Alle Artikel in der Kategorie “Über Lesen

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Highlights KW 26

Testen wir doch mal eine neue Kategorie im Blog, da quote.fm/ ja irgendwie zu stagnieren scheint. Also zumindest läuft der Service zwar wieder bzw. noch, aber los ist da nichts mehr.

Da ich eines Tages vielleicht in die Mittelschichten absteigen möchte, habe ich mich neulich mal wieder für eine Espressomaschine interessiert. Kapselsystem kam bei mir aus ideologischen Gründen (Stalinismus) nicht in Frage, Vollautomat erschien mir überdimensioniert, zu pflegebedürftig und zu teuer. Also sollte es eine Siebträgermaschine sein, wie ich sie früher einmal hatte.

Die Wahrheit: Risikotechnologie mit Siebträger

Apply this commandment to all artforms and remember: don’t join the dots. – It was then I decided not to make work bigger than myself. – And so often the rebel, as a character in music or film, is sold to us by the establishment to make a profit out of you. Don’t ask permission. But be prepared to suffer the consequences of your actions. Don’t blame others.

Bill Drummond’s 10 Commandments of Art

street fighter

Wenn die Lieferpflicht öffentlich erwähnt wird, heißt das, der Lieferant ist schon im Verzug. Und so kommt das Versprechen, bald zu liefern, meistens von Menschen, die dann nichts mehr liefern außer schlechte Nachrichten.
Natürlich ist das oft zitierte Liefern auch Ausdruck einer fortschreitenden Amazonisierung und Zalandoisierung unserer Gesellschaft. Es steht für die Kundenmentalität, mit der wir längst alle Bereiche unseres Lebens verstehen.

Bringschuld: Politiker, Manager und Sportler haben ein neues Lieblingswort: Ständig wollen sie etwas liefern – selbst dann, wenn sie gar nichts mehr anzubieten haben.

Ob die Nutzer im Internet auf die Reklame-Banner klickten oder nicht, spielte für die Wirkung der Anzeigen so gut wie keine Rolle. Nur rund 22 Prozent der Umsatzsteigerung entstand durch Kunden, die die Online-Banner angeklickt hatten – der große Rest entfiel auf Nutzer, die im Internet nicht weiter auf die Anzeigen reagiert hatten. Zudem wirkt Online-Werbung offenbar weit über das Internet hinaus: Nur sieben Prozent der positiven Werbewirkungen entfiel auf das Online-Geschäft des Händlers, der ganz große Rest der zusätzlichen Umsätze fiel in den Filialen an.

Wie Werbung wirkt

duck hunt

Wenn man allerdings die Domäne des Aktivismus und der Überzeugungstaten verläßt, wird Crowdfunding schnell zu alternativromantischer BeteiligungsPR und der Übervorteilung von Menschen, denen der Zugang zu bestimmten Fähigkeiten oder Informationen fehlt.

connected – Crowdwashing

In der Zwischenzeit.

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Wir sind hier nicht in Seattle, Conni

Daß man um diese Kinderbücher als Eltern kaum herumommt, ist schon anderen aufgefallen. Sie erklären Kindern eben Standards: Bevor man zum Zahnarzt geht, liest man mit ihnen halt Conni geht zum Zahnarzt. Obwohl Conni verschiedene Situationen in offensichtlich zeitlicher Abfolge erlebt (Kindergarten, Schule), scheint sie irgendwie nicht zu altern. Falls aus dem Kind irgendwann doch mal ein Teenager werden sollte, könnte es ja Mitglied in einer Band werden.

Conni möchte Teil einer Jugendbewegung sein
Conni muß reden, auch wenn sie schweigen muß
Conni wird nie mehr alleine sein
Conni war Pizza essen mit Mark E. Smith
Conni kommt, um sich zu beschweren
Conni verabscheut Euch wegen Eurer Kleinkunst zutiefst
Conni ist ganz sicher schonmal hier gewesen
Conni wünschte sich, sie würde sich für Tennis interessieren
Conni wird sich nie verändern
Conni möchte irgendwas für Dich sein
Conni macht ihren Frieden mit Euch
Conni heiratet eine Familie
Conni ist viel zu lange mit Euch mitgegangen
Conni ist es egal, aber
Conni hat Stimmen gehört
Conni sagt alles ab
Conni macht es nicht selbst
Conni stürmt das Schloss
Conni will für Dich nüchtern bleiben
Conni wartet auf Dich auf dem Grund des Swimmingpools

Wie man sieht, hat das bei den poetischeren Songtiteln der letzten Alben nicht mehr so gut geklappt. Was wahrscheinlich daran liegt, daß Dirk, Jan und Arne – im Gegensatz zu Conni – sehr wohl altern. Und das in Würde. (Diskographie auf indiepedia.de/ gegengecheckt.)

