Notes KW 12/17

Manche dieser aus meiner Sicht fehlenden Funktionen vermissen wir vielleicht gar nicht oft. Vielleicht, weil wir schon umerzogen wurden. Dieses ganze Teilen und Weiterleiten und Verlinken und Speichern: Je umständlicher es auf dem Smartphone wird, desto eher bleiben wir halt innerhalb der Dienste, die wir dann als unser Netz betrachten.

Natürlich hat Johnny recht mit seinem Vorwurf, Plattformbetreiber unterliefen durch ihren Wunsch, die Nutzer so lange wie möglich bei sich zu halten, das Prinzip des freien Netzes. Aber die Schuld liegt nicht nur bei ihnen. Die Bequemlichkeit der Leute auszunutzen, kann man kaum „Umerziehung“ nennen. Und oft genug posten auch Medienprofis Screenshots statt Links, obwohl es (theoretisch bzw. mit dem Wissen) vom reinen Ablauf her sogar umständlicher ist. Teure Datentarife, schlechte Netzabdeckung und mit Werbung zugepflasterter Klickstreckenjournalismus können ihre Hände hier allerdings auch nicht in Unschuld waschen.

Außerdem schrieben Sie 10.000 Zeichen zusätzlich hinein, das sind mehrere Manuskriptseiten. Was soll ich sagen? Das Interview soll in der kleinen taz erscheinen, nicht auf Ihrem Blog, Herr Fischer.

Rechthaberei – Das Interview mit Richter Thomas Fischer über sein Frauenbild läuft gut. Danach gibt es Probleme. Nun also: ein Brief: Er packt noch eins drauf | taz.de. Der Zeit-Kolumnist Fischer hat mittlerweile seine Sicht der Dinge beschrieben – auf meedia.de.

Die Blog-Einträge werden Ende 2007 bis 2008 immer öfter sehr kryptisch. Es gibt kein außen mehr.

Minusvisionen: Meine finanzielle Autobiografie 2007–2017, die Tiefpunkte

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Bialecki hat sie den Korrespondentenbericht geschrieben, in dem sie ihre eigene Frage und ihre angeblich außergewöhnliche Wirkung auf Trump hervorhebt – allerdings ohne in irgendeiner Weise deutlich zu machen, dass die „direkten, offenen Fragen“, die sie hier lobt, mindestens zur Hälfte ihre eigenen waren. Seit Freitag sind Kristina-Dunz-Festspiele in den deutschen Medien.

Vom Erfolg, dem US-Präsidenten eine Frage gestellt zu haben | Übermedien

Auch die Aussicht, ein Haus kaufen zu können, obwohl meine Frau und ich ein gemeinsames Einkommen von 5.000 Euro netto haben, ist sehr gering. Wir können uns nicht mal ein Auto kaufen.

Eine Runde supermitleid mit David S. | ZEIT Campus, scheinbar kann bei Euch jeder „Leserartikel“ veröffentlichen. Aber die dann zu einer Serie: Generation Z zusammenzupanschen, das macht Ihr noch selbst, oder?

Notes KW 11/17

Der einzige, der sich prächtig amüsiert hat, ist Johannes B. Kerner. Der ist auch die fleischgewordene deutsche Unterhaltungsindustrie. Der hat einfach immer Spaß, wenn es im Skript steht.

Jan Böhmermanns gnadenlose Abrechnung mit der deutschen Fernsehunterhaltung › Meedia | Ich habe „Fest & Flauschig“ noch nie gehört, aber mit der letzten Folge habe ich wohl etwas verpasst. Respekt, seinen eigenen Arbeitgeber derart anzuscheißen…

Das nährte den Verdacht, dass die Medien jede Äußerung Trumps gnadenlos für die Steigerung ihrer Bedeutung ausschlachten würden.

» Wie die Medien zu Parteien wurden – Wolfgang Michal steigt hier anfangs recht (selbst-/branchen-)überschätzend ein, im Verlauf wird der Text aber immer plausibler.

But what this apparently means to the people who are calling for unity is getting behind the corporate, suit and tie, lobbyist-driven agenda of the establishment.

KING: The Democratic Party doesn’t get why it’s so unpopular

Wikipedia-Artikel der Woche: Kartoffelbefehl

Notes KW 10/17

Warum sollten sich Dörfer nicht gentrifizieren lassen? Im Gegensatz zu Städten vielleicht sogar mit weniger negativen Effekten für die Alteingesessenen. (…) Vieles, was das Leben in der Stadt so vorteilhaft erscheinen ließ, könnte die Digitalisierung wettmachen.

Martin Schulz: Ein Hoch aufs Dorf – Siehe auch dieses konkrete Beispiel: How A Rural Mississippi Town Created A New Local Economy To Rebuild Its Main Street.

Großzügigerweise will er darauf verzichten, Elizabeth II. zu stürzen. Das verbiete der Respekt vor der altgedienten Monarchin. Doch sollte sie einmal abtreten, gebühre nicht ihrem Sohn Charles, sondern ihm die Krone.

Amerikaner beansprucht britischen Thron | STERN.de – Wobei wir natürlich alle noch John Goodman in dem Film King Ralph vor Augen haben. Warum Bartenbach trotz der bereits in der Überschrift gebrachten Info zweimal erwähnen muß, daß jemand anders als ein Brite auf dem Thron undenkbar wäre, ist mir ein Rätsel. Für anständige Royals sind die Windsors doch kaum mehr als eine niedere Seitenlinie der Welfen.

Sehr fragwürdig ist zudem das Argument, dass die Adblockernutzung zum Brexit und zum Wahlsieg Trumps beigetragen hätten. Schließlich wurde die Brexit-Kampagne auch von traditionellen Medien wie The Sun oder Daily Mail unterstützt. Der US-Wahlkampf wurde wiederum von Fake-News-Medien befeuert, die nur deshalb gestartet wurden, um an Werbeanzeigen zu verdienen. Geradezu hanebüchen erscheint die Vorstellung, dass die Menschen soziale Medien wie Facebook nutzen, weil den etablierten Medien Anzeigeneinnahmen verloren gehen.

Verbot gefordert: Verleger geben Adblockern Mitschuld an Trumps Wahlsieg – Golem.de – Sehr schön auch „… die Wahrscheinlichkeit, über Anzeigen Malware zu erhalten, sei ’statistisch äußerst gering‘, schreiben die Verleger und fügen hinzu: ‚Soweit es doch in Einzelfällen zur Infizierung von Computern kommt, ist dies das allgemeine Lebensrisiko der Nutzer, das geringer ist als bei Flügen oder der Benutzung eines Automobils‘.“ Aha.