Alle Artikel in der Kategorie “Reklamierung

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Markenkernspintomographikladderadatsch

Die w&v schrieb schon vor einigen Wochen:

Die Brauerei C. & A. Veltins verpasst ihrer Biermix-Marke V+ einen Relaunch unter dem Motto “Rough! Rebellisch! Erwachsen!”. Unter anderem der Sorten-Newcomer mit dem Namen V+ Black Label soll die 18- bis 30-Jährigen überzeugen. Für diese – laut dem Unternehmen – tendenziell ziemlich vergnügungswillige Zielgruppe ist auch der von den Agenturen Fluent (Lead) und Blood Advertising (Kreation) entwickelte Markenauftritt “Mach hinter jeden Tag ein +” gedacht.

Die Kampagne knüpft an den 2004 vorgestellten Markenspot an. Ab sofort läuft ein 45-Sekünder im Kino, ebenso gehören Plakat-Motive zum Mix. Eine Premiere: Veltins investiert kräftig in den digitalen Kanal. Laut dem Unternehmen aus Meschede-Grevenstein hat die Marke noch nie so ein hohes Budget in die Online-Kommunikation gesteckt.

Hier ein Motiv der V+ Kampagne, weitere nach dem Klick auf das Bild. Dort findet sich auch der Spot.

ohnetimeline

Nunja, das Motto scheint mir doch einfach der wahrscheinlich etwas zu überschwänglich formulierten Pressemitteilung entnommen zu sein. Ich finde die Bildsprache modern, das Layout ansprechend. Alles handwerklich ganz ordentlich und wohl schön auf Briefinglinie – aber ein paar Kleckse allein machen die Kampagne sicher nicht rough und rebellisch. Und ob es so eine tolle Idee ist, Facebook zu dissen, wenn man jetzt digital durchstarten will (inklusive Instagram-Account), sei mal wohingestellt.

Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist der neue Claim: “Mach hinter jeden Tag ein +” Freundliche Umschreibung von allabendlichen Alkoholkonsum. Doch ist das bis auf den Produktbezug ebenfalls nicht gerade originell. Diesen Stauder-Bierdeckel habe ich bereits vor fast zehn Jahren am Rande des Bochumer Bermudadreiecks auf dem Tisch liegen gehabt.

bierdeckel

Und wer sich fragt, warum man für die V+Kampagne eine Lead- und eine Kreativ-Agentur gebraucht hat, dem empfehle ich diese Kolumne von Thomas Koch in der WirtschaftsWoche. Zugabe // Heinz Strunks Impulsrede beim Deutschen Werbefilmpreis 2014.

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Dildos don’t kill people, ads do.

Kein herausragender TheOnion-Artikel, aber als Einstieg ganz amüsant: Area Woman Decides Not To Post Facebook Status That Would Have Tipped Gun Control Debate. Man fühlt sich natürlich an diese Aufzählung erinnert, welche Themen es beim Smalltalken zu vermeiden gilt. Womit wir der Sprachlosigkeit der beiden Muttis in folgendem Spot sind.

Nice twist, zumindest auf den ersten Blick. Wenn man allerdings länger drüber nachdenkt, dann trifft es das sexualisierte Verhältnis vieler Amerikaner zu ihren Knarren ziemlich gut. Was den Spot in meinen Augen noch besser macht. Wobei ich allerdings daran zweifle, daß die Macher der Kampagne diese Kritik am Fetischcharakter von Feuerwaffen bewußt intendiert haben.

Now playing: Goldie Lookin Chain.

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Niveau, weshalb, warum

Weil es ja heute losgeht: Vorab der Hinweis auf diesen leider auch nach zwei Jahren nichts von seiner traurigen Wahrheit eingebüßt habenden Text auf sueddeutsche.de/ zum Thema Party-Patriotismus. Und hier quasi als Einstieg der nahtlose Übergang zum Blogpost der vorletzten Woche.

Zusatz: Die Paninibilderlandschaft mit Ken-Burns-Effekt ist verschwunden. Weil Copybrechreiz?

Besser als (der Vollständigkeit halber) dies und das – oder jener Kommentar. Wobei natürlich auch ein kostenlos zum Download rausgehauener Anti-WM-Song als Marketinginstrument ausgespielt werden kann. Vielleicht gerade deshalb, weil der @Spex aufgefallen ist, welche Vorlage vermutlich als Inspirationsquelle zu obigem Video gedient hat. Damit wären wir beim eigentlichen Thema.

