Die obige Präse findet sich auch auf slideshare.net/; erstellt worden ist sie mit 280slides.com/. Im Grunde besteht dieser Post auch nur aus zwei Feature-Tests. Aufhänger für deren Inhalt ist diese Webseite. Dort steht zu lesen, aus der Blumensprache übersetzt bedeutet die Begonie “Ganz lieb umsorgen will ich Dich”. Also Obacht im Floristikhandel. Wegen medium und message und so.
Nein, das wird meine einzige Äußerung zu Sarrazin selbst bzw. den “Thesen” in seinem Buch bleiben. Wie sich die immersatte Journaille reflexhaft auf so ein gefundenes Fressen stürzt, darüber braucht man auch kein Wort zu verlieren. Mich nervt aber in aller Ausdrücklichkeit, daß Spiegel, Bild und Konsorten ihre Auflagen beileibe nicht nur mit Lesern in die Höhe treiben, welche diesen rassistischen Hetzparolen mehr oder weniger leise bis laut zustimmen. Es ist genauso die ganz private Empörungskultur, die einem Beckmann mit einem solchen Gast überdurchschnittliche Quoten bringt; natürlich unter dem öffentlichen-rechtlichen Deckmantel der Informationspflicht. So ein Mäntelchen übrigens, wie es darunter nackte Exibitionisten gerne tragen.
Am Montagabend ist meine talkshauende Timeline dann erwartungsgemäß vor Beschimpfungen, Lästereien, Zynismus, Aufregerei schier übergequollen. Ein regelrechter Wettkampf, wer denn an besagtem (Noch-?) Bundesbankvorstand und SPD-Mitglied die wenigsten guten Haare zu lassen imstande gewesen ist. Wer diesen Contest gewonnen hat, ist mir recht herzlich egal. Ich muß Euch leider enttäuschen: Zum Thema Sarrazin gibt es kein einziges Favsternchen meinerseits. Und ich wollte das eigentlich mit einem einzigen Tweet abtun, doch als ich heute Morgen lesen mußte, daß bei der gestrigen Hart aber fair-Sendung zum selben Thema ebenfalls ein dickes Zuschauerplus herausgesprungen ist, da ist mir dann doch die Hutschnur geplatzt. Eure Aufschreierei ist eiskalt einkalkuliert. Denn Einschaltquote und Auflagenzahl interessiert es nicht, wer eine (ich nenne es mal) Diskussion aus welchen Motiven. Deshalb ist für mich die Antwort klar – kein “vielleicht”.
Nachbemerkung // Ja, der Text richtet sich an diejenigen, die das Klicken eines gesichtsgebuchten Like-Buttons schon mit echtem Engagement verwechseln. Statt sich öffentlichkeitswirksam das kurzfristige Großmaul über wirklich spektakuläre Offensichtlichkeiten zu zerreißen, seht lieber zu, daß ihr im kleinen Kreis, bei Euren Nachbarn, dem Gemüsehändler und in Eurer Stammkneipe um die Ecke das Verhalten an den Alltag legt, welches Ihr im Netz so gerne blogpostuliert.
Via @blacktar bereits vor einigen Tagen auf diese Ankündigung gestoßen. Googles Community-Plattform Orkut hat jetzt also die Möglichkeit, seinen Freundeskreis – oder besser: sich für seine Freundeskreise – aufzuspalten. Abgesehen davon, daß Orkut (in Deutschland) wohl kaum derart verbreitet ist, läuft das dem allgemeinen Trend zur Authentisierung im Netz (jaja, wir alle spielen Rollen – auch in echt) ziemlich zuwider.
Richtig meta: Marcel Weiss auf neunetz.com/ über einen Hinweis von Robin Meyer-Lucht auf carta.info/ über wiederum einen Artikel von Norbert Bolz in der Süddeutschen Zeitung.
Seltsammmlerstücke // This document is strictly confidential. Denn eigentlich wollte ich gar nicht wissen, was Elena Lange so macht, wenn sie sich nicht zur Frontfrau stellisiert. Von der neuen Platte erwarte ich dann auch einfach nicht viel. Und was soll ich hier erzählschreiben von früheren Tollfindereien wie etwa einem Konzert von Parole Trixi in verdammtnochmal Remscheid.
Ich bin mit einem damaligen Kumpel, dessen Cousine in dieser Kapelle oder der Vorband TGV ein 4 bis 6seitiges Zupfinstrument gespielt hat, von Bochum aus hingefahren. Ganz so genau weiß ich das gar nicht mehr, denn in diesem Provinzjugendheim ist während des Gigs wenig los gewesen, also haben L. und ich den Mädels im Backstagebereich das Bier weggesoffen. Eigentlich kann ich mich, was diesen Abend betrifft, nur noch an die Präsenz von Elena Lange erinnern.
Oder das eine Jahr (2004?), als Frank Castorf Intendant der Ruhrfestspiele gewesen ist. Jedenfalls hat es dort Schorsch Kameruns Show The Golden Age Of Punk And Working gegeben, in der Elena Lange neben Sepp Bierbichler auf der Bühne gestanden hat. Ein zweites Mal hat es ja nicht gegeben. Castorf ist damals nach nur einer Runde als Festspielchef in Recklinghausen geschasst worden. Schade.
Die Verrummelsnuffisierung weiter Teile Ostarschiens schreitet rapide voran. Restholz auf dem Posten. Bettbezügigkeiten, Haare und Wunden offen. “Sie könnten mal Computertomographie 2.0, wegen Vernetzung und so.” Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?
