krz wrz

Ich fand das schon doof, als Leute plötzlich angefangen haben, ellenlange Statusupdates (Status! Nicht Roman.) auf Facebook zu posten. Sie benutzen noch nicht einmal die extra für sowas vorgesehenen FB Notes. Aber es geht neuerdings noch nerviger, siehe Twitter. Gefühlt hat das Posten von Screenshots mit längeren Texten nachgelassen. Dafür tauchen nun vermehrt Tweetstorms auf.

Der @moeffju z.B. oder auch @kosmar retweeten gerne mit dem Zusatz. „This thread.“ Lese ich nicht, nie. Zur Hilfe kommt mir dabei mein Twitterclient, denn ich nutze statt der offiziellen App sowohl auf Desktop als auch Smartphone Tweetbot. Das erspart mir etwa die albernen Umfragen, indem es einfach die Antwortmöglichkeiten unterschlägt. Und auch diese Threads werden dort so dargestellt, daß sie komplett unlesbar sind – denn die Replies zu den einzelnen Tweets stehen immer gleich ununterschieden zwischen den eigentlichen Tweetfolgen. Finde ich gut, so komme ich wenigstens gar nicht erst in Versuchung, mir das doch anzuschauen.

Oder wie ich es bereits vor ein paar Tagen dem Service angemessen in aller Kürze formuliert habe:

Funktionieren bei Tweetbot die Moments auch nicht oder nutzt die einfach niemand? Aber ich bin ja auch ein alter Sack, der sich Snapchat verweigert und mit Instagram abgeschlossen hat.

nchtrg

…vom 30.11.2016 // Maciej Cegłowski sieht das genauso.

Verortung von LIEBE in Frauenmagazinen

Beruflich texte ich schon immer viel für Kosmetik. Da habe ich mir, während Ihr gestern die Bambi-Verleihung gesehen habt, mal auf den Internetseiten diverser Zeitschriften für die weibliche Zielgruppe angeschaut, wo dort in der Navigation der Themenkomplex „Liebe“ auftaucht. Angefangen bei meinem Einstieg ins Social Web vor zehn Jahren, vor Facebook und Twitter habe ich nämlich zu Recherchezwecken regelmäßig das Beauty-Forum der Glamunity aufgesucht.

glamour.de/

Hauptnavigationspunkt mit den Unterpunkten „Männer verstehen“, „Sex-Tipps“, „Kamasutra“, „Sex der Sternzeichen“ und „GLAMOUR Tarot“.

cosmopolitan.de/

„Liebe“ ist hier ebenfalls Hauptnavigationspunkt mit den handfesteren Unterpunkten „Sex“, „Beziehung“, „Flirten“, „Männer“ und „Hochzeit“ – nicht zu verwechseln mit „Vernunftehe“. Die würde wahrscheinlich unter „Wirtschaft“ fallen, wenn es so eine abwegige Rubrik in einer Frauenzeitschrift gäbe. Die Cosmo hat noch nicht einmal einen Punkt „Karriere“, stattdessen gibt es einen Unterpunkt „Erfolg“ unter dem Hauptpunkt (ja, Sie lesen richtig) „Trends“.

brigitte.de/

Hat eine sehr umfangreiche Sitemap, wahrscheinlich auch den meisten Content. „Liebe“ ist dabei eine Oberkategorie mit Themaverfehlungen wie „Persönlichkeit“ nebst passenden Tests. Und Werbung auf Navi-Ebene. Schön auch die Teaser rechts mit Headlines in bester Clickbaiting-Manier.

wunderweib.de/

Das Portal habe ich immer noch nicht ganz durchschaut. Es bündelt notdürftig die Onlinepräsenzen klassischer Frauenzeitschriften des Bauer Verlags wie Tina, Bella, oder Laura. Während Joy mit eigener Redaktion vertreten ist und die junge InTouch noch einmal ganz anders daherkommt.

Die Startseite hingegen verfügt über das übliche Themenspektrum. „Liebe“ in Reihe 1 mit den Unterpunkten „Beziehung“, oha: „Trennung“, „Sex“ und einer Gewinnspiel-Aktion.

bildderfrau.de/

Beim Springerblatt geht’s kurz & knapp. Hier hat der Hauptpunkt „Liebe“ nur die beiden Unterkategorien „Partnerschaft“ sowie „Liebe & Sex“. Mit Betonung auf dem „&“, obwohl der Oberpunkt allein „Liebe“ hießt.

freundin.de/

Sidenote im Vergleich zur „Bild der Frau“ davor, bei der „Kochen & Backen“ und „Diät“ getrennte Themen sind: Hier heißt der Punkt neben unserem Hauptaugenmerk „Liebe“ zusammengefasst „Kochen & Diät“.

Dafür gibt es auch hier „Liebe & Sex“, Tests wie bei Brigitte (nur eben psycho statt persönlich), „Männer verstehen“ wie bei der Glamour und „Flirten“ wie bei der Cosmo. Nur das spezifischere „Sexstellungen“ (Diskussionen der Redaktion imaginieren, welcher Artikel jetzt zu „Sex“ und welcher zu „Stellung“ gehört) verwundert ein wenig. „Trennung“ à la Wunderweib hat die Freundin freundlicherweise umformuliert in „Liebeskummer“.

