Seidls Tugenden

Am 11. Februar startet die Berlinale in eine neue Runde. arte bringt zu diesem Anlaß selbstverständlich wieder einen Schwerpunkt und versendet in dessen Bildschirmrahmen ab heute die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl. Wenn Sie also bitte folgende Termine im Kalender notieren möchten:

  • Paradies: Liebe – Mittwoch, 3.2. | 22.40
  • Paradies: Glaube – Montag, 8.2. | 22.15
  • Paradies: Hoffnung – Mittwoch, 10.2. | 23.20

Prädikat extrem sehenswert. Sowas bekommt man auf Netflix, Amazon Prime oder Watchever sicher nicht alle Hundstage zu glotzen. Und falls Ihr nicht wisst, wer der Typ ist, hat arte.tv/ auch noch ein ausführliches Interview mit dem österreichischen Regisseur. Allerdings zum Lesen.


via

Traumhafte Werbung

Manchmal findet man tatsächlich etwas Interessantes, wenn man durch die Xing-News seiner eigenen Branche scrollt.

Wobei das subversive Potential des Films weit von sich geschoben wird. Das ist alles Zukunftsmusik, keinesfalls als Statement zum Ist-Zustand der Werbung gemeint. Und selbst wenn, dann ist Coca-Cola ein sehr gut gewähltes Opfer. Smack verscherzt es sich lediglich mit einem potenziellen Kunden, dessen Markenwert aufgrund seines absurd hohen Symbolcharakters doch ein wenig überschätzt ist, wie ich finde.

Sowas hier macht mir allerdings noch viel mehr Angst. Erfrischend ist anders.

social ascii

Gerade auf thenextweb.com/ gelesen, daß Facebook automatisch von jedem öffentlich geposteten Bild auch eine ASCII-Version generiert. Dafür muß man nur die eigentliche Bild-URL nehmen und hinter die Endung .jpg noch ein .html dranklatschen.

Kann ich nicht wirklich ausprobieren, da ich kaum nativ auf FB gepostete, öffentliche Photos habe. Das funktioniert aber auch mit Instagrams und sieht dann zum Beispiel so aus.

Screenshot 2016-01-29 22.52.35

Um an die URL zu kommen, reicht ein Rechtsklick auf die Einzelansicht. Seitenquelltext anzeigen lasssen und etwa nach der Hälfte findet man sie, kopiert diese in die Adresszeile des Browsers, Endung dran. Fertig.

Und wenn die Adresse mit .txt statt .html vervollständigt, bekommt man eine pixeligere Schwarzweißvariante.

Screenshot 2016-01-29 22.54.15

Probiert das mal aus. (via @assbach)

note to quantified self

SpReeSe nennen seit kurzer Zeit einen Chromecast ihr Eigen. Erste echte Action: Auf arte.tv/ das tolle BLOW UP durchgeschaut. Vielleicht schaffe ich es ja auf diese Weise, mal meine „Watch Later“-Liste wegzugucken. Neuester Zugang:

Wobei mir nicht ganz klar ist, wann eine ÖR-Sendung auf YouTube landet. Die Quoten von der da oben waren übrigens ziemlich mies. Ist wohl doch nicht so das Thema, das den Menschenmehrheit in Deutschland auf den Nägeln brennt.

Bei der Stange bleiben

Alternativ originelle Headline denken, in der “…oder kann das weg?” witzig variiert wird. Vor ein paar Tagen erst den Text SIEGERKUNST in der aktuellen Ausgabe der POP-Zeitschrift mit Erkenntnisgewinn gelesen. Vom selben Autor kommt auch dieser Bezugspunkt hier: „Selfies als Weltsprache“ (pdf). Der steht so auch im Ausstellungskatalog zu Ich bin hier! in der Kunsthalle Karlsruhe. Also der Text im Katalog, die Ausstellung steht in Karlsruhe.

In diesem Text von Wolfgang Ullrich wiederum steht ziemlich am Anfang das Zitat

Ein Kulturkritiker bezeichnet die Selfie-Stange als „Erektionshilfe für Narzissten“.

Ohne Quellenangabe und nur echt mit dem Binde-Strich. Aber Ullrich schreibt von sich selbst ja auch in der dritten Person und glaubt, es hieße der Blog.

Auseinandersetzung mit diesem Artikel ist ausdrücklich erwünscht. Und weil push das neue pull ist, hat die Marketingabteilung der Kunsthalle folgerichtig nicht einfach zu einer Blogparade aufgerufen, sondern bei verschiedenen Leuten Blogbeiträge angefragt. Oder Initialposts angeregt, wie es an anderer Stelle heißt.

#ribs#ribsselfie#beef#fat#fatty#delicious#unhealthy#bbq#meat#food#foodie#instafood#foodporn#jacksoneatin#youarewhatyoueat

Ein von Jackson Eaton (@jacksoneaton) gepostetes Foto am

Karlsruhe ist weit, weshalb ich wohl erst einmal zum Ego Update ins NRW-Forum Düsseldorf gehe. Die haben haben statt eines Ausstellungskatalogs gleich eine – oho! – begleitende Publikation. Die werde ich mir nicht kaufen. Nur weil sie Publikation heißt, kostet sie nämlich gleich 30 Euro. Das sind gleich 60 Mark. Das ist mir zu teuer. Und meinem Ego auch.

Beim Thema Museen und soziale Netzwerke verwendet Monopolistin Anika Meier übrigens zwei Mal das Wörtchen »ausbaldowern«. Als ob Instagram die Lösung von allem wäre.