Originalbild by Alice Wiegand

Originalbild by Alice Wiegand

Readmill Logo
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Testing Readmill

Pollesch selbst hat das Buch mal irgendwo zum freien Download gestellt. Ist allerdings schon was her, finde den Link leider nicht mehr. Wahrscheinlich damals mit seinem Posterous-Blog untergegangen. Kann also nur noch Amazon anbieten. Besser allerdings, Sie machen es mir nach und bestellen diese kürzlich erschienene Pollesch-Anthologie. Oder falls Sie keinen weihnachtsgeschenkten Buchgutschein mehr übrig haben, finden Sie “Kill your Darlings” praktischerweiser Readmill-kompatibel auch bei kobobooks.com/.

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Medienwandel

Vor einiger Zeit ging dieses Photo oder ein ähnliches oder ein anderes mit einer Waggonladung lesender Asozialer rum. Das sollte dann ganz treffend die Mär vom vor der Durchsetzung des Smartphones ach so geselligen Zugreisen entkräften. Und teilweise hat das auch ins Schwarze getroffen; vielleicht sind die Kritiker einfach nur genervt davon, daß es mit Display statt Zeitung schwieriger geworden ist, bei den Mitpassagieren mitzulesen.

Nun ist Zugreise nicht gleich Zugreise; das weiß jeder, der schon einmal gemeinsam im selben Abteil mit einem Kegelclub unterwegs gewesen ist. Das hat mal so gar nichts mit dem allwochentäglichen Morgen- bzw. Abendpendelverkehr zu tun, den die oben verlinkten Schwarzweißbilder widerspiegeln. Auch wenn einem der Nebenmann weder im einen, noch im anderen Fall so etwas wie Tolstois Kreutzersonate erzählen wird. Remember the Rahmenhandlung?

Nun ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht die einzige Situation, in der Vielen (über 36 Mio. Views!) das ständige Starren auf ein Smartphone Anlass zu zivilisatorischer Technikfeindlichkeit und generellem Kulturpessimismus bietet. Was sich allerdings in seiner akuten Aufgeregtheit wieder ein wenig zurechtrückt, wenn man sich die Kritik gegenüber medialen Innovationen durch die Jahrhunderte anschaut. Exemplarisch sei hier auf die Warnungen vor der Lesesucht im ausgehenden 18. Jahrhundert verwiesen.

Und das gilt nicht nur für sämtliche bisher angeführten Rezeptionsweisen. Auch auf Produktionsseite werden neue Techniken regelmäßig skeptisch gesehen. So ist von Truman Capote die Einschätzung überliefert, es gebe zwei Arten von Schreibern – echte Schriftsteller und bloße Schreibmaschinenbenutzer. Oder dieses aus heutiger Perspektive besonders absurd erscheinende Beispiel:

Andere mögen hier gerne noch einmal den alten Plato zur Lektüre herausholen, ich freue mich derweil auf den neuen Film von Spike Jonze. Und krame derweil, um den Bogen zum Beginn dieses Posts zu schlagen, eine alte Studienarbeit von mir hervor: Die Bahn kam – Implikationen einer Erfindung.

Nachtrag // Heute morgen erst diesen interessanten Artikel beim Guardian zum Thema gelesen. Lag schon länger auf Instapaper gespeichert rum.

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pro Quote

Daß ausgerechnet SZ und Spiegel in Sachen weibliches Führungspersonal derart hinterherhinken, finde ich schon traurig. Die hier eingebundene Spielerei der Initiative ProQuote verdeutlicht die Misere recht gut. Konnte ich so unterschreiben.

Hopefully unrelated News // kioskforscher.wordpress.com/ hat ein Interview mit Jana Gurung geführt, die den Gimmick-Einkauf beim Egmont Ehapa Verlag leitet. Ohne diese Zugaben scheint ja heutzutage keine Kinderzeitschrift mehr auszukommen – Stichwort Quengelfaktor.