marken eine Corporate Language brauchen. Er tut das sicherlich ganz uneigennützig – nicht um auf die Dienste des vom ihm gegründeten Corporate Language Instituts hinzuweisen.

Schon damals in Babel wollten die Leute einen Turm bis in den Himmel bauen, um ein deutliches Zeichen für ihre Fähigkeiten zu setzen. Und das haben sie nur nicht geschafft, weil sie nicht dieselbe Sprache gesprochen haben.

Das kann man schon nicht mehr Fehlauslegung nennen, das ist wahrlich eine Verbiegung mythologisch gesicherter Tatbestände. Nach meinem Wissensstand geht die Sage laut Bibel so: Die sprichwörtlich gewordene „babylonische Sprachverwirrung“ war nicht der Grund für das Scheitern des Projekts, sondern Gottes Strafe für dessen Durchführung. Denn was für die einen ein Zeichen menschlischer Fähigkeiten darstellt, ist für den anderen einfach nur blasphemische Hochmütigkeit.

Die Rückinterpretation auf das anmaßende Markenbilds des Herrn Rehm mag jeder selbst ziehen.

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