Primarsch

Wenn Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann etwas persönlich vermittelt, dann sieht das so aus.

Er habe persönlich auch „keinen Sinn für Wegwerfmentalität“, meint der Manager. „Ich kann nicht verstehen, dass man einfach Dinge wegschmeißt. Ich bin anders groß geworden.“ Das vermittle er auch seinen Kindern.

Blöd nur, wenn die Strategie der eigenen Firma dem allerarschoffensichtlichstens diametral entgegensteht.

Konfliktgenerationen

Das ist keine Kritik an den Millennials. Sie ist hier allerhöchstens Nebensache.

In erster Linie geht es darum, wie Toplevelwerber und Marketingverantwortliche Millennials sehen: nämlich als Zielgruppe. Das Video entlarvt dies über den Umweg der Selbstbespiegelung, die auf den Halter des Spiegels zurückfällt – wobei der doch eigentlich unsichtbar bleiben sollte. Doch so etwas mißbehagt den Babyboomer-Entscheidern zutiefst, wie Leo Fischer recht drastisch aufzeigt, wenn er vom „gekränkten Narzissmus der Wutgreise“schreibt:

Die einzige Sorge, die diese Generation kennt, ist, nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, wie sie es von Jugend an kennen.

(Hier gedanklich als Symbolbild bitte die grauen Haare der Birgit S. einfügen.)

Kaufflausch

Eine Websuche nach „collect experiences not things“ ergibt Unmengen von Treffern. Doch trotz Minimalist Living, Unclutter-Trend und dem ganzen Less-is-more-Rotz ist das System Kapitalismus seltsamerweise noch längst nicht am Ende.

Im Gegenteil, es ist ja anpassungsfähig. Stumpfe Einkaufstouren sind out, es muß mindestens Eventshopping sein. Da treffen klotzige Malls draußen auf der grünen Wiese nicht mehr den Zampano1 der Zeit. Urban ist angesagt.

Was @tante sagt. Bzw. was dem stationären Handel gegen die Online-Konkurrenz so einfällt. Oder andersrum.

Derweil testet der amerikanische Modehändler Nordstrom ein neues Store-Concept, bei dem gar keine Kleidung vor Ort. Bis die vom Kunden zusammen mit einem Stylingberater ausgewählten Klamotten zur Anprobe geliefert werden, kann man sich in der store-eigenen in Kauflaune saufen.