Leibesertüchtigung Brauchbarkeit Fahrzeug

Zwei Erfolgsmeldungen für #FridaysForFuture heute. Zum einen vermeldet n-tv.de ein Rekordhoch bei den SUV-Neuzulassungen dieses Jahr.

Für das Gesamtjahr ergebe sich damit voraussichtlich die Zahl von 1,05 Millionen neu zugelassenen SUV, erklärte der Direktor des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Der Trend zu den sportlichen Geländewagen hat sich den Zahlen zufolge in den letzten Jahren stark beschleunigt.

Schön vor allem, wie mit dem Endsatz des Artikels die Schuld dafür von den Herstellern zu den Konsumenten geschoben wird. Der Markt regelt gar nichts.

Beliebt ist der Geländewagen vor allem bei Privatkäufern: Keine andere Karosserieform habe einen so hohen Privatkundenanteil wie der SUV, sagte Dudenhöffer. Der Anteil betrage knapp 42 Prozent.

Aber weil die meisten dieser „City-Geländewagen“ noch nicht einmal einen Allradantrieb hätten und viele nicht über Golflänge hinauskämen, sei das alles wohl halb so schlimm.

Zum anderen, wie zum Hohn, kommt spiegel.de mit einem Testbericht über den neuen Monster-Truck Mercedes GLS um die Kurve. Lieblingsstelle daraus:

Die Schrumpffunktion für die Waschanlage. Die braucht der GLS, weil er in normaler Konfiguration für die Führungsschienen am Boden vieler europäischer Waschanlagen zu breit ist. Wird die Funktion aktiviert, schließt der GLS die Fenster und pumpt die Luftfedern auf, bis sich das Fahrwerk streckt. Die Räder stehen dann senkrecht, sonst sind sie leicht ausgestellt. So wird der Wagen untenrum um bis zu vier Zentimeter schmaler.

Ride on!

2 x Plastik

Daß Nachhaltigkeit (hoffentlich mehr als ein) Trend ist, brauche ich niemandem zu erzählen. Besonders wichtig ist derzeit Anti-Plastik, damit lässt sich gerade am besten PR machen. Das geht runter bis zum Video-Content, zur Formular-Anordnung, sogar zur URL selbst. Beides heute in meinen Feeds ausgeploppt.

theplasticissue.com

Aufhänger ist natürlich die Doppeldeutigkeit von Issue als 1) Heftausgabe und 2) Sachverhalt bzw Problem. Wobei ich den Rummel um die Sports Illustrated nie wirklich verstanden habe, dafür muß man(n) wohl Teenager im Prä-Internet-Amerika gewesen sein.

plastikpost.de

Eine Initiative will die Deutsche Post dazu bringen, die hausgemachte Werbeflut in unseren Briefkästen einzudämmen. Von wegen Save the Ocean, schmelzenden Polkappen und steigendem Meeresspiegel, weißte.

Dabei ist Plastik nicht das einzige Öko-Thema, vielleicht noch nicht einmal das dringendste. Natürlich muß man irgendwo anfangen, nur darf man da eben nicht aufhören.

Innovationsdrücker-Kolumne

Was die Hersteller von Kaffeevollautomaten beim Weiterentwickeln ihrer Produkte denken: „Durch jahrelanges Beobachten der Büro- und Küchenmülleimertrends haben wir es geschafft, das Leeren der Satzbehälter unserer Maschinen wenn nicht gänzlich zuverunmöglichen, so doch zumindest in würdelose Slapstick-Verrenkungen zu verwandeln, sodaß in der Büroküche für jede Menge Unterhaltung gesorgt ist.“

Mach kleinen Scheiß

Julia Bönischs (SZ) „Blick auf den Journalismus“ offenbart eine depremierende Sicht auf die produzierende Seite des Nachrichtengeschäfts. Etwa:

Die Redaktionsleitung, die sich ausschließlich über Inhalte definiert, gehört zunehmend der Vergangenheit an. Stattdessen tritt eine neue Generation in die erste Reihe, die sich viel mehr als Manager und Produktchef definiert, die nicht mehr nur in Formaten und Texten, sondern in Workflows und Prozessen denkt.

Mann muß sich vor Augen führen, daß hier eine Karrieristin in einem „Medienmagazin“ schreibt. Für Bönisch scheint der Journalismus nur ein Weg nach oben zu sein; sie hätte statt der Verlags- auch jede Branche wählen können. Obwohl sie führungsqualitative Neoliberalismen wie „von gewohnten Hierarchien und linearen Top-Down-Strukturen verabschieden“ aneinanderreihert, fällt in ihrem langatmigen, unwuchtigen Text kein Präfix häufiger als „Chef-“ und die Headline lautet „Wir brauchen gute Manager an der Spitze von Redaktionen“. Und die Genderkarte wird nur gespielt, wenn es gerade hilft.

Leute, die Ahnung von Inhalten haben, stören da nur. Aber die wollen meist sowieso gar keine Karriere machen – weil man da trotz allem Machermantra mehrheitlich verwaltet, nicht gestaltet.