zu faul

Und überhaupt sind Satireaccounts auf Twitter sooo 2012, Bots sind so 2015. Zusammen hätten sie diesen Monat vielleicht noch eine Chance, aber: siehe Überschrift. Ich habe einfach zuwenig Ahnung davon bzw. keine Motivation dazu. Wenn also jemand die Idee umsetzen möchte, bitteschön:

@BILDdirdeineMudda

. . . ist als Twitterhandle leider zwei Buchstaben zu lang, macht wohl aber schnell klar, worauf ich hinauswill. Der Account würde sich die Schlagzeilen der BLÖD ziehen, einen Namen oder ein Substantiv daraus durch „Deine Mudda“ ersetzen und das dann automatisch tweeten. Zur Inspiration noch ein paar manuell generierte Headline-Mashups von heute:

    – Syrer (16) wurde von Deiner Mudda ferngesteuert
    – Studie: Jeder 3. findet, Deine Mudda ist selber schuld
    – Pirat fuhr Deine Mudda mit Sackkarre durch Berlin
    – Das verdient Deine Mudda an jedem iPhone (Oder besser: Das verdient Apple an Deiner Mudda?)
    – Deine Mudda gefährdet sozialen Frieden im Osten

Falls Ihr das auch nur halbwegs lustig findet und Euch der Ehrgeiz packt, wäre das hier vielleicht ein Startpunkt. Ich selbst habe seit Wochen den Dash-Button zuhause liegen, aber selbstverständlich noch am Stück, nicht gehackt.

ätschtäg # dmexco

Am Mittwoch den ganzen Tag über die Digital Marketing Exposition & Conference gelatscht. Messestände angeschaut, einige Panels besucht, ein paar Bier auf Kosten von Spotify, ich glaube t3n, vielleicht aber auch irgendeine Firma mit O getrunken und nach einem Sekt beim Denkwerk habe den Namen den letzten Sponsors vergessen.

Als einziges physisches Mitbringsel ein Schaumstofftier meines LieblingsAd- und -TrackingBlockers eingepackt. Daß Ghostery auf der dmexco vertreten war, fand ich allerdings auch nur solange ziemlich lässig, bis ich heute mal wieder deren Website gesehen habe. Da hat sich ja einiges getan.

Ghostery

Außerdem mit @silvestah vor den Messetüren ein paar Kippen geraucht. Und dabei natürlich unterhalten. Also eigentlich habe ich die meiste Zeit gelabert, jedenfalls kommt es mir rückblickend so vor. Allein weil er sich das angehört hat, ist er ein feiner Kerl.

digital marketing quappsch & co.

Wenn ich InvestigativQualitäts… Techjournalist wäre, würde ich ja mal die zitierten App-Rezensionen auf den verschiedenen Länderseiten von WHERE TO? miteinander vergleichen. Beste:

I used this app on a 1200 mile car trip and it found all I needed using my thumb while driving (gas, food, tire repair). Great app! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das findet sich tatsächlich so auf der US-Website. Liest sich ja fast, als wäre im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Smartphonenutzung am Steuer erlaubt. Auf der deutschen Site findet es sich nicht. Die ist allerdings auch keine wörtliche Übersetzung: Während US von „an easy, fun new way“ spricht, heißt es auf D „intelligente, lokale Suche“. US sagt „no typing or map-reading skills required“, bei D wird „Reiseführer“ auf den letzten beiden Silben betont.

Eine wirklich beeindruckende Leistung! Selbst hier oben in Norwegen wird die letzte Pizzabude hinterm allerletzten Felsen gelistet! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Spezifische Ansprachen hin oder her – für eine Nachspürreportage durch die 130 deutschsprachigen App-Rezis fehlt mir die Zeit zum Gegencheck, ob das nicht doch eine Hinübersetzung aus dem Norwegischen ist.

(Wohin? Triff mich morgen http://dmexco.de.)

Verbindungsaufbauspiel

t3n vermeldet: Deutsche Bahn stattet erste ICEs mit Gratis-WLAN in der 2. Klasse aus.

Praktischerweise gibt es zumindest derzeit keinen Umweg über eine Anmeldeseite, auf der die Reisenden Informationen über sich hinterlassen müssen. Ob das auch nach Beendigung der Testphase so bleibt, lässt sich derzeit allerdings schwer abschätzen.

Noch in diesem Jahr, also bis Ende 2016 soll die Technik in allen zwischenstädtischen Schnellzügen angeboten werden. Ich setze 10 Euro darauf, daß es dann bei der DB genauso schlimm wird, wie sich in einen Hotspot der Deutschen Telekom einzuklinken. Meine arbeitstägliche Fahrt von Köln nach Düsseldorf dauert laut Fahrplan 22 Minuten. Wovon ich sicherlich nicht jedes Mal fünf Minuten mit Eincheckboxen und Mailadressenangebertum verbringen möchte.

Are friends electric?

Selbst dann nicht, wenn das WLAN schneller als in der 1. Klasse sein soll.* Aber man soll ja nicht immer meckern. Besser als nix.

#dhdl

Da braucht man gar nicht erst mit App-Müdigkeit und so weiter anfangen. Der elitäre Techzirkel ist und bleibt eine Startup-Blase. Entrepreneurship reimt sich nicht für jeden auf hip. Als billiges Entertainment macht es viel eher Sinn.

Für alle, die wollen, daß Digitalkram vielleicht sogar auf längere Sicht funktioniert, nervt sowas einfach nur. Selbst mir macht es keine Spaß mehr, ständig dem neuen hycen Shyce hinterherzurennen. Nach dem Ende von Mailbox habe ich mich noch einmal für einen Wechsel zu Polymail aufgerafft. Wenn die dichtmachen, entscheide ich mich wahrscheinlich für Apples nativen Client.

Obwohl heute der letzte Tag von Sunrise ist, habe ich immer noch keine rundum vernünftige Vertretung gefunden. OneView noch nicht als iPhone-App am Start, Moleskine-Planner recht teuer, Fantastical häßlich. So wird es wahrscheinlich auf die Kalender-App von Google hinauslaufen. Ich nutze Snapchat kaum und habe PokemonGo noch nicht einmal installiert.

„Besser schlechte PR als gar keine PR“ kann aber auch nicht die Lösung sein, denke ich. Man kann sehr wohl eine Menge falsch machen.