Wand vor Wurst?

Das nächste Gentrifizierungsopfer bei uns um die Ecke: ein Altenheim.

Schon krass, wie schnell der Seitenflügel leergestorben ist, nachdem keine neuen Bewohner mehr eingezogen sind.

Was man so hört, sollen da immerhin gehobene Seniorenwohnungen mit Betreuungsoption entstehen. Die jetzt abgerissene Fassade wird man wohl noch länger bei Google Maps besehen können. Dort steht die Ubia Garage nun bereits seit neun Jahren immer noch.

Berlin-Diss Nr nicht mitgezählt

Aus einem WELT-Artikel über ein Berliner Mode-Festival vom letzten Monat:

Klingt erst mal typisch nach Hauptstadt: Verspätung nach vollmundigen Ankündigungen, ein scheinbar bereits hinreichend beackertes Themenfeld, ein abgerockter Veranstaltungsort im sogenannten Problemkiez.

(Okay, bedingungslose Kölnliebe ist natürlich total dämlich, aber was soll man machen, wenn alles östlich des Rheins einfach Mist ist.)

Nachbarschaftsblase

Vorgestern las ich mehrfach auf Twitter, das Säulendiagramm zum deutschen Ergebnis der Europawahl gleiche einem Stinkefinger. Jedenfalls, wenn man sich das Abstimmungsverhalten von Jugendlichen, Großstädtern oder so ansähe. Es schien mir fast so, als würden Leute sich zu überbieten versuchen, das Chart mit dem höchsten grünen Mittelfinger Balken ausfindig zu machen – Bonuspunkte gab es dafür, wenn man selbst zur ausgewählten Gruppe dazugehörte, weil z.B. die Altparteien im eigenen Kiez so herrlich abgelost hatten oder überhaupt „alte Leute“… #LOL.

Also habe ich mir die Resultate für meinen Wohnort mal angeschaut – und mit diesem Vorwissen wenig überraschendes gefunden. Wenn man vom Kölner Gesamtergebnis auf meinen Stadtbezirk, dann auf meinen Stadtteil und schließlich auf meinen Wahlbezirk runterzoomt, wie es das unten eingebundene GIF tut, dann kann man dem erwähnten Mittelfinger quasi beim Ausstrecken zusehen.

Da kann man schön sehen, wie sich die Gentrifizierung in meinem bildungsbürgerlich geprägten Veedel in Zahlen niederschlägt. (Wenn ich nicht so faul gewesen wäre und statt Screenshots wegen der wechselnden Prozenteinteilung auf der y-Achse eigene Diagrammnachbauten benutzt hätte, wäre der Effekt noch deutlicher zu erkennen.)

Mit anderen Worten: Was Daniel Erk und Ronny Kraak sagen.