Notes KW 08/17

Die Frau am anderen Ende der Leitung, die nicht offenlegte, für wen sie arbeitete, ließ keine Zweifel daran, wo die Schwerpunkte der Agitation liegen sollten: Bei den Thema Migranten, soziale Ungerechtigkeit und der „Persönlichkeit Merkels“ – offenbar eine Umschreibung für eine Schmutzkampagne gegen die Bundeskanzlerin.

Putin nimmt Deutschland ins Visier – Die Tagespost – Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur

Während man bei der Feuerwehr lediglich von einer „misslichen Lage“ des schlafenden Mannes sprach, wird man andernorts deutlicher: „Der war komplett betrunken.“ Unglücklicherweise suchte sich der Student für sein ausgiebiges Nickerchen in feuchter Umgebung aber den Abfluss der randlosen Dusche aus. Die Folge: Das Wasser floss nicht wie vorgesehen ab, sondern drang vom vierten bis in das erste Stockwerk.

Villingen-Schwenningen: Student schläft auf Abfluss ein: Überflutung – Schwarzwälder Bote

Dass sie nicht singen und nicht komponieren können und keine Bühnenpräsenz haben, schadet ihrem Erfolg mitnichten. Wichtiger ist die Effizienz, mit der sie den universellen Mangel* verwalten: Bei ihren Konzerten kann man lernen, wie weit man heute kommen kann, ohne ein ‚Ich‘ zu besitzen.

Der Trick | Minusvisionen sind wieder da. Zumindest gab es in den letzten Wochen nach mehreren Jahren Funkstille (okay, S. veröffentlicht ja hier und da) einige Einträge. Bleibt hoffentlich weiter so.

Japan has nearly 300 varieties of Kit Kats.

Tourism Ministry pitches durian Kit Kat to Nestlé

Ein Kraulschwimmer hat im Gelnhäuser Hallenbad einen Polizeieinsatz herausgefordert. Der 53 Jahre alte Mann aus der Nachbarstadt Gründau übte den Schwimmstil in einem Beckenabschnitt aus, in dem laut Badeordnung nur Brustschwimmen erlaubt ist. Der Schwimmmeister habe nicht nur wegen der anderen Badegäste das Kraulen untersagt, sondern auch wegen seiner „Verkehrswegsicherungpflicht“.

Frankfurter Rundschau – Polizei setzt Kraulverbot durch

Einigen kosmopolitischen Linken – die mittlerweile auch in einem ökonomischen Sinn neoliberal denkende Menschen sind – ging und geht es dabei oft einfach nur darum, ihr eigenes Gewissen zu beruhigen. Wer auf seiner eigenen Facebookseite für Toleranz und Vielfalt wirbt, sei ja schließlich für das Gute – so die Denke. Damit sei die eigene moralische Pflicht aber auch erledigt. Das war aber nicht links, sondern linker Moralkonservatismus: Die ökonomischen Verhältnisse sollten bitte so bleiben, wie sie sind.

Der neue Arbeiterkaiser

Notes KW 07/17

Auf der Party gibt es zwei Smalltalkthemen: Dass man ja eigentlich gar nicht herwollte und dass es hier Nutten gebe. Die meisten Frauen, die das sagen, gucken verächtlich, die meisten Männer, die das sagen, versuchen zumindest verächtlich zu gucken, drehen sich dann aber doch lieber um.

So enttäuschend kann eine Berlinale-Party sein – WELT lese ich eigentlich wegen RvR. Oder, um mich aufzuregen.

To call this past weekend in the Trump administration a garbage fire would be a disservice to garbage fires, which at least shed light and get rid of garbage.

Michael Flynn is gone and everything is fine, just fine, great – The Washington Post zeigt, wie man in einen Text über Trumps Präsidentschaft einsteigen sollte. Ob die folgende Ikea-Analogie so glücklich gewählt ist, weiß ich allerdings nicht. Oder sie trifft makabererweise gerade deshalb.

Going forward it would be interesting to equip agents with the ability to reason about other agent’s beliefs and goals.

