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Aufzüglichkeiten

Zwei Texte über Aufzüge in der letzten Zeit:

Auf anderstark.de/ berichtet Mareice recht eindrücklich davon, wie sich ihre Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel seit der Geburt der beiden Töchter verändert hat. Denn mit so einem Doppelkinderwagen ist man auf die Benutzung vieler Aufzüge angewiesen, die sich meist als Zeit und Nerven aufreibende Nadelöhre erweisen. Wobei man besser nicht auf Verständnis seitens der Mitmenschen hoffen kann. Leider.

Derselbe Tenor schlägt sich in Patricias Aufzugshonks benamtem Blogpost nieder. Leute, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, den Lift zu benutzen – und ihn zum Ausgleich aber auch nicht richtig bedienen können.

Supersymbolbild auch, Krefeld. Well done!

Toll, mal andere Sichtweisen auf das Problem der Stockwerkbewältigung zu bekommen. Denn meine Sichtweise ist eine ganz andere, was naturgemäß an der Selektivität jeglicher Wahrnehmung liegt. Ich bin zum Glück kaum noch mit dem Kinderwagen unterwegs, auch vorher war das Angewiesensein auf Aufzüge eher die Ausnahme. Stattdessen pendele ich zwischen Köln und Düsseldorf, bin also mehrmals fünf Tage die Woche mit der Situation konfrontiert, Hauptbahnhfsgleise erklimmen oder absteigen zu müssen.

Gerade sind Sommerferien, da mischen sich zwischen die Pendler überdurchschnittlich viele Urlaubsreisende. Dieser gepäckschleppende Menschenschlag scheint eine regelrechte Aversion, wenn nicht gar ausgewachsene Allergie gegen Aufzüge zu haben. Riesige Sporttaschen, Rücksäcke und frei drehende Rollkoffer werden beidhändig die Treppen wahlweise rauf- oder runtergeschleppt – gerade da, wo sich sich der Strom am besten bremsen lässt. Schwankend unter dem Gewicht der Gepäckstücke schafft man es so, bis zu drei Reihen Mitreisende auf dem Weg vom Zug zur Straßenbahn aufzuhalten.

(Das sind natürlich jedes Mal nur ein paar Sekunden Verzug und ist an Nervigkeit bei Weitem nicht mit den Problemen in oben erwähnten Aufzugtexten vergleichbar. Weshalb ich unter Derailinggefahr auch keinen von beiden kommentiert habe.)

In Japan scheint das mit der Aufzugbenutzung übrigens noch eine (haha!) Stufe komplizierter zu sein.

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Niveau, weshalb, warum

Weil es ja heute losgeht: Vorab der Hinweis auf diesen leider auch nach zwei Jahren nichts von seiner traurigen Wahrheit eingebüßt habenden Text auf sueddeutsche.de/ zum Thema Party-Patriotismus. Und hier quasi als Einstieg der nahtlose Übergang zum Blogpost der vorletzten Woche.

Zusatz: Die Paninibilderlandschaft mit Ken-Burns-Effekt ist verschwunden. Weil Copybrechreiz?

Besser als (der Vollständigkeit halber) dies und das – oder jener Kommentar. Wobei natürlich auch ein kostenlos zum Download rausgehauener Anti-WM-Song als Marketinginstrument ausgespielt werden kann. Vielleicht gerade deshalb, weil der @Spex aufgefallen ist, welche Vorlage vermutlich als Inspirationsquelle zu obigem Video gedient hat. Damit wären wir beim eigentlichen Thema.

Werbeblock, zweisprachig

Sich woanders Anregungen holen, und sie dann an seine eigenen Zwecke anzupassen – kann man machen. Habe ich schon einmal irgendwo gesagt, geschrieben, fallen gelassen: Es gibt einen Unterschied zwischen echter Kreativität und der oft bemühten Kreativwirtschaft. Ideen hat jeder. Werber/Agenturen werden dafür bezahlt, ausgestaltete Ideen am Fließband liefern zu können, jeweils gemünzt auf die Kommunikationsbedürfnisse der Kunden. Das muss, kann nicht immer überoriginell sein. Und das ist nicht so schlecht – zumindest gibt es Schlimmeres.

