klatschen

Man sagt über Theodore Roosevelt, er wäre im Jahre 1901 nur wegen seiner angenehmen Radiostimme der 26. Präsident der USA geworden. Überzeugend reden ist natürlich auch vorher wichtig gewesen, aber es ist eben etwas anderes, ob man auf großen Versammlungen quer durch das gesamte Land Reden vor großen Zuhörermassen schwingt oder ob man in der intimen Atmosphäre einer trauten Stube zu jeder einzelnen Familie spricht, wenn auch medial vermittelt durch ein Empfangsgerät. Die Kommunikationssituation ist eine entscheidend andere.

Wenn es das Fernsehen nicht gäbe, wäre Donald Trump überhaupt nicht nominiert.

Das hat Jimmy Kimmel bei der Verleihung der Emmys Awards 2016 gesagt. So aus dem Zusammenhang gerissen (ich habe die Veranstaltung nicht verfolgt) klingt es vordergründig wie ein Vorwurf an die gesamte anwesende Fernsehbranche, ein Stück weit sogar wie Selbstkritik. Vielleicht hat der Late-Night-Talker aber auch nur FOX gemeint. Egal. Was der Satz eigentlich aussagt, ist die trotzige Versicherung „TV ist noch relevant.“

Wo doch die ganze Welt von post-fact politics in Zeiten des Internets spricht. Äh, schreibt. Oder eben vloggt, snappt, was weiß ich. (Was allerdings jeder weiß, ist, wie das Brexit-Votum nach gut gemeinten Ratschlägen aus Deutschland ausgegangen ist.)

Übrigens finde ich im Vergleich zu Barack Obama damals den sonst allseits bejubelten Auftritt von Hillary Clinton bei Between Two Ferns With Zach Galifianakis eher mau.

Schnurzpiep-Effekt vorhanden, aber nicht meßbar

Veganer, Fruktarier, glutenfreie Laktoseintolerante – für alles und jeden wird Verständnis aufgebracht. Nur ich werde unnatürlich gehatet, nur weil ich das Mindesthaltbarkeitsdatum ernst nehme.

Aber für #firstworldproblems wie diese gibt es ja jetzt die Serie: Der neue Mann. Und es ist bestimmt totaler Zufall, daß demnächst zum ersten (und hoffentlich einzigen Mal) das Zeit Magazin › Mann rauskommt.