Wegen der Kunst

Supertiming! Da nenne ich dank rebel:art seit gestern das ART Spezial: Street Art mein eigen und darin findet sich auf den Seiten 34/35 ein Photo des Berliner BLU-Pieces, das in der letzten Nacht übermalt worden ist.

Darüber gibt es ja nun an diversen anderen Stellen im Netz zu lesen, brauche ich hier also nicht auch noch zu bringen. (Obwohl es schon ein starkes Stück ist, daß offenbar der Künstler selbst die Zerstörung des Werks in Auftrag gegeben hat, um zu verhindern, daß Immobilieninvestoren daraus Kapital schlagen. Respekt.)

That's all Folks!

Also lieber ein paar Worte über das Sonderheft: Nun lese ich die ART normalerweise äußerst unregelmäßig, kann insofern wenig über den Standard des Magazins sagen. Schöne Bilder hat es wohl immer, klar. Das Heftlayout geht auch in Ordnung. Was aber bei der Lektüre dieser Spezialausgabe auffällt – wie schlecht die meisten Artikel geschrieben sind.

Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob die ART sich extra für »Street Art« ein paar angebliche Auskenner geholt hat oder einfach ihre etablierten Redakteure darauf angesetzt hat. (Ausnahme: Alain Bieber, der neben Beratung auch den einen oder anderen positiven Text beigesteuert hat.) Tatsache ist allerdings, das Vieles wie auf dem Reißbrett entstanden wirkt. Keine Recherchefehler und groben Auslassungen, aber eben auch keine Überraschungen. Der Artikel über Banksy – grundsolide, also langweilig. Das Portrait von Swoon – voller Phrasen, bei einzelnen Sätzen nah an der Fremdscham. Der unvermeidliche Nachruf auf OZ und tatsächlich eine Doppelseite Lexikon am Ende, das Begriffe wie Guerilla Knitting und Sticker kurz erklärt.

Überall scheint durch: Hier haben entweder Szenekundige Probleme dabei, für ein arriviertes Publikum zu schreiben. Oder geübte Kunstweltmarktschreier können mit speziell dem Thema nichts anfangen, wollen es vielleicht auch gar nicht. Doch hat wohl die Chefetage die Parole ausgegeben, nicht zu kritisch zu schreiben. Und dann gilt es natürlich die Balance zu halten. Auf der einen Seite könnte diesen Sprayern und so ja die Zukunft gehören, da wollen wir mal keine Abendlanduntergangsstimmung verbreiten. Andererseits darf das dann aber auch nicht zu euphorisch rüberkommen, man will schließlich nicht die angestammten Werbekunden Museen und Galerien vor den Kopf stoßen.

Das soll jetzt alles nicht danach klingen, als bewertete ich das revolutionäre Potential von Street art heillos über, während es hier im Heft systematisch kleingeschrieben würde. Nein, da bin ich Realist. Wenn sich allerdings der Kommentar allzu sehr mit der Versicherung beeilt, die Urban Art verlöre nichts an Authentizität und Kraft durch ihre Übersetzung in den White Cube, dann muß man zwischen den Zeilen auch den nicht explizit genannten Umkehrschluß mitlesen: Ja, diese Kunstform lässt sich trotz ihrer Vielgestaltigkeit ohne großen Widerstand in den Kulturbetrieb integrieren.

Film / Kunst

Man muß vielleicht nicht alle Filme auf der Liste bis zum Ende gesehen haben (was muß man schon?), doch The 20 Greatest Movie Opening Scenes In Film History verspricht wirklich nicht zuviel: Alle Eröffnungssequenzen sind praktischerweise als YouTube-Videos eingebettet. Obwohl als klassischer Countdown angelegt, findet sich mein persönlicher Höhepunkt bereits unter Nr. 11 – The Player von Robert Altman1. Aber eigentlich sollte man doch alle zwanzig komplett gucken.

worstCoast

Auch schön: A Collection of Cinema’s Best Prop Art hat ein paar Quellen zusammengetragen, die sich mit bildender Kunst in Filmen beschäftigen. Das Stöbern in den Links lohnt ungemein.

Normalerweise herrscht in Hollywood ja eher Kommerz.

ff

bewegtbildliche Darstellung

Paul Thomas Anderson hat Thomas Pynchon verfilmt. Das Buch habe ich verschlungen, auf den Streifen hier freue ich mich wie auf schon lange keinen mehr davor. Der Trailer:

Bestes Zitat von James Victore aus seiner Type Safari durch Brooklyn und Queens: “I’m always bashing Helvetica, except where I used it to design my book.”

Meiner Meinung nach ist Millenial Parents eine bessere Webserie als Mann|Frau. Und das liegt nicht daran, daß sie vom Setting her etwas mehr in meine gesetztere Lebenswirklichkeit passt. Die Playlist mit 17 Folgen plus eines Videos des Titelsongs:

Sehr sympathisch: Ivan Cash fragt wahllos Londoner Passanten nach dem letzten Photo in der Camera Roll ihres Handys. Das ganze ist als Serie angelegt. Hier die unvermeidliche NewYork-Folge, in der Video-Description finden sich die Links zu den Episoden aus anderen Städten.

Zum Schluß etwas Musik.

Was mit Bällen

Bald ist WM und nur, falls es mit jeder mitbekommen hat: Der Herm hat mit falscheneun.net/ ein echt unterhaltsames Fußballblog ins Leben gerufen. Die Lektüre lohnt sich, obwohl ich keines der drei folgenden Videos dort gefunden habe, glaube ich.

Das ist wirklich grottig, sollte man sich kein zweites Mal antun. Und wer sich sogar damit auseinandersetzt, wie es geklungen hätte, wenn die Instrumente beim Dreh angeschlossen gewesen wären, dem ist nicht mehr zu helfen. Aber es geht noch schlimmer.

Beim Fußball wollen alle Geld verdienen, sogar die deutsche Nationalmannschaft. Und die Titanic. Aber wahrscheinlich liefern die Vengaboys da die beste aller Vorlagen.

Genug vom Sport, kommen wir zum Schach. Dem hat das Bundesinnenministerium “wegen fehlender eigenmotorischer Aktivitäten” die kompletten Fördergelder gestrichen. Rumballern Sportschießen hingegen wird weiterhin bezuschusst.

Zugaben / Nachspielzeit:
Ich verstehe Deutschland nicht.