Werte Nachfahren David Ogilvys (Tip Nr. 6): ein ehrliches “Fuck Off” durch ein – soweit ich das erkennen kann – “Bla Bla” zu ersetzen und das Ganze dann ohne Quellenangabe als Eigenleistung auszugeben, dürfte wohl als negative Schöpfungshöhe anzusehen sein. Eine Wortspielchen mit Cannes erspare ich mir an dieser Stelle.

Lieber nun zurück zum Sport: Wie scheißecool kann St. Vincent sein? // Highfive für Fred, mit der Bitte um Beachtung seiner Linktipps am Textende. // Apropos WM-Tipp. // So. // Oder so.

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gefruchtet

Ich war auch baff; ist aber logisch. Und wenn du nun schon mal dran bist, möchte ich eben schnell noch von dir wissen, ob du es für sinnvoll hältst, das Abhören von Exotica-Schallplatten als rassistisch zu bezeichnen. Desgleichen das Plazieren einer Ananas im Wohnbereich als kolonialistisch? Was sei hier verwerflicher: die Zierde oder der Verzehr?

Thomas Meinecke, Tomboy, Frankfurt a. M. 2000, S. 185

ananasty

Als ob eine Ananas nicht kolonialistisch sein kann. Als ließen sich innerhalb der sogenannten Kultur westlicher Industrienationen irgendwelche Zusammenhänge herstellen, in denen dieses exotische Bromeliengewächs nicht imperialistisches Plantagenwesen nach Gutsherrenrassenart repräsentiert. Banane ist out, Pizza Hawaizenbier ist sowas von drin. Und zwar in ganz großem Kolonialstil.

Derweil sitzt der alternde Edgar Wibeau vor einem großen, ungesüßten Caro und summt immer noch den Blue-Jeans-Song. So wie mir im Übrigen jede Entschuldigung für meine abfällige Ignoranz gegenüber jeglicher Spielart von World Music rechtig erscheint.

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Glitzerglämmer

Mittlerweile sind mir die Anhänger des Schnürsenkelianismus lieber, die behaupten, er hätte sie weitergebracht, als ihre Kritiker, die ihnen ein trimphierendes »Weiter als was?« entgegenschleudern.

Untitled

Im Medienzeitalter werden Monarchen mit Blitzlicht gesalbt.

Das ist das eigentlich Allerschlimmste an diesem Preis, der Respektverlust vor Cindy Sherman.

Der Text scheint der FAZ so wichtig zu sein, daß sie ihn gleich zweimal veröffentlicht.

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Wir sind hier nicht in Seattle, Conni

Daß man um diese Kinderbücher als Eltern kaum herumommt, ist schon anderen aufgefallen. Sie erklären Kindern eben Standards: Bevor man zum Zahnarzt geht, liest man mit ihnen halt Conni geht zum Zahnarzt. Obwohl Conni verschiedene Situationen in offensichtlich zeitlicher Abfolge erlebt (Kindergarten, Schule), scheint sie irgendwie nicht zu altern. Falls aus dem Kind irgendwann doch mal ein Teenager werden sollte, könnte es ja Mitglied in einer Band werden.

Conni möchte Teil einer Jugendbewegung sein
Conni muß reden, auch wenn sie schweigen muß
Conni wird nie mehr alleine sein
Conni war Pizza essen mit Mark E. Smith
Conni kommt, um sich zu beschweren
Conni verabscheut Euch wegen Eurer Kleinkunst zutiefst
Conni ist ganz sicher schonmal hier gewesen
Conni wünschte sich, sie würde sich für Tennis interessieren
Conni wird sich nie verändern
Conni möchte irgendwas für Dich sein
Conni macht ihren Frieden mit Euch
Conni heiratet eine Familie
Conni ist viel zu lange mit Euch mitgegangen
Conni ist es egal, aber
Conni hat Stimmen gehört
Conni sagt alles ab
Conni macht es nicht selbst
Conni stürmt das Schloss
Conni will für Dich nüchtern bleiben
Conni wartet auf Dich auf dem Grund des Swimmingpools

Wie man sieht, hat das bei den poetischeren Songtiteln der letzten Alben nicht mehr so gut geklappt. Was wahrscheinlich daran liegt, daß Dirk, Jan und Arne – im Gegensatz zu Conni – sehr wohl altern. Und das in Würde. (Diskographie auf indiepedia.de/ gegengecheckt.)

Originalbild by Alice Wiegand

Originalbild by Alice Wiegand