Google Test Of AI’s Killer Instinct Shows We Should Be Very Careful – Gizmodo

Sie hatte viele Affären, meist flüchtig, einmal gar Gruppensex – doch eine ernste Beziehung vertrug sich nicht mit ihrem Konsumverhalten: Ingeborg Bachmann liebte die Lyrik und das Pathos und italienische Schuhe und Sex und Wein und ihre Zigaretten, und sie kostete das alles in vollen Zügen aus.

Start der Serie «Verliebte Literaten»: Ingeborg Bachmanns dramatisches Liebesleben in der NZZ

Since it’s illegal in most countries to profile individual travelers, customs officers will soon require everyone to do this.

I’ll never bring my phone on an international flight again. Neither should you. Ich wiederhole mich und es tut mir auch leid, aber wer jetzt in die USA reist, der kollaboriert mit dem Trump-Regime. Das Telephone-Problem werden wir allerdings an immer mehr Grenzen bekommen. Übrigens auch schon vor zwei Jahren bei der Einreise in Trudeaus Canada, wie der Artikel dankenswerterweise erwähnt.

Notes KW 06/17

Als ich dann selbst ins Kritikergeschäft einstieg, wuchs in mir plötzlich der Neid. Missgünstig sah ich, wie manche Theater in ihren Flyern, auf den Websites oder gar auf Plakaten mit Textfragmenten meiner Kolleg*innen warben.

Als ich noch ein Zuschauer war – Wolfgang Behrens über Klappentexte

In Westeuropa gab es einen Rückgang um 13,6 Prozent, in Nordeuropa um 6,6 Prozent und in Südeuropa um 2,9 Prozent. Die Buchungen in Osteuropa seien dagegen um 15,8 Prozent gestiegen. Auch die übrigen amerikanischen Länder hätten bei US-Reisen ein leichtes Plus (2,3 Prozent) verzeichnet. In Afrika wurden 6,1 Prozent weniger US-Reisen gebucht.

USA-Reisen: Trumps Einreiseverbot schreckt Touristen ab – SPIEGEL ONLINE | Oh, really? Um es deutlich zu sagen: Wer jetzt noch in die USA reist, der ist Teil des Problems.

Hochfilzen

Biathlet Fourcade – Endlich einer, der sich traut – Sport – Süddeutsche.de

Laut „Kieler Nachrichten“ hat er auch allen Grund, seiner Friseurin dankbar zu sein. Ihr habe er den Wandel vom strengen Bürstenschnitt zur lässigeren Scheitelfrisur zu verdanken. Weitere Werbeaktionen sind vorerst nicht geplant.

Genosse der Friseure: SPD-Chef Stegner ist jetzt Haar-Model

I smiled in my alluringly mysterious way, which makes people wonder if I have wads of cash duct-taped to my body at all times, in case I need to flee the country.

Melania’s Diary 1/21/2017 – The New Yorker habe ich vor ein paar Tagen angefangen zu abonnieren. So richtig für Geld; und nicht nur digital, auch print.

Notes KW 05/17

Nicht das »Authentizitätsgebot« ist das Problem dieser Inszenierung, sondern der Harmonisierungszwang, mit dem das Elend jeder Utopie beginnt. (…) Sogar Schauspielschüler weigerten sich mittlerweile, Texte zu sprechen, mit deren Aussagen sie ethisch oder politisch nicht übereinstimmten.

Echte Tränen. Merkur liefert in seiner ersten Theaterkolumne mehrere denkwürdige Sätze, wie „Tränen haben in der Theaterwelt nicht den besten Ruf.“ (Wenn ich das richtig sehe, verzichtet der Merkur-Blog komplett auf Kategorien und Tags. So kann ich diese Kolumne allein nicht abonnieren, richtig?)

Christian Altenhofen, spokesman for the German federal police unit at Frankfurt Airport, told the BBC that he could not comment on the incident „for reasons of data protection“.

Mother ‚told to prove lactation‘ at Frankfurt airport – BBC News. Datenschutz, #neeisklar. Der Trump-Scheiß macht indirekt schon hier die Leute verrückt. Nur daß die Sicherheitsbehörden gleichzeitig noch etwas angegeilt werden.

