Wirtschaftsteil

Daß Sharing Economy und Gig Jobs Euphemismen für Ausbeutung sind, ist mittlerweile immer mehr Menschen klargeworden. Der gute Alexis Madrigal bringt es im Atlantic allerdings mal wieder besonders fein auf den Punkt: What All Those Uber-for-X Companies Did to the World.

An unkind summary, then, of the past half decade of the consumer internet: Venture capitalists have subsidized the creation of platforms for low-paying work that deliver on-demand servant services to rich people, while subjecting all parties to increased surveillance.

Jemandem im Intro eines nirgendwo anders als in der Elbphilharmonie geführten Interviews zu bescheinigen, sie würde „den Elfenbeinturm der Wissenschaft immer wieder gerne verlassen“, das ist schon gehässig Nicht wahr, Manager Magazin?

Viele fühlen sich erst „überfremdet“, seit Fatma und Ali nicht mehr als Putzfrau und Müllmann arbeiten, sondern Lehrer werden oder in die Chefetagen schielen.

In der taz erfährt man von Ferda Ataman, wie Integration und Karriere zusammenhängen.

Urlaubsplanung

Zwei Tage Resturlaub aus dem alten Jahr bis Ende März zu verbraten, das sollte drin sein. Schwieriger wird es bei mir immer, den kompletten Jahresurlaub zumindest als grobe Planung so weit im Voraus abzugeben. Obwohl wir als Familie mit schulpflichtigen Kindern schon arg limitiert sind, fällt mir die Entscheidung für bestimmte Wochen nicht leicht.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, das mit den Brückentagen clever zu regeln. Jedes Jahr laufe ich den Planungen der anderen hinterher. Kriege das mit dem Abgleich von Wochenendtrips und Festivalbesuchen so lange nicht übereinander, bis an den betreffenden Tagen bereits alle anderen Copywriter Urlaub beantragt haben. Daß trotz Vertretung an solchen Brückentagen im Büro meist wenig zu tun ist (entspanntes Arbeiten/pünktlicher Feierabend), ist dann auch nur ein schwacher Trost.

Hier wäre ein guter Platz für ein auflockerndes Bild, aber eine Zwischenüberschrift tut es auch.

Fehlt auch noch zu überlegen, wohin es denn in einem der Urlaube gehen soll. Selbst das schaffen wir nicht jedes Jahr. Paris ist auch schon wieder 29 Monate her… Wir verbringen gerne Ferien zuhause in der Kölner Südstadt, aber hin und wieder muß man ja mal woanders hin. Dieses Jahr vielleicht Griechenland, dann aber Ostern oder Herbst. Und falls Sommerferien, dann keine Ahnung.

Seit mir vor einigen Tagen diese schicke Travel App namens Dorsia über den Weg gelaufen ist, möchte ich am liebsten sofort in die 15 dort bis jetzt aufgeführten Städte reisen.
Am allerliebsten (mal wieder) nach New York, um im neuen Sister City Hotel abzusteigen – allein, weil ich die Website mag.

Wenn einer sagt „Da bin ich ganz bei Dir“, dann fang‘ ich an zu rennen.

Ich habe keine Ahnung, ob Silvio Lorusso den Begriff „cognitariat“ selbst erfunden oder ihn von jemand anders übernommen hat. So oder so ist sein Essay What Design Can’t Do jedenfalls lesenswert. Daraus:

We must admit that design schools contribute to populating this creative underclass. So I think it makes sense to talk about design schools as precarity factories.

Kurzer Reminder, dass Du nicht „irgendwas mit Medien“ machst. Du gestaltest eine Printanzeige, mit der sich ein Atomkraftwerksbetreiber greenwasht. Du konziperst eine Microsite für ein Tochterunternehmen des Nestlé-Konzerns. Du textest eine Stellenausschreibung für einen Ingenieursjob in der Waffenindustrie. Du produzierst Branded Content, damit sich ein zuckerhaltiger, vor Palmöl triefender Brotauftrich noch geschmierter verkauft. Ich wiederhole:

Du machst nicht „irgendwas mit Medien“.

Merry Christmas

Die Londoner Dependance von Anomaly hat auch dieses Jahr wieder ein sehr unbeschauliches Weihnachtsvideo produziert.

Die letzten beiden waren ebenfalls schon mehr als ganz nett. (Okay, jetzt wisst Ihr, wie ich meine vorvorletzte Mittagspause dieses Jahr verbracht habe.)

Ich habe übrigens den Job gewechselt. Nach elf Monaten heißt es für mich seit Anfang Dezember wieder arbeitstäglich pendeln.

Ich wünsche Euch allen ein geruhsames Fest und einen spektakulären Rutsch.