Traumhafte Werbung

Manchmal findet man tatsächlich etwas Interessantes, wenn man durch die Xing-News seiner eigenen Branche scrollt.

Wobei das subversive Potential des Films weit von sich geschoben wird. Das ist alles Zukunftsmusik, keinesfalls als Statement zum Ist-Zustand der Werbung gemeint. Und selbst wenn, dann ist Coca-Cola ein sehr gut gewähltes Opfer. Smack verscherzt es sich lediglich mit einem potenziellen Kunden, dessen Markenwert aufgrund seines absurd hohen Symbolcharakters doch ein wenig überschätzt ist, wie ich finde.

Sowas hier macht mir allerdings noch viel mehr Angst. Erfrischend ist anders.

pupsquersitzplatz

Na, wer wirbt gerade auf dem GoogleWatchBlog? Zumindest umwirbt es mich in der Kategorie „Apps“. Es, das ist BING: die Konkurrenzsuchmaschine von Microsoft. Oder ist es die Suchmaschinenkonkurrenz?

Ist das witzig gemeint? Verspricht man sich bei MS da wirklich Erfolg von? Präsens zeigen kann ja nicht verkehrt sein. Zumal auch nicht die Suchmaschine generell, sondern ihr Werbenetz beworben wird. Und das eben auf einer Website, die den großen Wettbewerber im Auge behält.

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WatchBlog, das ist durchaus kritisch gemeint. Um so seltsamer finde ich die Tatsache, daß im Blog AdSense/AdWords zum Einsatz kommen – Googles Werbenetzwerk. Distanz ist anders.

Für Bing allerdings noch einmal fieser, hier Banner zu schalten.

Siebzig Jahre danach

Wie sehr mir die Marketing-Denke in Fleisch und Blut übergegangen ist: Ich kann nicht anders, als die eine Woche vor Weihnachten überall veröffentlichte Meldung über die nun endsieglich gesicherte Eineiigkeit des GröFaZ als einen zweifelhaften, aber dennoch gelungenen PR-Coup zum Ende des Copyrightschutzes von »Mein Kampf« zu verstehen. Seit dem 1. Januar 2016 an ist Adolfs Machwerk gemeinfrei. Schlimm.

Von alten Hüten und schicken Geschenkverpackungen

Soundtrack zum Durchscrollen dieses Posts: das Geräusch eines im Grab rotieren Bill Bernbach. Dazu meditativ über die Frage nachdenken, was zuerst da war: die „Creative Christmas Gifts“ oder die „Creative People“.

Keine Ahnung, wie lange es die Notfallfliege schon gibt. Kaufen kann man sie hier, ein mehr als 1,5 Jahre altes Video findet sich dort.

Der Eintrag bei des Thumb Wrestling Rings auf This Is Why I’m Broke ist mehr als drei Jahre alt. Wer es nicht kaufen will, kann im Netz mittlerweile Anleitungen finden, um das Ding selbst zu bauen.

Betreff Nr. 3: Die Google-Suche liefert zu Toilet Shot Glasses „ungefähr 3.360.000 Ergebnisse (0,52 Sekunden)“. Aber immerhin ist das die erste Nummer mit erkennbaren Reaktionen – 1 RT eines gnadenlosen Selfpromoters und 1 Fav aus der eigenen Firma.

Apropos „shitty ideas“, da verlinke ich das nächste Produkt einfach direkt bei Amazon, aber ohne Affiliategedöns.

Dazu wenigstens noch einen Branchenwitz gepackt: Haha Wochenendarbeit, verstehste? Mir ist allerdings schleierhaft, wie man beim langweiligen Durchexerzieren einer lahmen Idee ohne Stringenz auch nur eine Überstunde zusammenbekommt.

Da kann man sich anhand der Google-Bildersucheegebnisse zu „The upright sleeper“ ja vielleicht mal Gedanken über 1:1 abillustrierte Originalphotos machen.

Scheint wohl doch anstrengender zu sein, als ich dachte. Oder ist es etwa durch reine Lustlosigkeit zu erklären, daß DDB keine 24 Posts für einen anständigen Adventskalender zusammenbekommen hat? Dabei gehen die doch immer, alte Werberweisheit.

Ach nee, halthalt. Handerpants haben immerhin eine eigene Website. Aber was sie nicht haben ist „wifi included“. Wow, was für eine Eigenleistung einer laut Selbstbeschreibung „Kreativagentur“.

Mir gehen schon die Stänkereien aus, deshalb hier einfach nur der Link zu einer mehrhenkeligen Tasse, die statt „Group Mug“ Octo Cup heißt.

DDB presents "Creative Christmas Gifts For Creative People".#8 Grassy Flip-Flops: It's Germany, it's winter and you're in the office? Gotta find joy in the little things.

Posted by DDB Germany on Dienstag, 22. Dezember 2015

Doch, ein Rausschmeißer noch: Auf Facebook spielen DDB einfach dasselbe Programm. Was vielleicht die Formatwahl erklärt. Wobei Instagram (ein Kanal, den sie gerade nicht bespielen) das Quadrat ja auch schon länger hinter sich gelassen.

Google war’s

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Daß Du, wie oben zu sehen (Screenshot echt bis zur Unterkante meines Fensters), Deine Suchergebnisse dermaßen unter Werbung begräbst, so daß man die wirklich für einen relevanten Links mittlerweile mit der Lupe (haha!) suchen muß, ist einer der Gründe, warum ich als Default-Suchmaschine in allen Browsern DuckDuckGo eingestellt habe – und damit leidlich zufrieden bin.

Kann Dir wahrscheinlich egal sein, ich nutze viele Deiner Services immer noch regelmäßig. Wenn auch die meisten davon über die Interfaces von Drittanbietern; die sind meist nutzerfreundlicher – und ich bleibe von Werbung z.B. bei der Bearbeitung von Mails verschont. Eine Tatsache, die Dir wohl nicht ganz so gut gefällt, Google. Oder wie ist es anders zu erklären, daß Du mir solche Termine direkt in meinen Kalender schreibst? Geht’s noch?

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Daß Du Dich an dem ganzen Star Wars Hype beteiligst: geschenkt. Ich lasse einfach so etwas wie den Lichtschwerterquatsch links liegen. Ich ertrage sogar die nervigen Fortschrittsbalken auf YouTube. Aber bloß, weil ich mich vor Wochen für die helle Seite der Macht entschieden habe, um mir aus beruflichem Interesse anzusehen, wie weit Du Deine Marketingaktivitäten treibst, kannst Du nicht einfachen dermaßen in meine Privatsphäre eindringen. Aktive Zustimmung meinerseits: Fehlanzeige.

So empfinde ich das Manipulieren meiner persönlichen Kalenderinhalte nämlich – als aufdringlich und unangemessen. Wie von sich selbst eingenommen muß man sein, um so eine Aktion wahrscheinlich für praktisch zu halten? Das ist nichts als creepy, Google. Du hast (mal wieder) eine Grenze überschritten.