Allerdings gibt es trotz Überschneidungen einen Bonuspunkt für den expliziten „Orgasmus der Frau“.

stern.de/

Kein reines Frauenblatt, aber sicher mit hohem Anteil weiblicher Leserschaft. Hier versteckt sich das etwas verschämt verklausierte „Liebes Leben“ als Unterkategorie von „Lifestyle“. Man beachte auch die Trennung zum gesponsorten „Besser Leben“.

emotion.de/

Hier versteckt sich die Rubrik „Liebe & Sex“ nicht etwa unter „Leben“ oder „Schönes“, sondern unter dem Navipunkt „Psychologie“. Wo sonst?

bunte.de/

Bei meiner Lieblingsklatschpostille gibt es nur den Unterpunkt „Stars & die Liebe“. „Royals“ lieben nicht.

Auf dem bunten Vorbild gala.de/ taucht „Liebe“ überhaupt nicht als eigener Punkt auf, soweit ich das erkennen kann.

Männerliebe

Habe ich mir heute Morgen der Illusion von Vollständigkeit halber auch angesehen, aber da gibt es gar nicht mehr viel. Fällt also recht kurz aus.

Auf der Suche nach LIEBE in Männermagazinen

Der Illusion von Vollständigkeit halber habe ich heute Morgen die ganzen Frauenzeitschriften von gestern Abend mit dem anderen Geschlecht vergleichen, aber da gibt es gar nicht mehr viel. „Matador“ eingestellt, kein „FHM“ in Deutschland mehr. Die neuen Magazine „Zeit Mann“ sowie „Gala Men“ verfügen nicht über einen eigenen Onlineauftritt. Bleiben eigentlich nur drei, soweit ich das sehe – und da ist von Liebe nicht viel zu sehen. Rubriken wie „Girls“ und „Erotik“ natürlich nicht mitgerechnet.

gq-magazin.de/

Hier gibt es unter dem Hauptpunkt „Leben als Mann“ eine Unterkategorie „Beziehungen“.

menshealth.de/

Englisch „Love“ tatsächlich in der Hauptnavigation. Darunter allerdings neben üblichen Verdächtigen auch Kategorien wie „Verhütung“, „Stil und Benehmen“ oder „Seitensprung“.

playboy.de/

Beim Klassiker von Liebe keine Spur. Hier ist „Lust“ eine Unterkategorie von „Lifestyle“.

Ergänzungsvorschläge sind natürlich willkommen, aber für eine internationale Ausweitung (Esquire etc.) fehlt mir echt die Zeit.

Wieder kein Kommentar

Horizont berichtet über die Allensbach-Studie zu „Relevanz und Glaubwürdigkeit der Medien“. Darin heißt es zum Kommentarwesen:

Nicht einmal jeder Fünfte legt großen oder sehr großen Wert darauf online seine Meinung kundzutun. (…) Demnach empfinden 43 Prozent der Befragten die Kommentare im Netz als überwiegend aggressiv, 28 Prozent als unqualifiziert. Debatten werden also jenen überlassen, die sich ohnehin wenig bis gar nicht um Streitkultur scheren. (…) Lediglich vier Prozent der Bundesbürger empfinden Netzdebatten als sachlich und höflich.

Hauptsache mitreden können

Über eine ganz andere Form der Kommentarproblematik macht Thomas sich Gedanken.

Wäre es nicht toll, eine standardisierte Schnittstelle, die jede Blogplattform integrieren kann, zu haben, mit der dann Feedreader eine native Kommentarfunktion zur Verfügung stellen können?

Ich habe zwar wahrscheinlich noch weit weniger Ahnung als er davon, aber das wäre in der Tat ein Argument, mich mehr zum Readerlesen zu verleiten. Obwohl das Direktkommentieren dann technisch wohl auch via Instapaper möglich wäre.

Galeria Klappstuhl

Wie gruenderszene.de/ unheimlich investigativ rüberkommen will, indem es bei deutschen Startups nachgefragt hat, was die denn so von der Unterstützung halten, welche ihr exponiertester Geldgeber dem durchgeknallten US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zukommen lässt. Die Firmen geben sich schmallippig bis schauzehaltend, wen wundert es.

Eine gute Gelegenheit, sich (noch einmal?) jene Artikel durchzulesen, die damals anläßlich Peter Thiels Investitionen bzw. denen des Founders Found erschienen sind. Die sind jetzt ja nicht uralt, sondern in den meisten Fällen höchstens ein Jahr, in der Mehrheit ein paar Monate frisch. Dazu etwas Musik.

In diesen Meldungen zu den Thiel’schen Geldsegnungen liest sich das ganz anders, siehe Kreditech, Nextmarkets, EyeEm, Zinspilot, Number26 und Eating with the Chefs. Hier wurde der Milliardär etwa folgendermaßen betitelt.

  • Starinvestor
  • Mitgründer des FinTech-Vorzeigestartups PayPal
  • Prominenter Investor
  • Startup-Ikone
  • Facebook-Investor
  • Star-Investor (mal mit Bindestrich)
  • legendärer Accelerator
  • Super-Investor
  • Promi-Investor (irgendwann ist jedes Synonym ausgeschöpft)

Und zwar komplett unironisch, wie ich mich gezwungen sehe eigens zu betonen. Außerdem sollte man nicht verschweigen, daß Thiel bereits vor Bekunden seiner Trump-Sympathien ein mindestens komischer Kauz mit einem zweifelhaften Rechtsverständnis gewesen ist.