Shelley Jackson has invited participants to have one word (in classic book font) tattooed anywhere on their bodies. That word will be from the story titled Skin, and the full text of the story will never be published. It’s up to the participants to find each-other and compile the story, if they’re so interested. Less than 2 months after putting out the call for participants, nearly 1800 have already signed up. The piece has 2,095 words.
via // Wenn man sich den Witz mit der blassen Hautfarbe und dem schwarz auf weiß geschrieben spart, dann kommt man auf ein paar anschlußfähige Gedanken zu medialer Halbwertzeit zwischen “Das Internet vergisst nie.” und “Nichts ist so uninteressant wie die Zeitung von gestern.” Aber da haben sich schon schlauere Leute als ich den Kopf drüber zerbrochen. Auf jeden Fall ist stets Vorsicht geboten, denn bloß weil etwas gedruckt wird, ist es noch lange nicht wahr.
Ausgelutschte Hitlervergleiche – siehe auch: “dumm wie Brot”; Selbstverständnis in Anführerzeichen. Aber kann ja nicht jeder so clever sein. Deine stufenlose Treppenhäuslichkeit hat Musik getippt.
Ich bin ja nun wahrlich kein großer Freund von Politikerbeschimpfungen. Zumindest nicht im Sinne von “Die da oben machen sowieso was sie wollen!” Ständig über Diäten meckern und nichts als Häme übrighaben, wenn jemand mal fachunkenntnisreich ins Klo greift. Aber gerade die verlinkte Silvana Koch-Mehrin ist nun schon mit einem anderen Ausrutscher in die Schlagzeilen gekommen. So hat es kurz vor der Wahl 2008 eine Fleißdebatte um die FDP-Abgeordnete des Europaparlaments gegeben – besonders heikel bei der Höhe ihrer Zubrötchen, wie ich finde. (Wieviel mehr perserverweise Wirtschaftsbosse verdienen, sei jetzt mal außen vorgelassen.)
Und dann diese Billboard-Ad aus den U.S.A., genauer Ohio. Congressman John Boehner ist also ein bißchen zu oft golfen gewesen, bis hier nichts Besonderes. Nun ist dieses Plakat aber nicht, wie man als Deutscher schnell vermutet, Teil einer augenaufreißerischen Kampagne, mit der ein Boulevardblättchen nicht nur seine Auflage, sondern auch gleichzeitig die Politikverdrossenheit steigern möchte. In unserem Land undenkbar, doch so geht in Amerika ein Politiker den anderen an – bzw. dessen PAC.
Nun kann man entweder viel darüber spekulieren, inwieweit das an der Zweiparteienlandschaft des US-Systems liegt, in der man sich um Koalitionen nicht zu scheren braucht. Oder man wundert sich einmal an einem konkreten Beispiel, wie das mit der Parteienfinanzierung so läuft, wenn die Wahlkämpfer lediglich auf Spenden angewiesen sind.
Man wird ja wohl noch sagen dürfen, daß die fünfzehnte Ausgabe des Juicy Beats Festivals dieses Jahr letztes Wochenende eine feine Sache gewesen ist. (miese Handyphotos) Ich habe mir auf verschiedenen Bühnen Bratze, Blumentopf, Turbostaat, Tocotronic, 2manyDJs und Nouvelle Vague gesehen. Eine gute Mischung von Musiken. Die Atmosphäre hat 2010lab.tv/ mit einem Filmchen eigentlich ganz gut eingefangen, wenn auch ein wenig klischeehaft. Aber so sind Festivals halt.
Irgendwann an diesem Wochenende in Dortmund ist mir jedenfalls beim flüchtigen Blicken auf das Display meines Mobiltelephons eine schicke Graphik zur Strategie von Stein, Schere, Papier untergekommen. Leider finde ich sie nicht wieder, weil ich vergessen habe, ob ich den Link dazu auf Twitter angeklickt habe, das Bild in meiner tumblr-Timeline aufgetaucht ist oder in den von mir subskribierten Posterousbeiträgen. Oder ist es doch Facebook gewesen? Da bringt es mir auch nichts mehr, den RSS-Reader so gut wie ausschließen zu können. Womöglich ist es dieses Chart gewesen, aber ich meine mich zu erinnern, daß es nicht braun, sondern blau gewesen ist. Und lesbarer.
Rock Paper Scissors
Nun habe ich es erst heute geschafft, wirklich danach zu suchen. Mir ist schon vorher klargewesen, daß ein Riesenbohei um dieses simple Handspiel gemacht wird, unter anderem durch ein Interview mit dem damaligen RPS-Weltmeister in der Neon vor einiger Zeit; das online natürlich auch nicht zu finden ist. Zumindest habe ich also von der Existenz der World RPS Society gewußt, aber nicht, daß diese bereits seit 1913 existiert. Natürlich gibt es Tipps & Tricks wie diese, um sich Vorteile zu verschaffen. Und einen 176seitigen Official Rock Paper Scissors Strategy Guide.
Mir ist in der Tat nicht bewußt gewesen, daß Männer statistisch gesehen den Stein bevorzugen. So macht es auch Bart Simpson in einer Folge und verliert gegen Lisa. In einer Budweiser-Werbung hingegen ist der Stein die Gewinnerwahl. Ich werde das ab jetzt berücksichtigen, denn ich spiele Schnick, Schnack, Schnuck auch des Öfteren und habe es auch schon einmal zum Gegenstand eines TdM-Videos gemacht.
Gero hat jedenfalls recht, Brunnen geht gar nicht. Und erst recht nicht eine Version mit 15 bzw. 25 Gesten. Auch nicht in der witzigen Variante à la Friends. Zum Abschluß noch ein wenig Musik, obwohl 1000 Robota nicht auf dem Juicy Beats gespielt haben.
Ein ziemlich interessantes Interview mit Chris Deacon über das in der Falle sitzende Künstlerprekariat. Kein Wunder, daß sich die creative industries andere Kooperationspartner suchen. Am Ende sieht das dann so aus. Und/Oder so.