„100 Prozent plus x“

Anläßlich Serdar Somuncus Kanzlerkandidatur für die PARTEI auch sein Interview beim Kölner Stadt-Anzeiger gelesen, in welchem er manche Wahrheit über die Domstadt ausspricht.

Köln ist eine der verlogensten Städte, die ich kenne, weil sie sich damit schmückt, tolerant zu sein, es aber nicht ist. (…) Zwischen dem Image, das die Kölner von sich haben, und der Lebensrealität klaffen Lücken. Für jemanden, der nicht aus Köln kommt, ist das schwer auszuhalten, weil Köln eine übergriffige Stadt ist, die einen nicht in Ruhe lässt.
Köln ist sehr alt, immer schon sehr eng gewesen, durch die Ringe umzingelt. Und so ist auch die Weltsicht des Kölners. Er ist in sich eingeschlossen und gefangen und denkt, dass außerhalb der Stadtgrenze nichts anderes existieren darf. Das ist mir zu anstrengend. Ich brauche Weitläufigkeit und will auch mal nach Düsseldorf fahren können, ohne beschimpft zu werden. Und Köln hat etwas sehr Verfilztes. Kölner singen immer nur Lieder über sich selbst. Es ist aber nicht die schönste Stadt der Welt.

Rolf Dieter Brinkmann gefällt das. Lukas Podolski eher nicht so.

ätschtäg # dmexco

Am Mittwoch den ganzen Tag über die Digital Marketing Exposition & Conference gelatscht. Messestände angeschaut, einige Panels besucht, ein paar Bier auf Kosten von Spotify, ich glaube t3n, vielleicht aber auch irgendeine Firma mit O getrunken und nach einem Sekt beim Denkwerk habe den Namen den letzten Sponsors vergessen.

Als einziges physisches Mitbringsel ein Schaumstofftier meines LieblingsAd- und -TrackingBlockers eingepackt. Daß Ghostery auf der dmexco vertreten war, fand ich allerdings auch nur solange ziemlich lässig, bis ich heute mal wieder deren Website gesehen habe. Da hat sich ja einiges getan.

Ghostery

Außerdem mit @silvestah vor den Messetüren ein paar Kippen geraucht. Und dabei natürlich unterhalten. Also eigentlich habe ich die meiste Zeit gelabert, jedenfalls kommt es mir rückblickend so vor. Allein weil er sich das angehört hat, ist er ein feiner Kerl.

Verbindungsaufbauspiel

t3n vermeldet: Deutsche Bahn stattet erste ICEs mit Gratis-WLAN in der 2. Klasse aus.

Praktischerweise gibt es zumindest derzeit keinen Umweg über eine Anmeldeseite, auf der die Reisenden Informationen über sich hinterlassen müssen. Ob das auch nach Beendigung der Testphase so bleibt, lässt sich derzeit allerdings schwer abschätzen.

Noch in diesem Jahr, also bis Ende 2016 soll die Technik in allen zwischenstädtischen Schnellzügen angeboten werden. Ich setze 10 Euro darauf, daß es dann bei der DB genauso schlimm wird, wie sich in einen Hotspot der Deutschen Telekom einzuklinken. Meine arbeitstägliche Fahrt von Köln nach Düsseldorf dauert laut Fahrplan 22 Minuten. Wovon ich sicherlich nicht jedes Mal fünf Minuten mit Eincheckboxen und Mailadressenangebertum verbringen möchte.

Are friends electric?

Selbst dann nicht, wenn das WLAN schneller als in der 1. Klasse sein soll.* Aber man soll ja nicht immer meckern. Besser als nix.

statt geben

Sehr guter Text von Rönnes mit der für sie typisch übertriebenen Überschrift Warum auf dem Dorf einfach alles besser ist. Erinnert mich mal wieder daran, daß ich mitten in der Großstadt sehr beschaulich lebe. Einen Park direkt vor der Tür, Kita schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite, Skateplatz am Rhein keine Kippenlänge entfernt, Kiosk um die Ecke, Supermarkt, paar Restaurants und meine Stammkneipe – alles da.

Ich führe also quasi ein Dorfleben in der Stadt, Mit Ausnahmen. Denn nur hier sagt man eben die Sommerparty des Animationsstudios mit free food & drinks ab, weil an dem Abend auch DJ Shadow im Gloria spielt. War übrigens sehr gut.