Sharing is Göring

Hihi, „Oral University“. Und dann auch noch „Christian“.

Selbst die größten Datenschützer fallen im Social Web übrigens dadurch auf, daß auch sie die Tracking-Endungen bei Links vor dem Teilen nicht entfernen. Hier also die URL aus Evgeny Morozovs Tweet ohne das

?_osource=SocialFlowTwt_CHBrand

am Ende: http://www.nbcchicago.com/news/national-international/Oral-Roberts-University-to-Track-Students-Fitness-367128961.html
Wie lange er noch mit seinem „Only in America“ Recht behält, wird sich zeigen müssen. Nach der Lektüre etwa dieses SZ-Artikels über die geplante Zusammenarbeit von IoT/SmartHome und Versicherungsbranche kommt man da schon ins Grübeln.

ToDo: Gestern frisch in der U-Bahn eine Werbung für NetCologne gesehen – mit der Headline „Dein Daten-Bodyguard“. Im Netz dazu (noch) nichts gefunden. Probiere heute Abend, ein Photo davon nachzureichen.

Und um noch einmal zum christlichen Anfang zurückzukommen: Anordnung über den kirchlichen Datenschutz – Wikipedia

social ascii

Gerade auf thenextweb.com/ gelesen, daß Facebook automatisch von jedem öffentlich geposteten Bild auch eine ASCII-Version generiert. Dafür muß man nur die eigentliche Bild-URL nehmen und hinter die Endung .jpg noch ein .html dranklatschen.

Kann ich nicht wirklich ausprobieren, da ich kaum nativ auf FB gepostete, öffentliche Photos habe. Das funktioniert aber auch mit Instagrams und sieht dann zum Beispiel so aus.

Screenshot 2016-01-29 22.52.35

Um an die URL zu kommen, reicht ein Rechtsklick auf die Einzelansicht. Seitenquelltext anzeigen lasssen und etwa nach der Hälfte findet man sie, kopiert diese in die Adresszeile des Browsers, Endung dran. Fertig.

Und wenn die Adresse mit .txt statt .html vervollständigt, bekommt man eine pixeligere Schwarzweißvariante.

Screenshot 2016-01-29 22.54.15

Probiert das mal aus. (via @assbach)

Wir haben diesen einen Autoaufkleber immer noch nicht angebracht.

Diese Stelle in Faserland, wo ein Freund dem Protagonisten erklärt, Markenshirts wären die letzte Provokation. Also einfach T-shirts mit den Logos bekannter Marken drauf, keine ironische Verfremdung, kein Witz. Hat mich immer an die Besprechungen in Der Freund damals erinnert. Die haben noch das dämlichste Buch damals schlicht nacherzählt, das sind keine Rezensionen oder Kritiken gewesen. Allerhöchstens zwischen den Zeilen konnte man da schlau draus werden – und am Ende stand immer: »Der Freund empfiehlt XY uneingeschränkt.«

hebbel

Antwort heute: übertrieben affirmative Blogartikel. Einfach alles in den Himmel loben, ohne Geld dafür zu verlangen. Nur damit die ganzen Schranzen mal blöd aus ihrer gesponsorten Wäsche gucken. Können sich schleichen. Diese ganze Professionalisierungsscheiße hat die Blogosphäre doch erst zum Einsturz gebracht.

Block Hudson

Wieviel Lebenszeit ich beim Entwirren von Kabeln hätte sparen können, wenn ich mir die neuen Kopfhörer schon vor Jahren gekauft hätte! Was ich dann alles Sinnvolles* hätte tun können!

Nachschlag // Es hat tatsächlich jemand ausgerechnet, wieviel Lebenszeit das Kopfhörerkabelentwirren insgesamt ausmacht. Ich fürchte, viel weniger als die 3,5 Tage werden es auch bei mir nicht sein.

internetgiganten

*Also, wenn insgesamt wohl ungefähr eine Stunde mehr auf ein Smartphonedisplay starren etwas „Sinnvolles“ ist.

Auch Du

(Ich hatte ja in den Links von letzter Woche letztem Monat geschrieben, daß ich eigentlich keine Zeit hätte, meine Gedanken zur New Intimacy Economy zum Display zu bringen. Nun schreibe ich doch etwas.)

Leigh Alexander hat in ihrem Text – nach der einführenden Beobachtung, daß eine dystopische Zukunft wahrscheinlich viel kuscheliger daherkommen wird, als man gemeinhin denkt – sozusagen sehr plastisch auf den Punkt gebracht, was alles falsch läuft, wenn man Menschen einredet, sie müßten sich jetzt im Internetzeitalter zu einer „personal brand“ entwickeln.

