Aber 8BIT mit Sahne

Old Spice

Ein anderer Michael Myers hat ein paar Werbeikonen als 8bit-Motive illustriert. Ich mag den Style ja, nicht nur bei Games oder Wallpapern. Und Myers ist da quasi Serientäter, er hat auch schon Superhelden und Star Wars verpixelt. Jetzt also Werbung.

Cadbury

Wobei mir nicht so recht klar ist, was der die Illus beauftragende Service namens Copypop eigentlich so ganz genau macht. Ich glaube, er bietet eine Plattform zum Testen von Werbeideen, bevor diese dann in großem Stil umgesetzt werden. Wer’s braucht… Ich bin ja noch nie von derartiger Marktforschung überzeugt gewesen. Da kommen dann doch in der Regel glattgebügelte Kampagnen bei raus, die bloß bei niemandem anecken – insofern bin ich mir gar nicht sicher, ob gerade diese Visuals für den Dienst so besonders geeignet sind.

Apple

Noch mehr Pixel-Style, trotz des in die Irre führenden Vorschaubilds für das Video: In der neuesten Ausgabe der 8bit-Philosophy wird der Selfie-Trend anhand von Foucaults Diskurstheorie erklärt – wobei Kim Kardashian als Anschauungsbeispiel natürlich nicht fehlen darf.

retro / blase / zirkel

You name it.

That’s what I call microcosm. spiegel.de/ hat sich mal die Mühe gemacht, das Hickhack zwischen deutschen Berufspolitikern in eine interaktive Graphik zu packen und sie in verschiedenen Twitter-Kategorien einzuordnen.

“Fuck you, ARD!” – (Das war Englisch.)

An anderer Stelle betonen die Öffentlich-Rechtlichen gerne ihre Experimentierfreudigkeit – beziehungsweise was sie dafür halten. Da werden die Verantwortlichen nicht müde, auf den Laborcharakter ihrer Spartenkanäle zu verweisen oder sie verkünden vollmundig für irgendein Drittes Programm gelte jetzt »Online First« als Strategie. Wenn es allerdings um die Hauptsender geht, dann zeigt sich, was von solchen Lippenbekenntnissen zu halten ist.

Im Ersten stehen Volksmusik und deutscher Schlager im Mittelpunkt. „Wir sagen immer augenzwinkernd: Bei uns wird Deutsch gesungen“, sagt Mross. Englische Musik komme bei ihm nicht ins Programm.

Weil die ARD »Immer wieder sonntags« auf 120 Minuten aufbläst, obwohl zeitgleich mit dem »ZDF Fernsehgarten« ein Konkurrenzangebot in Sachen Seniorenzielgruppe läuft, verliert »Die Sendung mit der Maus« ihren angestammten Sendeplatz. Sie soll künftig bereits um 09:30 Uhr ausgestrahlt werden. Da sitzen gute deutsche Familien allerdings noch am Sonntagsfrühstückstisch.

Nun sind die Lach- und Sachgeschichten trotz der regelmäßig gezeigten Experimente alles andere als hycer Shyce, sondern ein Traditionsformat im besten Sinne. Aber eines, das sich an sich an junge Zuschauer richtet, das offen für Neues ist und Kindern Toleranz beibringt und sie neugierig macht. Keine reaktionäre Sing- und Sabbelsendung, das sich hirntote Schunkelgreise nur deshalb anschauen, um ihre beschränkte Weltsicht bestätigt zu sehen. Doch wahrscheinlich hat unsere Rentnerrepublik es nicht anders verdient.