Ist das Künstlerkaffee oder kann das weg?

Lego drückt mir auf Facebook gerade sponsored posts über seinen Geschenke-Berater-Chatbot in die Timeline. Klar, daß ich den sofort ausprobiert habe. Da fällt als erstes positiv auf, daß der Bot nicht nach „Mädchen oder Junge“ fragt, sondern nach Interessengebieten und Alter.

In der mittleren Preiskategorie bekomme ich dieses Produkt vorgeschlagen: LEGO® Friends Emmas Künstlercafé. Da merkt man richtig, daß ich in der sogenannten Kreativbranche arbeite, was?

Im Folgenden zitiere ich allerdings einfach ganz unkreativ aus dem Beschreibungstext des Lego-Shops:

„In Emmas Künstlercafé treffen sich die Kreativen von Heartlake City für eine Kleinigkeit zu Essen und neue Inspiration. Zum stylischen Design gehört ein Riesen-Panino auf dem Dach, eine Panini-Maschine im Café, eine Kaffeemaschine, ein Sitzbereich und die Kasse. Vor dem Café befindet sich eine flexible Künstlerecke mit Ausstellungsbereich, die nach Lust und Laune verschoben werden kann, und eine Bank mit Farben für den Graffiti-Künstler.“

„Café mit flexibler Künstlerecke, Panini- und Kaffeemaschine, Kasse, Sitzbereich, Fensterläden zum Öffnen, Bildern, Preistafel und einer Bank draußen.

Als Zubehör sind Farbflaschen, Spraydose, Palette, Pinsel, Kuchen, Cupcakes, Panini, „I love Heartlake City“-Tasse, Rechnung und eine Münze enthalten.“

„Besuche das Künstlercafé und bewundere Prankzys Graffitikunst an der Mauer.

Lass dir Kaffee und Kuchen zusammen mit Emma schmecken, während sie über neue Kunstprojekte nachdenkt.“

Quartz hat ein kurzes Video dazu gemacht, warum Coffee Shops überall auf der Welt gleich aussehen. Spoiler: Brooklyn and Instagram. Weiterführende Lektüre zum Thema:
Welcome to AirSpace | The Verge
How the hipster aesthetic is taking over the world | The Guardian

Rauchzeichen

Jeden Tag komme ich an diesem Schild vorbei, morgens und abends.

UnterFührung

Ich hatte das vor Monaten schon photographiert, war aber letztlich zu faul, das Bild zu suchen. (Kiffen macht antriebslos.) Also gestern noch einmal geknipst. Nein, zweimal – Vollbild und Detailaufnahme.

UnterFührung

Das Joint-Icon muß doch schon mehreren Menschen aufgefallen sein. Nur halt niemandem, den es interessiert. (Kiffen macht gleichgültig.)

Zweigleisig

Diesen taz-Comic auf Facebook geteilt. Und wer regt sich in den Kommentaren am meisten über SUV-Protze auf? Richtig: die Leute, die mindestens 5mal im Jahr das Flugzeug – gerne Billig-Airline – benutzen und davon wenigstens 1mal auf einen anderen Kontinent.

„Ich muß einfach hin und wieder zum Relaxen nach Bali, Thailand or whatever, you know.“

Geil auch, wie der Artikel im Guardian „Just 100 companies responsible for 71% of global emissions, study says“ die Eigenveranwortung jedes einzelnen Menschen komplett außen vor läßt. (Okay, das ist politisch vielleicht sogar sinnvoll. Aber eine andere Baustelle.) Die bösen Besitzer der Tankstellen sind schuld, nicht die guten Kunden.

namensWEBung

Letzte Woche ging die Meldung über eine (nicht repräsentative) Studie im Auftrag des Webhosters GoDaddy herum. Kein Wunder also, daß dabei herauskam, wie wichtig millennialen Eltern eine Internetpräsenz schon ihrer Kleinstkinder ist. GoDaddy, der Name ist Programm.

Da kommt viel Quatsch bei rum. So schreibt Lead etwa:

Als die zwei wichtigsten Gründe für die Erstellung einer Webseite für ihr Kind gaben Eltern an, dies für Zwecke der zukünftigen Jobsuche (48 Prozent) und für Hochschul-Bewerbungen (47 Prozent) zu tun.

Wer pflegt mehr als 10 Jahre die Homepage seines Kindes? Hält sie mit Updates und Patches am Laufen, läßt sie nicht in die Jahre kommen? Von der Contentaktualisierung ganz zu schweigen. Da ist der Webhosterwunsch doch wohl eher Daddy des Gedankens.

Domain sichern kann ich mir aber sehr gut vorstellen. Vielleicht sogar, bei der Namensfindung deren originäre Verfügbarkeit zu berücksichtigen. Was Gründerszene aber eher auffällt und auch mein erster Gedanke gewesen ist: Available Profilnamen bei Social Media wie Instagram sind da doch wohl wichtiger.

Deutscher HuVa, wer seinem Kind einen Namen mit Umlaut verpasst!

Aber zurück zur Studie. Die jungen Eltern wollen ihr Glück doch eher präsentieren, ihr Familienleben im besten Licht dastehen lassen, als wirklich an die Zukunft ihrer Fortpflanzung zu denken.

Noch bevor die Kleinen überhaupt laufen können, stellen Millenials im Schnitt 107 Fotos ihrer Kinder online.

Dagegen dachte ich zuerst, dieser Instagram-Account hier wäre ein Witz. Aber dann habe ich mir die in jedem Post verlinkten „Originale“ angesehen und mich bei den meisten richtig gegruselt. (via)