Scheiß auf Uploadfilter

Gestern Abend wurde ich mir mal wieder meiner Filterbubble gewahr. Aber nix von wegen Internet. Es ging überhaupt nicht um gleichgeschaltete Timelines in Social Media – ganz im Gegenteil.

Ich sah gestern Markus Lanz – seit Jahren das ersten Mal, wenn ich das überhaupt schon einmal geguckt hatte. Richtig gelesen: TV. Einfach dem letzten Fußballspiel nicht abgeschaltet.

Und was der greise Edmund Stoiber da zum Großteil unwidersprochen in die Kameras sagen durfte, das ließ mir wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Das ist also die Realität des politischen Diskurses. Wirklich gruselig. Nein, eher zum Kotzen. Wieso setzt man da einen CSU-Mann zwischen die Sportköppe und immerhin Robin Alexander? Das ZDF-Publikum hart am Klatschen und kaum Widerspruch.

Haha, Internet. So werden Wahlen gewonnen. (Und mit der Bild-Zeitung.)

Königliche Quoten

Es gibt Infos, wer sich die Hochzeit von Meghan und Harry im TV angesehen hat. Altersmäßig ist das keine Überraschung, aber ein Blick auf die Berufe lohnt sich.

„Bei Beamten war die Übertragung besonders beliebt. 54,9 Prozent sahen zu, bei den klassischen Arbeitern hingegen kam die Vermählung nur auf rund 25 Prozent. Ebenfalls starke Werte wurden bei den Selbstständigen gemessen, die laut Auswertung zu 42,3 Prozent zusahen.“

Die Staatsbediensteten also. Diejenigen, deren Loyalität sich Regierungen zur Durschsetzung hoheitlicher Aufgaben mitunter teuer erkaufen. Meinen, erkaufen zu müssen.

Beamte sehen schon immer gerne ZDF, das ist sicher kein Geheimnis. Daß sie in der Mehrheit allerdings insgeheim Frank-Walter Steinwalter vor den nächsten Bus werfen würden, wenn sie so nur dem letzten dahergelaufenen Hohenzollern zur Thronbesteigung verhülfen, war mir neu.

Roland Kaiser hat sich sehr verändert.

In dieser Polemik wäre die FDP ein williger Steigbügelhalter. Aber wahrscheinlich würde der ganze Plan sowieso an Bayern scheitern.

Film ab!

Kleine Geschichtsstunde bei quotenmeter.de über die Flut der sogenannten „Vanity Plates“:

Bis einschließlich in die 1980er-Jahre war es eine absolute Rarität, dass ein Film mit mehr als einem Studiologo beginnt. Etwa bei den frühen «Star Wars»-Filmen, wo Lucasfilm die Produktion und Fox den Vertrieb übernahm. Die Produktionshäuser namhafter Produzenten, die sich am Projekt beteiligten, wurden üblicherweise aber erst am Ende des Films gezeigt – auch Steven Spielbergs Amblin Entertainment hatte sich bis zum letzten Augenblick einer Kinovorführung zu gedulden. Ein Produzentenduo wollte sich damit jedoch nicht zufrieden geben: Don Simpson und Jerry Bruckheimer, deren Filme in den 80ern für Paramount Pictures über eine Milliarde Dollar weltweit generierten.

Als 1990 Simpson/Bruckheimer und Paramount Pictures einen neuen Vertrag schlossen, forderten die Erfolgsproduzenten, dass sie ihr Studiologo direkt nach dem Paramount-Logo an den Anfang von «Tage des Donners» setzen dürfen. So sollte es auch geschehen – und obwohl das Rennfahrer-Actiondrama keinen Hit darstellte, setzte es einen Präzedenzfall, was andere namhafte Produzenten nicht ignorieren wollten.

Der protzige Bruckheimer, wer sonst… Der Artikel liefert noch ein paar weitere interessante Fakten.