Werbeblock, zweisprachig

Sich woanders Anregungen holen, und sie dann an seine eigenen Zwecke anzupassen – kann man machen. Habe ich schon einmal irgendwo gesagt, geschrieben, fallen gelassen: Es gibt einen Unterschied zwischen echter Kreativität und der oft bemühten Kreativwirtschaft. Ideen hat jeder. Werber/Agenturen werden dafür bezahlt, ausgestaltete Ideen am Fließband liefern zu können, jeweils gemünzt auf die Kommunikationsbedürfnisse der Kunden. Das muss, kann nicht immer überoriginell sein. Und das ist nicht so schlecht – zumindest gibt es Schlimmeres.

Werte Nachfahren David Ogilvys (Tip Nr. 6): ein ehrliches “Fuck Off” durch ein – soweit ich das erkennen kann – “Bla Bla” zu ersetzen und das Ganze dann ohne Quellenangabe als Eigenleistung auszugeben, dürfte wohl als negative Schöpfungshöhe anzusehen sein. Eine Wortspielchen mit Cannes erspare ich mir an dieser Stelle.

Lieber nun zurück zum Sport: Wie scheißecool kann St. Vincent sein? // Highfive für Fred, mit der Bitte um Beachtung seiner Linktipps am Textende. // Apropos WM-Tipp. // So. // Oder so.

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Die Authentizität war bei mir kacken und hat nicht abgespült.

Zuerst gab es einfach Shampoo. Dann eins gegen Schuppen. Dann eins für leicht fettende Haare, für Rothaarige und für dauergewelltes Haar. Heute gibt es alkoholfreies Diabetikershampoo vom Faß.1 Und jetzt das.

immer alles

Da liest, sieht und hört man Tag für Tag die wahnsinnigsten Produktspezialisierungen, und dann soll es ein Shampoo geben, das nicht nur “für alle Haartypen”, sondern “auch ideal für Männerhaar” geeignet ist? In Zeiten von zielgruppenspezifischen Ü-Eiern für Jungs und Mädchen, um nur einen bekannteren der immer unzähligeren Auswüchse zu nennen, ist man schnell geneigt, diese Anpreisung als übertriebenes Werbeversprechen abzutun.

So weit ist man schon auf die Kategorisierung der Markenkommunikation konditioniert. Aber in der Tat, warum soll ein Shampoo nicht einfach jegliche Haare säubern? (Es könnte dabei allerdings weniger nach Marzipan riechen.)

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Kauflandia

Zweischnatteriges Schwert: Der Kunde soll so heißen, weil er kundig ist, weil er sich auskennt. Und doch fühlt er sich meist verkannt. Der Kunde soll selbst am besten wissen, was er braucht. Was er verbrauchen möchte.

Edeka mag Lebensmittel lieben. Für die meisten Käufer liegen da lediglich Verbrauchsgüter in den Regalen. Da will man nicht Fan von sein; Brot muß einfach nur schmecken und braucht keine Facebook-Seite. Lego ist da eine Ausnahmemarke, nicht die Regel.

Der Wille zum Konsum

In dem Video hier redet Stan Lee darüber, wie Science und Fiction beim Schreiben seiner Stories zusammengehen. Marcus meint, er redet über Werbung. Und er hat recht.

Werbetexter schreiben meistens, eben wenn die Zielgruppe das Produkt nicht gerade kultisch verehrt wie Apple-Fanboys, an zwei Adressaten: 2.) potentielle Käufer, aber aller1.) das herstellende Unternehmen selbst. Denn da gibt es oft erhebliche Diskrepanzen in der Eigen- bzw. Außenwahrnehmung.

Die Produzenten einer Heizung können noch so stolz auf speziell die technischen Leistungsmerkmale ihrer Geräte sein. Den Kunden interessiert am Ende nur, daß seine Wohnung warm ist. Die Marke will sich in ihrer Kommunikation natürlich trotzdem irgendwie wiederfinden; wieviel Arbeit sie in das Produkt gesteckt haben etc. Das Ergebnis sieht dann leider oft so aus.

“People don’t buy products, they buy solutions.”

Das gilt selbstverständlich in erster Linie für B2C. Wobei man bei B2B dann eigentlich zusieht, ob man die Werbung je nach Lage eher als 1b) oder 2a) aufhängt.