Wobei Alexander den Fokus auf die Produzenten legt. Nun begreift sich nicht jeder als Publizist – zumindest nicht in erster Linie, weil er seinen Lebensunterhalt, sein Geld mit Veröffentlichungen bzw. Offenlegungen verdient. In Zeiten von Social Media hat diese Perspektive allerdings ihre Berechtigung. Nur muß irgendjemand diesen ganzen Kram auch lesen, anhören, weggucken.

Consumer Generated Content

Natürlich stellen sich Menschen im Netz gerne selbst dar – und möchten dafür auch Anerkennung. Scheinbar noch lieber möchten sie allerdings unterhalten werden. Und begeben sich dafür auch in mehr oder weniger professionelle bzw. sich immer mehr professionalisierende Hände. Die Übergänge sind da recht fließend – und für diese Überlegungen hier ziemlich zu vernachlässigen.

Ob aufstrebender YouTuber, ambitionierte Fashionbloggerin, freier Journalist bei einer etablierten Zeitung/Zeitschrift, Clipregisseur, Romanautorin mit Verlagsvertrag oder Fotomodel – alle verdienen ihr Geld mit dem Cult of Likability – NYTimes.com:

The embrace of the reputation economy is an ominous reminder of how economically desperate people are and that the only tools they have to raise themselves up the economic ladder are their sparklingly upbeat reputations — which only adds to their ceaseless worry over their need to be liked.

Bret Easton Ellis erkennt dabei sehr genau, wie dieses Phänomen um sich greift. Durch Reviews, Kritiken und Bewertungen sehen sich plötzlich auch Unternehmen und also Berufe weitab von »was mit Medien« damit konfrontiert ab-, ein- oder einfach nur geschätzt zu werden.

Now all of us are used to rating movies, restaurants, books, even doctors, and we give out mostly positive reviews because, really, who wants to look like a hater? But increasingly, services are also rating us. Companies in the sharing economy, like Uber and Airbnb, rate their customers and shun those who don’t make the grade.

Reputation

In einem sehr hellsichtigen Post zeigt Jamie Keiles, was für eine unheilvolle Wechselwirkung zwischen den Polen »Der Mensch muß zur Marke werden« und »Die Marke muß menschlicher werden« entsteht.

These specific words (organic, vegan, etc.) could be swapped out for any other sets of adjectives to associate yourself with, but the point is, mass culture is on board with the idea that you can express your sense of self by associating with the right pre-fabricated objects, experiences, and concepts. Some might call this a personal brand.

Einst als demokratierettendes Empowerment gefeiert, geht die ganze Feedbackkultur den kapitalistischen Bach runter.

That is, if the specific arrangement of purchasable commodities is upheld as a true form of intellectual property, then we have reached the day that all brands dream of, when strategic participation in capitalism is legitimized as a meaningful reflection of our authentic selves.

Was bleibt (einem) noch übrig, wenn der Status mit seinem nicht versiegenden Strom an Updates das einzig Konstituierende ist? Wie hält man sich über Wasser? Mitschwimmen.

Zurück zum Thema

Das scheint die Kehrseite der digitalen Überflußgesellschaft zu sein, in der Verknappung nicht mehr funktioniert. Exemplarisch läßt sich das am Journalismus und seinem Verlust von Exklusivität beobachten.

Wobei die Verkumpelung mit seinem Zielpublikum nichts wirklich Neues ist, nur hebt die Intimacy Economy sie auf ein völlig neues Level. Hier verquicken sich zwei Aspekte, die sicher einer weiteren Betrachtung wert sind.
1. Seit der Antike wird medialer Vermittlung mißtraut. In diesem Sinne kann Authentizität schon immer als Strategie verstanden werden, Nähe herzustellen und Verbundenheit zu simulieren.
2. Die klare Trennung der Lebenszeit in Arbeit und Freizeit ist eine Errungenschaft des aufgeklärten Bürgertums in der präindustrialisierten Ära. Und ihr Ende als Leitideologie weist Analogien mit der Auflösung klarer Grenzen zwischen Online und Offline auf. Im Postindustrialismus heißt die Direktive: Leidenschaftliche Selbstverwirklichung durch unbedingten Arbeitseinsatz.

(Das war jetzt alles ziemlich wirr, auf jeden Fall ungeordnet zusammengeschmissen. Und der ganze Schwall eigentlich nur eine Vorbereitung auf den letzten Absatz. Es tut leid, ich bringe das später mal in Ordnung. Da kommt wohl noch mehr.)