Wider die Naturgemetzel

Das Schlimmste an diesem Albtraum war noch nicht einmal mein zerbrochenes iPhone, sondern die bizarren Alternativen, die meine Mutter als Notlösungen aus der Schublabe holte. Eins Möchtegern-Minimalismus in der Vollplastik-Variante à la Tschibo, das andere Fake-Gold mit viel zu kleinen Tasten aus Glitzersteinchen – macht sich bestimmt gut neben ihren Wiederauffüllbarkeit lediglich versprechenden Lady-Feuerzeugen.
Oh Gott, ich bin so ein Apple-Fanboy!

Das Naming

The Barry Whitesnakest Boy Alive oder wie die Band hieß, kann man ja als nichtberliner Normalsterblicher gar nicht kennen, weil die sich bereits nach dem dritten Konzert wieder auflösten. Wurde ihnen wohl alles zu viel, beim letzten Gig war die Besucherzahl annähernd dreistellig. Da lässt sich dann trefflich über Mainstream theoretisieren, kopfschüttelnd wohlgemerkt.

Rückblickend sagt es sich so einfach, daß Jamiroquai – großer Häuptling vom Stamme der Nineties – mit seiner Weissagung bezüglich einer Rückkehr der Weltallkuhhirten total daneben gelegen hat.

Aufzüglichkeiten

Zwei Texte über Aufzüge in der letzten Zeit:

Auf anderstark.de/ berichtet Mareice recht eindrücklich davon, wie sich ihre Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel seit der Geburt der beiden Töchter verändert hat. Denn mit so einem Doppelkinderwagen ist man auf die Benutzung vieler Aufzüge angewiesen, die sich meist als Zeit und Nerven aufreibende Nadelöhre erweisen. Wobei man besser nicht auf Verständnis seitens der Mitmenschen hoffen kann. Leider.

Derselbe Tenor schlägt sich in Patricias Aufzugshonks benamtem Blogpost nieder. Leute, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, den Lift zu benutzen – und ihn zum Ausgleich aber auch nicht richtig bedienen können.

Supersymbolbild auch, Krefeld. Well done!

Toll, mal andere Sichtweisen auf das Problem der Stockwerkbewältigung zu bekommen. Denn meine Sichtweise ist eine ganz andere, was naturgemäß an der Selektivität jeglicher Wahrnehmung liegt. Ich bin zum Glück kaum noch mit dem Kinderwagen unterwegs, auch vorher war das Angewiesensein auf Aufzüge eher die Ausnahme. Stattdessen pendele ich zwischen Köln und Düsseldorf, bin also mehrmals fünf Tage die Woche mit der Situation konfrontiert, Hauptbahnhfsgleise erklimmen oder absteigen zu müssen.

Gerade sind Sommerferien, da mischen sich zwischen die Pendler überdurchschnittlich viele Urlaubsreisende. Dieser gepäckschleppende Menschenschlag scheint eine regelrechte Aversion, wenn nicht gar ausgewachsene Allergie gegen Aufzüge zu haben. Riesige Sporttaschen, Rücksäcke und frei drehende Rollkoffer werden beidhändig die Treppen wahlweise rauf- oder runtergeschleppt – gerade da, wo sich sich der Strom am besten bremsen lässt. Schwankend unter dem Gewicht der Gepäckstücke schafft man es so, bis zu drei Reihen Mitreisende auf dem Weg vom Zug zur Straßenbahn aufzuhalten.

(Das sind natürlich jedes Mal nur ein paar Sekunden Verzug und ist an Nervigkeit bei Weitem nicht mit den Problemen in oben erwähnten Aufzugtexten vergleichbar. Weshalb ich unter Derailinggefahr auch keinen von beiden kommentiert habe.)

In Japan scheint das mit der Aufzugbenutzung übrigens noch eine (haha!) Stufe komplizierter zu sein.

Niveau, weshalb, warum

Weil es ja heute losgeht: Vorab der Hinweis auf diesen leider auch nach zwei Jahren nichts von seiner traurigen Wahrheit eingebüßt habenden Text auf sueddeutsche.de/ zum Thema Party-Patriotismus. Und hier quasi als Einstieg der nahtlose Übergang zum Blogpost der vorletzten Woche.

Zusatz: Die Paninibilderlandschaft mit Ken-Burns-Effekt ist verschwunden. Weil Copybrechreiz?

Besser als (der Vollständigkeit halber) dies und das – oder jener Kommentar. Wobei natürlich auch ein kostenlos zum Download rausgehauener Anti-WM-Song als Marketinginstrument ausgespielt werden kann. Vielleicht gerade deshalb, weil der @Spex aufgefallen ist, welche Vorlage vermutlich als Inspirationsquelle zu obigem Video gedient hat. Damit wären wir beim eigentlichen Thema.

Werbeblock, zweisprachig

Sich woanders Anregungen holen, und sie dann an seine eigenen Zwecke anzupassen – kann man machen. Habe ich schon einmal irgendwo gesagt, geschrieben, fallen gelassen: Es gibt einen Unterschied zwischen echter Kreativität und der oft bemühten Kreativwirtschaft. Ideen hat jeder. Werber/Agenturen werden dafür bezahlt, ausgestaltete Ideen am Fließband liefern zu können, jeweils gemünzt auf die Kommunikationsbedürfnisse der Kunden. Das muss, kann nicht immer überoriginell sein. Und das ist nicht so schlecht – zumindest gibt es Schlimmeres.

Werte Nachfahren David Ogilvys (Tip Nr. 6): ein ehrliches “Fuck Off” durch ein – soweit ich das erkennen kann – “Bla Bla” zu ersetzen und das Ganze dann ohne Quellenangabe als Eigenleistung auszugeben, dürfte wohl als negative Schöpfungshöhe anzusehen sein. Eine Wortspielchen mit Cannes erspare ich mir an dieser Stelle.

Lieber nun zurück zum Sport: Wie scheißecool kann St. Vincent sein? // Highfive für Fred, mit der Bitte um Beachtung seiner Linktipps am Textende. // Apropos WM-Tipp. // So. // Oder so.