Du hast doch den Quell offen!

Mir geht Gunter Dueck ja schon seit Jahren komplett auf die Nerven. Seine berechnend verpeilt ummantelte Vortragsart, die sein – nein, nicht Besserwissertum, sondern sein – Allwissenheitsgehabe sympathischer wirken lassen soll. Noch ätzender finde ich wohl nur noch, wie es dieser vor Wirtschaftsfreundlichkeit strotzende Effizienzfanatiker dabei schafft, die Lacher und den Applaus vieler achsoalternativen Opensourcegesellschaftler in diesen konferenzüblichen Publika abzugreifen.

Insofern sehe ich mich zu einer Respektabringung genötigt dafür, daß Dueck innerhalb seiner jüngsten Auslassungen über Cargo-Kulte deutlich Position gegen das in sich für linksprogressiv haltenden Netzkreisen einiger Beliebtheit erfreuende bedingungslose Grundeinkommen bezogen hat. Auch wenn ich das in der Sache etwas anders sehe.

fwd: re:

In schnöder Regelmaßlosigkeit beschweren sich Leute über Anrufe. Nicht nur über Werbeanrufe, nein, generelle über jegliche Kontaktaufnahme via Telephon. Vor einigen Monaten erst bin ich wieder über zwei Texte gestolpert, die sich darüber echauffiert haben. Überhaupt sei synchrone Kommunikation ja strukturelle Gewalt etc. Ich finde sie jetzt leider nicht mehr wieder, wollte aber schon damals einwerfen, daß beide Rants hinter einer Fassade des sich kontaktscheu gebenden Nerds eigentlich nur so vor Selbstbeweihräucherung gestrotzt haben. Der kaum verhohlene Tenor bei beiden: Ich bin so busy und habe Wichtigeres zu tun.

Sowas wird zumindest in meiner Filterbubble gerne geteilt oder wenigstens aufgegriffen. Jemand schreibt irgendwas auf Facebook über einen verspäteten Flieger oder Boardingprobleme und sofort überbieten sich die Businesskasper in den Kommentaren von wegen Senatorstatus wäre nichts mehr wert. Und wenn man den nicht aufweisen kann, wird eben irgendeine an den Haaren herbeigezogene Analogie zum Schienenverkehr herbeigezogen – nur um hierbei superbeiläufig seine Bahncard 100 ziehen erwähnen zu können. (Denn ja, es sind nahezu ausschließlich Männer.)

Egal wie Firmen auf Kritik reagieren, irgendjemand verlinkt sofort den Wikipedia-Artikel zum Streisand-Effekt. Und worauf sich die digitale Achso-Avantgarde ebenfalls allzeit einigen kann, ist das E-Mail-Bashing.

Dem modernen Sisyphus würde man keinen Stein mehr geben, damit er ihn auf ewig erfolglos einen Berg hinaufrollen muss. Stattdessen würde man ihm einfach eine Mail-Adresse geben und Inbox Zero verordnen.

So weit, so unterhaltsam Jan Tißler in seinem Upload Magazin. Daß dann aber nicht subtil zwischen den Zeilen, sondern dick und fett zwischen den Absätzen für den Upload-Newsletter geworben wird, scheint mir alles andere als ironisch gemeint. Aber wie gesagt, am schlimmsten sind die vier Kommentare unter dem Artikel. Hölle, das sind die Reaktionen der anderen.

beyonce

Übrigens heiße ich auf Snapchat nicht drikkes.

Was mit Medien

At first you loathe the teens, because you know nothing about them and think they’re idiots, beneath you. Then you love the teens because you figure out they are smarter than you, and you make peace with the death of your cultural relevance, because you know you’ll be in good hands. Finally, you recognize the shape of the adults they’ll become, corrupted by money and vanity and hubris just like everyone else.

The Secret Lives of Tumblr Teens | New Republic

Neues aus

The company built a set, specifically designed for vertical videos, that’s roughly 15 percent skinnier than a standard set and has cameras turned on their sides. Tastemade still has to fill up the other platforms, so it shoots the rest of its videos horizontally on high-resolution cameras, while keeping the action in the middle third of the screen so the footage can also run on Snapchat. TV monitors in the studio are marked with black tape that shows the Snapchat version’s frame. Afterward, segments are edited into multiple cuts: vertical for Snapchat, square for Instagram and Facebook, horizontal for YouTube and Apple TV.

How Snapchat Built a Business By Confusing Olds | Bloomberg Business

Sharing is Göring

Hihi, „Oral University“. Und dann auch noch „Christian“.

Selbst die größten Datenschützer fallen im Social Web übrigens dadurch auf, daß auch sie die Tracking-Endungen bei Links vor dem Teilen nicht entfernen. Hier also die URL aus Evgeny Morozovs Tweet ohne das

?_osource=SocialFlowTwt_CHBrand

am Ende: http://www.nbcchicago.com/news/national-international/Oral-Roberts-University-to-Track-Students-Fitness-367128961.html
Wie lange er noch mit seinem „Only in America“ Recht behält, wird sich zeigen müssen. Nach der Lektüre etwa dieses SZ-Artikels über die geplante Zusammenarbeit von IoT/SmartHome und Versicherungsbranche kommt man da schon ins Grübeln.

ToDo: Gestern frisch in der U-Bahn eine Werbung für NetCologne gesehen – mit der Headline „Dein Daten-Bodyguard“. Im Netz dazu (noch) nichts gefunden. Probiere heute Abend, ein Photo davon nachzureichen.

Und um noch einmal zum christlichen Anfang zurückzukommen: Anordnung über den kirchlichen Datenschutz – Wikipedia