Mach’s gut, Dirk

Ich war nie ein Mavericks-Fan. Und Banken mag ich sowieso nicht. Trotzdem ist Dirk Nowitzki mir immer sympathisch gewesen. Anläßlich seines Karriereendes vermelden w&v und Horizont eine Abschieds-„Kampagne“ (?) von einer Accenture-Agentur für DAZN. Also dieses Filmchen.

Peinlicher Offsprecher. Kein echtes Tribute, weil alles vor „Werbung“ trieft. Zugegeben, der Hashtag #ALL41 ist gut. Aber für alles andere gilt: Sein Verein zeigt, wie man so etwas richtig macht.

PS: Wenn das alles ist, ING – sehr schwach.

Nerdflix

Da ich selbst im Job gerade mal wieder an Vertical Content für eine Kampagne sitze: Diese Animationen hier gefallen mir ziemlich gut.

Meine Playlist Vertical Music Videos ist übrigens mittlerweile auf acht Clips angewachsen. Aber da geht sicher noch was. Bin für weitere Hinweise immer dankbar.

fck spr bwl

Skittles ist in der Vergangenheit immer wieder durch gute Werbespots aufgefallen. Aber da – selbst sehr gut gemachter – klassischer Werbung heutzutage was Altbackenes anhaftet, denkt die Süßwarenmarke weiter. Letztes Jahr z.B. haben sie ihr Commercial nur einer Person gezeigt und damit den Hype um den Super Bowl ad absurdum geführt. Zum diesjährigen Football-Finale setzten sie konsequenterweise einen drauf und haben ein Musical produziert.

Ja, ein Musical. Es wurde einmalig am Tag des großen Spiels am Broadway aufgeführt. Und man mußte dafür sogar Tickets kaufen – die Einnahmen werden gespendet. Aber um nicht nur Buzz zu kreieren, sondern auch ein paar Inhalte in die Welt zu bringen, gibt es rund um den Werbestunt natürlich Skittles-Content. Etwa den Trailer zum Musical.

AdAge hat die ganze Story zu diesem unglaublichen Ding. Die Handlung ist wohl ziemlich meta gewesen und auch die Songs sind mehr als selbstironisch geraten.

Ganz großes Theater! Einen Kunden, der sowas mitmacht, wünscht sich jeder Kreative. Und fragt sich, wie wohl das Briefing zu so einer Aktion ausgesehen haben mag. „Macht es anders“?

Wenn einer sagt „Da bin ich ganz bei Dir“, dann fang‘ ich an zu rennen.

Ich habe keine Ahnung, ob Silvio Lorusso den Begriff „cognitariat“ selbst erfunden oder ihn von jemand anders übernommen hat. So oder so ist sein Essay What Design Can’t Do jedenfalls lesenswert. Daraus:

We must admit that design schools contribute to populating this creative underclass. So I think it makes sense to talk about design schools as precarity factories.

Kurzer Reminder, dass Du nicht „irgendwas mit Medien“ machst. Du gestaltest eine Printanzeige, mit der sich ein Atomkraftwerksbetreiber greenwasht. Du konziperst eine Microsite für ein Tochterunternehmen des Nestlé-Konzerns. Du textest eine Stellenausschreibung für einen Ingenieursjob in der Waffenindustrie. Du produzierst Branded Content, damit sich ein zuckerhaltiger, vor Palmöl triefender Brotauftrich noch geschmierter verkauft. Ich wiederhole:

Du machst nicht „irgendwas mit Medien“.