Der große US-Journalist und liberale Autor Sydney J. Harris schrieb: „Wenn sich ein Mensch Realist zu nennen beginnt, kann man sicher sein, dass er etwas vorhat, dessen er sich insgeheim schämt.“

Realismus: Genug jetzt, hier spricht die Realität! | zeit.de

Der Polizeischüler hatte in einem kurzen Film mit dem Namen „Pimmel Bingo 8“ mitgespielt. Die Beteiligung fiel bei der Polizei auf.

Porno-Auftritt: Grüne beklagt „versteiften Umgang“ – Aktuelle Nachrichten – Berliner Morgenpost

Stephanie Albrecht, Gewerkschaftssekretärin in der Abteilung Politik bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie schrieb mir per Mail: „Das Grundeinkommen würde die Tarifpartner einmal mehr aus der Verantwortung entlassen – und uns alle über Steuergelder für diese Verantwortungslosigkeit bezahlen lassen. Wir müssten stattdessen solidarische und zeitgemäße Tarifverträge stärken.“

Mit diesen Grundeinkommens-Kritikern hatte ich nicht gerechnet | Ich habe den Krautreporter-Artikel nicht komplett gelesen. Könnte ich ja auch gar nicht, weil ich gar kein Mitglied bin. Warum nicht? Wegen solcher Headlines der hier verlinkten.
Daß die Gewerkschaften kein großer Freund des Grundeinkommens sind, hätte man sich allerdings an zwei Fingern abzählen können. Woher ich das weiß?

Ein Kardinalproblem unserer Zeit könnte sein, dass wir alle so irrsinnig gut Bescheid zu wissen glauben, dass wir unseren permanenten Blick in den Spiegel nicht nur mit Selbst-, sondern sogar mit Welterkenntnis verwechseln – und uns für gewitzter halten, als wir sind. Könnte sein. Ganz sicher bin ich mir aber auch nicht.

Politische Haltung und Widersprüche: Links, cool, selbstbesoffen | taz.de

In casting off many of the middlemen, sclerotic corporations, and bureaucracies that throttled human accomplishment, people have achieved negative freedom. But without the tools or power to forge a more meaningful society—a positive freedom—some have plunged back into the comforts of authoritarianism and domination. This is the world the tech industry now faces, a world—at least in part—of its own creation. The machinery and language of personal liberation have been colonized and subverted by the very forces they were intended to topple.

How Silicon Valley Utopianism Brought You the Dystopian Trump Presidency | WIRED erklärt das mit Erich Fromm.

Last year, Uber rebranded itself to highlight its focus on cities, under the assumption that the ride-hailing company’s future growth depended mostly on large urban centers. Now those cities are the frontline of the anti-Trump movement, and Uber is at risk of alienating its core customer base by continuing to act as if Trump is someone who can be reasoned with.

#DeleteUber exposes Uber’s serious loyalty problem | theverge.com

Trump ist nicht der erste US-Präsident, der diese Regelung verfügt. Auch Ronald Reagan und George W. Bush verfügten den Stopp von Hilfszahlungen an Organisationen, die Abtreibungen unterstützten. Die Regelung wurde jeweils von den demokratischen Präsidenten wieder aufgehoben.

Hilfsfonds für Abtreibungsberatung: Niederlande springen Frauen bei – SPIEGEL ONLINE | Belgien ist inzwischen auch dabei. Wie sieht’s mit Deutschland aus? Ach nee, hier ist dieses lustige „Holland welcomes Trump“-Video noch nicht in der hinterletzten Ecke angekommen. Na dann…

Notes KW 04/17

Ermöglicht wird die Zwischennutzung durch den Investor Catella. Der wird bald auf dem Grundstück rund 1000 Wohnungen im höheren Segment bauen. Das Projekt mit dem Namen „Grand Central“ wird das Erscheinungsbild dieser Seite des Bahnhofs komplett verändern, auch Restaurants und Raum für Kultur sollen entstehen. Die Wohnungen sollen ein neues, zahlungskräftigeres Publikum in die Gegend locken, die bislang zu den sozial schwierigsten der Stadt gehört.
Klaus Franken, Managing Partner bei Catella, ließ sich schnell von der Idee für die Zwischennutzung überzeugen. Er erhofft sich eine gute Werbung für die Wohnungen im urbanen Umfeld. „Wir wollen Aufmerksamkeit für das Projekt erregen“, sagt Franken. Dazu kommen praktische Erwägungen: Durch die Zwischennutzung befinden sich Menschen im Gebäude, das senkt die Gefahr von Vandalismus.

