Kein Einlaß für Sophia Wollersheim auf den Gala Fashion Brunch #mbfw

In ihrer monatlichen Social-Media-Kolumne liefert Annekathrin Kohout einen trotz seiner gelegentlichen Holprigkeit lesenswerten Abriß der Body-Positive-Hashtags (POP-ZEITSCHRIFT).

Während der Song eine Anti-Hymne gegen Mobbing, Homophobie und Frauenhass darstellt und das Empowerment seine Kraft aus der Inszenierung einer Gegenkultur bezieht, zielt gegenwärtiges Empowerment auf Inklusion. Die „Anhängerinnen“ der Body-Positive-Bewegung wollen gerade nicht eine Subkultur bleiben und als solche anerkannt werden, sondern zum Bestandteil des Mainstreams werden. Das führt oft zu einer bloßen Nachahmung der Codes und Konventionen der Mode- und Medienwelt, zu denselben Spiegel-Selfies und Schmollmündern, wie sie ihre Vorbilder aus der Size-Zero-Welt zelebrieren.

Trotz der Ästhetik seines Videos brauchen wir über den fehlenden „Indie“-Appeal von Aguilera’s Lied Beautiful selbst wohl nicht zu diskutieren. Sein Beitrag dazu, daß jetzt Jahre die später die Werbung dieses Thema auf breiter Front aufnimmt, aufnehmen kann, ist hingegen unbestritten. Kohout betont hier die Unreflektiertheit, eine Konstante in der Kritik am Femvertising.

Da wird dann einerseits gefeiert, daß mit Ashley Graham endlich mal ein sogenanntes Plus-Size-Model das Cover der Vogue ziert. Andererseits muß man einsehen, daß es noch ein weiter Weg ist, wenn man liest, daß sich diverse Edel-Designer scheinbar geweigert haben, für dieses Photoshooting Teile aus ihren Kollektionen zur Verfügung zu stellen, wie STYLEBOOK die englische Chefredakteurin Alexandra Shulman zitiert.

Morgen ist übrigens Women’s March on Washington.

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  • Hektor Chantal

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