Laber nich

Lukas Heinser ist nicht der einzige gewesen, der eine Veranstaltung von und mit Benjamin von Stuckrad-Barre besucht hat. Daraus:

In der Reihe hinter mir sagen Männer den Satz, den Männer im Jahr 2018 so sagen, wenn sie das mit der Rockstar-Karriere wirklich aufgegeben haben und die E-Gitarren als Deko im Pinterest-Wohnzimmer verstauben: „Lass mal ’nen Podcast zusammen machen!“

Michael Brake führt in der neuesten Ausgabe seiner Digital-Kolumne bei der TAZ eine Art Selbstgespräch zum Thema. Daraus:

M: Also darum soll es heute so vor allem gehen. Um diese neue Podcast-Welle, bei den Medienhäusern, aber auch so generell. Und ich finde das tatsächlich ganz interessant dass … ähm … jetzt hab ich ein bisschen den Faden verloren … naja, haha.

Findet mein Bot ebenfalls. Gibt auch Merchandising.

Was mache ich hier eigentlich?

Via kottke.org auf den Text Back to the Blog von Dan Cohen aufmerksam geworden.

The salad days of “blog to reflect, tweet to connect” are gone. Long gone. Over the last year, especially, it has seemed much more like “blog to write, tweet to fight.”

Hier auf drikkes.com war früher auch mehr los. Das ist auch okay so, aber natürlich ein bißchen schade. Wegschmeißen kann ich das alles auch nicht, obwohl ich den im Vergleich zum Blog von Berufs wegen wichtigeren Teil – die Arbeitsproben – nicht nur in letzter Zeit ziemlich vernächlässigt habe.

Jetzt, wo alle mehr oder weniger panisch am DSGVO rumhampeln, überlegt man dann doch ein zweites Mal. Und kommt natürlich trotzdem zu keinem Ergebnis. Also lasse ich hier erstmal alles so, wie es ist.

Dropshop

Ich weiß es ja auch nicht. Wie Marcus gesagt hat, ist die Bandbreite an Reaktionen auf dieses kleine Demo-Video von Dent Reality ziemlich groß. Nach Eigenaussage „is“ die Firma „building simple tools that make it easy for retailers to integrate incredible AR experiences into their own apps … Our simple-to-use web tools allow you to provide store layouts and product info, then customise the AR experience to suit your brand.“

Während die eine Hälfte der Replies – gerne verlinkt auf diese mittlerweile zwei Jahre alte Videoeskalation – das weitere Zumüllen einer gefühlten Öffentlichkeitsebene beklagt, bewundert die andere die praktible Umsetzung dieser als ungemein hilfreich empundenen Shop-Navi. Wieder andere nehmen die AR-Demo zum Anlaß, um den baldigen Tod des gesamten stationären Einzelhandels zu proklamieren, den auch solche technischen Spielereien nur bedingt zu verlangsamen in der Lage sein werden.1

Etikett lesen, Zusatzinfos geben, Weg weisen – alles okay. Brennpunkt ist Folgendes: Nachdem die App das Hühnerfleisch erkannt hat, empfiehlt sie eine dazu passende Soße. Bei all den verschiedenen Reaktionen und Rückfragen darauf fehlt mir allerdings eine entscheidende: Wer kauft so ein? Selbst, wenn man nicht den Hauch einer Ahnung vom Kochen hat oder seine Inspiration ausgerechnet vom Laden abhängig machen möchte: Ich kenne niemanden, der in einem Supermarkt geht, um dort einzig die Zutaten für das heutige Abendessen zu kaufen.

Wie gut die Regale auch sortiert sein mögen; ein Wochenendeinkauf auf diese Art würde bestimmt doppelt so lange dauern, weil man nur zwischen den verschiedenen Gängen herumrennen würde, statt entlang einer Idealroute alles nacheinander in den Korb zu werfen. Echt nützlich ist anders.

via GIPHY

Aber wer weiß, auf welche Art diese AR-Technik später mal Verwendung finden wird. Angezeigt bekommen werden wir es wohl nicht, geschweige denn voraussehen.

Eames Mag

Sehr nice gebaut von Enso. Paralax heißt ja jetzt Scrollitelling, aber das sieht sowohl am Desktop, als auch mobile schick aus. Und eine blätterbare Embed-Funktion gibt es auch. Empfehlung ist aber definitiv der Klick auf den Link oben.

http://enso.readymag.com/843291

Das Tool dazu liefert Readymag. Muß ich auch einmal ausprobieren, sobald mir der richtige Content dafür vor die Flinte fliegt. (Und mal gucken, wie das dann im RSS-Reader ankommt.)

Anstelle eines Threads:

Ich vor ein paar Stunden so. Doch dann ist mir noch mehr zum Thema eingefallen. Der Reihe nach:

Zur Erinnerung: VICE, das sind die mit folgender Zeile im Title Tag ihrer Website: „Unbequemer Journalismus und Dokus zu allem, was wichtig ist auf der Welt.“ Mein erster Gedanke: Maggi gehört doch zum Nestlé-Konzern, die sind jetzt nicht so bekannt, eine besonders gute Presse zu haben. Auf vice.de ist die Suchfunktion nicht gerade ergiebig; ein Umweg über Google zeigt auf den ersten Blick jetzt nicht gerade superkritische Artikel über den Schweizer Nahrungsmittelriesen. Es scheint da eher um Zuckerreduzierung als Wasserprivatisierung zu gehen.

Was mir besonders gut gefällt: Über Startseitenteasern für Zusammenarbeiten wie Ich habe eine Woche auf Essengehen verzichtet und alles selbst gekocht prangt heute eine fette Banner Ad des Lieferdienstes Foodora. Das bleibt übrigens auch so, als nach meinem Tweet diese Native Ads nicht mehr „Partner Content“, sondern „Anzeige: präsentiert von …“ genannt werden. (Screenshot 1, Screenshot 2) Diese Partnerschaft ist wohl von längerfristiger Dauer. Zum Glück wird bei VICE strengstens zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten getrennt.

Was man beim deutschsprachigen Ableger der VICE neben dieser Trennung noch gut kann: sich über Influencer lustig machen. Insbesondere die aufgesetzte Art, wie plump die beworbenen Produkte in Szene gesetzt werden. Das könnte dem achsoauthentischen Sprachrohr der Digital Native Advertisers nie passieren. Auch nicht hier in Bild 4.