Die hippste Ruine Düsseldorfs | Rheinische PostPost über ein Paradeprojekt der Gentrifizierung, das ich – Oh doch, Herr Fleischer! – Düsseldorf genau so zutraue. (Sag mal, checkt die RP nicht, was sie da textlich zusammenstöpselt? Oder soll das etwa ironisch gebrochene PR-Übernahme sein?

The crowded, roaring venue felt like a party. I counted 37 customers and just three laptops.

What Happens When Cafes Pull the Plug on Wi-Fi | Was Journalisten des Wall Street Journals so für eine Party halten.

Dass er in Deutschland Fuß fassen konnte, dazu gibt es drei Theorien: Private Tierhalter haben das Fenster aufgelassen, der zu den Papageien zählende Vogel ist aus dem Zoo ausgebrochen, oder beides. Vogelkundler gehen davon aus, dass es deutschlandweit 7000 dieser winterharten Tiere gibt, 3000 davon sollen in Köln leben. „Der Halsbandsittich bevorzugt die Rheinschiene“, weiß Claudia Behlert, amtliche Tierärztin der Stadt Köln. Sie vermutet, wegen des milden Klimas. Und vielleicht schätzt der Exot besonders die Kölner Südstadt wegen der dort gelebten Weltoffenheit.

Vögel im Kölner Süden: Umweltausschuss will Sittiche aus der Südstadt vergrämen | Kölnische Rundschau – Ich mag die Viecher ja, aber direkt vor dem Fenster möchte ich den ganzen Schwarm auch nicht haben. Die können gerne ab und zu im Friedens-/Römerpark vorbeifliegen, aber bitte nicht ihr ständiges Quartier dort aufschlagen.

Cottage cheese. and I still hate it.

Meet the Cindy Crawford look-a-like beauty whose part of Tyler the Creators Gang | LOVE. Feines Mädchen.

Im Gegensatz zu biologistischen Rassisten betonen die Identitären, dass sie das Fremde keineswegs an sich ablehnen, sondern lediglich ein Nebeneinanderleben unvereinbarer Kulturen in klar voneinander abgegrenzten Räumen anstreben. Dieses Programm zielt sowohl auf die sozio-ökonomischen Abstiegsängste, die der globalisierte Finanzkapitalismus verursacht, als auch auf die kulturelle Entfremdung, die die Moderne durch die Auflösung traditioneller Gemeinschaften und Werte auslöst.

10 Thesen zum Kampf gegen den Rechtspopulismus – Carta ist nicht wirklich sexy zu lesen. Im Artikel stehen aber viele wahre Dinge und irgendwo muß man ja anfangen.

Offenbar hat der SPD-Chef vor, seinen Verzicht medial mit großem Aufschlag zu inszenieren und dem stern darum ein exklusives Interview gegeben. Für das Magazin ist das ohne Zweifel ein Scoop. Ob Gabriels Parteifreunde es gelungen finden, dass Journalisten vorab detailliert über die Pläne ihres Vorsitzenden informiert waren, bleibt abzuwarten.

SPD-Kanzlerkandidatur: Sigmar Gabriel verrät dem stern, dass er nicht antritt › Meedia. Das Exklusivinterview selbst habe ich nur in Ausschnitten gelesen. Ansonsten gilt, was Nico sagt.

Also abgesehen davon, daß es heißen müßte: „Da tut die SPD so, als würde sie immer und überall für mehr Gleichberechtigung kämpfen und fordert da neue Beteiligungsformate, wo sich eh nichts ändern wird, aber…“

French translators might have a difficult time translating the US President over the next four years, but perhaps they will finally help Mr Trump make sense.

French people are finding it really hard to translate Donald Trump because of his ‚limited vocabulary‘. Ganz ohne Trump geht es dann doch nicht, siehe diese kleine Meldung aus dem Independent.