Vom Feeling her kein gutes Gefühl

Bald ist wieder Fußball-EM und da schießt handelsübliches Marketing & Merchandising der Mannschaft wieder aus allen Ecken und Endspielen ins Kraut. Unter anderem sind das neben dem Klassiker Panini-Sticker und den ebenfalls bekannten Teamcards der Ferrero Lovebrands auch die bei jedem REWE-Einkauf abgreifbaren Sammelkarten.

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Die Aktion läuft ja auch nicht zum ersten Mal: Je 10 € Einkaufswert bekommt man eine Spielerkarte gratis. Für das dazugehörige Sammelalbum muß man 2,99 € hinlegen. Und bei eben diesem ist man auf eine sagenhafte Idee gekommen: Zitate auf den unbelegten Feldern.

Berufsbedingt sieht man den Pitch um das Designkonzept quasi vor dem geistigen Auge. In den Layouts standen in den leeren Kartenfeldern noch witzige Sprüche von „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ über „Das Runde muß ins Eckige“ bis „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Nur haben sich die dann in etlichen Abstimmungsrunden zu lahmen Motivationssprüchlein irgendwo zwischen Naidoo-Lyrics und Wandtattoo abgeschliffen.

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Es kann aber natürlich auch daran liegen, daß solche Spielertypen wie Brehme, Basler oder Effenberg längst ausgestorben sind. Und woher die markigen Bonmots nehmen, wenn heutzutage in Interviews niemand mehr Klartext redet? PR-geschulte Floskelparade an jedem Mikrophon. Aalglatt ist gar kein Ausdruck.

Übrigens läuft der Verkauf des aktuellen DFB-Trikots nicht so gut.

Traumhafte Werbung

Manchmal findet man tatsächlich etwas Interessantes, wenn man durch die Xing-News seiner eigenen Branche scrollt.

Wobei das subversive Potential des Films weit von sich geschoben wird. Das ist alles Zukunftsmusik, keinesfalls als Statement zum Ist-Zustand der Werbung gemeint. Und selbst wenn, dann ist Coca-Cola ein sehr gut gewähltes Opfer. Smack verscherzt es sich lediglich mit einem potenziellen Kunden, dessen Markenwert aufgrund seines absurd hohen Symbolcharakters doch ein wenig überschätzt ist, wie ich finde.

Sowas hier macht mir allerdings noch viel mehr Angst. Erfrischend ist anders.

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Na, wer wirbt gerade auf dem GoogleWatchBlog? Zumindest umwirbt es mich in der Kategorie „Apps“. Es, das ist BING: die Konkurrenzsuchmaschine von Microsoft. Oder ist es die Suchmaschinenkonkurrenz?

Ist das witzig gemeint? Verspricht man sich bei MS da wirklich Erfolg von? Präsens zeigen kann ja nicht verkehrt sein. Zumal auch nicht die Suchmaschine generell, sondern ihr Werbenetz beworben wird. Und das eben auf einer Website, die den großen Wettbewerber im Auge behält.

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WatchBlog, das ist durchaus kritisch gemeint. Um so seltsamer finde ich die Tatsache, daß im Blog AdSense/AdWords zum Einsatz kommen – Googles Werbenetzwerk. Distanz ist anders.

Für Bing allerdings noch einmal fieser, hier Banner zu schalten.

Siebzig Jahre danach

Wie sehr mir die Marketing-Denke in Fleisch und Blut übergegangen ist: Ich kann nicht anders, als die eine Woche vor Weihnachten überall veröffentlichte Meldung über die nun endsieglich gesicherte Eineiigkeit des GröFaZ als einen zweifelhaften, aber dennoch gelungenen PR-Coup zum Ende des Copyrightschutzes von »Mein Kampf« zu verstehen. Seit dem 1. Januar 2016 an ist Adolfs Machwerk gemeinfrei. Schlimm.

Von alten Hüten und schicken Geschenkverpackungen

Soundtrack zum Durchscrollen dieses Posts: das Geräusch eines im Grab rotieren Bill Bernbach. Dazu meditativ über die Frage nachdenken, was zuerst da war: die „Creative Christmas Gifts“ oder die „Creative People“.

Keine Ahnung, wie lange es die Notfallfliege schon gibt. Kaufen kann man sie hier, ein mehr als 1,5 Jahre altes Video findet sich dort.

Der Eintrag bei des Thumb Wrestling Rings auf This Is Why I’m Broke ist mehr als drei Jahre alt. Wer es nicht kaufen will, kann im Netz mittlerweile Anleitungen finden, um das Ding selbst zu bauen.

Betreff Nr. 3: Die Google-Suche liefert zu Toilet Shot Glasses „ungefähr 3.360.000 Ergebnisse (0,52 Sekunden)“. Aber immerhin ist das die erste Nummer mit erkennbaren Reaktionen – 1 RT eines gnadenlosen Selfpromoters und 1 Fav aus der eigenen Firma.

Apropos „shitty ideas“, da verlinke ich das nächste Produkt einfach direkt bei Amazon, aber ohne Affiliategedöns.

Dazu wenigstens noch einen Branchenwitz gepackt: Haha Wochenendarbeit, verstehste? Mir ist allerdings schleierhaft, wie man beim langweiligen Durchexerzieren einer lahmen Idee ohne Stringenz auch nur eine Überstunde zusammenbekommt.

Da kann man sich anhand der Google-Bildersucheegebnisse zu „The upright sleeper“ ja vielleicht mal Gedanken über 1:1 abillustrierte Originalphotos machen.

Scheint wohl doch anstrengender zu sein, als ich dachte. Oder ist es etwa durch reine Lustlosigkeit zu erklären, daß DDB keine 24 Posts für einen anständigen Adventskalender zusammenbekommen hat? Dabei gehen die doch immer, alte Werberweisheit.

Ach nee, halthalt. Handerpants haben immerhin eine eigene Website. Aber was sie nicht haben ist „wifi included“. Wow, was für eine Eigenleistung einer laut Selbstbeschreibung „Kreativagentur“.

Mir gehen schon die Stänkereien aus, deshalb hier einfach nur der Link zu einer mehrhenkeligen Tasse, die statt „Group Mug“ Octo Cup heißt.

DDB presents "Creative Christmas Gifts For Creative People".#8 Grassy Flip-Flops: It's Germany, it's winter and you're in the office? Gotta find joy in the little things.

Posted by DDB Germany on Dienstag, 22. Dezember 2015

Doch, ein Rausschmeißer noch: Auf Facebook spielen DDB einfach dasselbe Programm. Was vielleicht die Formatwahl erklärt. Wobei Instagram (ein Kanal, den sie gerade nicht bespielen) das Quadrat ja auch schon länger hinter sich gelassen.