Meine 3 Cent

Ich gebe Nazis Feuer, wenn sie mich darum bitten – für ihre Zigaretten. Ich mache in der Bahn den Platz frei für einen homohassenden Rentner. Ich halte die Aufzugtüren für die Kollegin auf, die ständig „behindert“ als Schimpfwort benutzt. Weil ich höflich bin.1

Was ich nicht tue, ist mit Arschlöchern über Politik zu reden. Denn mit post-faktischen Realitätsverweigerern habe ich keine gemeinsame Diskussionsgrundlage. Ich verachte sie dafür, daß sie dem Flüchtling seinen Keks nicht gönnen. Und ich hasse, ja: hasse sie dafür, daß wegen ihnen die Welt manchmal eben doch schwarz/weiß ist. Vor allem in der Wahlkabine.

gas+staat

Man konnte auf dem Wahlzettel noch nie sein Kreuzchen bei „Ich bin kein Rassist, aber…“ machen. Wer AfD oder Trump wählt, der erklärt sich mit Rechtsextremismus einverstanden und unterstützt ihn aktiv. Basta. Was ich den Neorechten richtig übelnehme, ist das Verschwinden von Zwischentönen bei Wahlentscheidungen. Seit Kurzem geht es da nicht mehr um Koalitionen und Kompromisse; die Priorität jeder Wahl besteht nur noch darin, das Schlimmste zu verhindern. Alles andere ist zweitrangig. So einfach ist das. Schöne Scheiße.

re:sieg/nation

Ich habe mich damit abgefunden, daß Positionen von Rassismus bis Mysoginismus keine aus Demagogensicht ausbaufähigen Randpotenziale mehr, sondern offenbar mehrheitsfähig sind. Wir haben gerufen „Check mal Deine Privilegien“ – and guess what: der alte, weiße Mann würde sie gerne behalten. Finde ich nicht okay. Wenn mir das als arrogantes Linksakademikertum ausgelegt wird: bitteschön.

re:sist

In der The New York Review of Books stellt Masha Gessen sechs Regeln für das Überleben in einem autokratischen Staat auf.

rulz

Tatsächlich liest sich Trumps Plan für die ersten 100 Tage nach Amtsantritt mit Fortschreiten der Liste immer schlimmer. Umso weiter man runterscrollt, umso entsetzlicher wird es.

Das wird richtig scheiße für die Minderheiten in den USA. Aber auch wir hier auf der anderen Seite des großen Teichs werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Vier Artikel für die Wochenendlektüre: