Primarsch

Wenn Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann etwas persönlich vermittelt, dann sieht das so aus.

Er habe persönlich auch „keinen Sinn für Wegwerfmentalität“, meint der Manager. „Ich kann nicht verstehen, dass man einfach Dinge wegschmeißt. Ich bin anders groß geworden.“ Das vermittle er auch seinen Kindern.

Blöd nur, wenn die Strategie der eigenen Firma dem allerarschoffensichtlichstens diametral entgegensteht.

Spielzeit einkaufen

Mac Schwerin is right: Advertising Isn’t Storytelling. Und es er sagt auch, warum. Es liegt nicht nicht an uns, es liegt am Kunden. Weil:

In 2017, whether a company thrives or struggles, its story is usually one of acquisition, scalability, and creative accounting. That’s not necessarily an indictment. But it does make CMOs who extol “authenticity” sound faintly ridiculous. Odds are good the brands they champion are one of a vast constellation of similar companies in a private equity fund or holding company portfolio, steered by the same market forces as their corporate kin.

Also zumindest an den Großkunden bzw. deren absoluter Austauschbarkeit. Wenn schon die Geschichte, also Historie der Firma oder Marke nicht (mehr) originell ist, dann kommuniziert man was? Eine eigene Philosophie, ein Manifest gar? Egal, ist ja irgendwie alles Content, nicht wahr? Da kann man sich auch mal Zeit lassen und etwas auserzählen, wenn es nur hochwertig gemacht ist.

Conflating advertising with storytelling doesn’t set a high bar for quality; it commits a category mistake, dooming creatives to work with the wrong set of tools. The real power of advertising is in its interactivity.

Schwerin behauptet anhand einiger Beispiele, daß a „good print is more like a game than a story“. Google wiederum rät Agenturen, die kurzen Bumper Ads als Print-Anzeigen zu denken. Und ich muß sagen: So ist es.

kommt zu nix

Hier als Liste, weil ich einfach nicht die Zeit finde, das Thema in der ihm gebührenden Ausführlichkeit zu behandeln. Da ruft ein lockerer Einstieg per Video doch wie gekommen.

Dieser sowie die folgenden Links verstopfen mitunter seit Monaten die vordersten Plätze der Tableiste meines Browsers. Mit dabei: die TAZ gleich im Doppelpack. Erstens hat sie anläßlich des Deutschlandstarts des Vice-Newsportal „Broadly“ bereits vor mehr als einem Jahr etwas grundsätzlicher über Leseangebote für Frauen geschrieben. Und zweitens sind Geschlechterrollen Hauptthema beim Interview mit der „Mädchen“-Chefredakteurin.

Wer es noch etwas systemkritischer mag, dem sei der Artikel „Werbung mit bitterem Beigeschmack“ aus der sozialistischen Zeitung ND ans linksschlagende Herz gelegt. Und nur falls man glaubt, für sowas seien nur große Konzerne von oben herab verantwortlich, dem schiebe ich noch „No Sex, Please — We’re Domestic Goddesses“ hinterher – vor fast fünf Jahren ist Laura Sandler nämlich schon aufgefallen, daß insbesondere weibliche Online-Influencer um Penislängen prüder sind als etwa Printveteraninnen wie Cosmopolitan & Co.

Passend dazu auch ein Radiobeitrag des DLF über Geschlechterklischees in der YouTube-Szene. Falls man keinen Bock hat, sich das anzuhören, dann findet man dort auch das Skript zur Sendung.

Und zum Schluß noch ein Link zu Broadly selbst, die darüber berichten „wie eine Frauenseite rechte Propaganda als weibliche Selbstermächtigung verkauft“.