Laber nich

Lukas Heinser ist nicht der einzige gewesen, der eine Veranstaltung von und mit Benjamin von Stuckrad-Barre besucht hat. Daraus:

In der Reihe hinter mir sagen Männer den Satz, den Männer im Jahr 2018 so sagen, wenn sie das mit der Rockstar-Karriere wirklich aufgegeben haben und die E-Gitarren als Deko im Pinterest-Wohnzimmer verstauben: „Lass mal ’nen Podcast zusammen machen!“

Michael Brake führt in der neuesten Ausgabe seiner Digital-Kolumne bei der TAZ eine Art Selbstgespräch zum Thema. Daraus:

M: Also darum soll es heute so vor allem gehen. Um diese neue Podcast-Welle, bei den Medienhäusern, aber auch so generell. Und ich finde das tatsächlich ganz interessant dass … ähm … jetzt hab ich ein bisschen den Faden verloren … naja, haha.

Findet mein Bot ebenfalls. Gibt auch Merchandising.

Film ab!

Kleine Geschichtsstunde bei quotenmeter.de über die Flut der sogenannten „Vanity Plates“:

Bis einschließlich in die 1980er-Jahre war es eine absolute Rarität, dass ein Film mit mehr als einem Studiologo beginnt. Etwa bei den frühen «Star Wars»-Filmen, wo Lucasfilm die Produktion und Fox den Vertrieb übernahm. Die Produktionshäuser namhafter Produzenten, die sich am Projekt beteiligten, wurden üblicherweise aber erst am Ende des Films gezeigt – auch Steven Spielbergs Amblin Entertainment hatte sich bis zum letzten Augenblick einer Kinovorführung zu gedulden. Ein Produzentenduo wollte sich damit jedoch nicht zufrieden geben: Don Simpson und Jerry Bruckheimer, deren Filme in den 80ern für Paramount Pictures über eine Milliarde Dollar weltweit generierten.

Als 1990 Simpson/Bruckheimer und Paramount Pictures einen neuen Vertrag schlossen, forderten die Erfolgsproduzenten, dass sie ihr Studiologo direkt nach dem Paramount-Logo an den Anfang von «Tage des Donners» setzen dürfen. So sollte es auch geschehen – und obwohl das Rennfahrer-Actiondrama keinen Hit darstellte, setzte es einen Präzedenzfall, was andere namhafte Produzenten nicht ignorieren wollten.

Der protzige Bruckheimer, wer sonst… Der Artikel liefert noch ein paar weitere interessante Fakten.

Nimrod Reloaded

In der Horizont schreibt Alexander Rehm darüber, warum Marken eine Corporate Language brauchen. Er tut das sicherlich ganz uneigennützig – nicht um auf die Dienste des vom ihm gegründeten Corporate Language Instituts hinzuweisen.

Schon damals in Babel wollten die Leute einen Turm bis in den Himmel bauen, um ein deutliches Zeichen für ihre Fähigkeiten zu setzen. Und das haben sie nur nicht geschafft, weil sie nicht dieselbe Sprache gesprochen haben.

Das kann man schon nicht mehr Fehlauslegung nennen, das ist wahrlich eine Verbiegung mythologisch gesicherter Tatbestände. Nach meinem Wissensstand geht die Sage laut Bibel so: Die sprichwörtlich gewordene „babylonische Sprachverwirrung“ war nicht der Grund für das Scheitern des Projekts, sondern Gottes Strafe für dessen Durchführung. Denn was für die einen ein Zeichen menschlischer Fähigkeiten darstellt, ist für den anderen einfach nur blasphemische Hochmütigkeit.

Die Rückinterpretation auf das anmaßende Markenbilds des Herrn Rehm mag jeder selbst ziehen.

For Successful Advertising

The Drum mit einem Feature über die Marke Diesel und die Werbephilosophie ihres Gründers. Er sagt dabei viel Richtiges wie:

“You could really push push push with brand brand brand and product product product but that was never where I wanted to go. If you receive all this push, [the customer] becomes a victim. I wanted them to know they had intelligence and they can be free to think about what they like and prefer,” Rosso recalls.

Ich selbst habe in den 90ern mal eine Sonnenbrille dieser Marke besessen, ansonsten da aber die Finger von gelassen. Ich glaube, weil zu viele dieses Irokesenshirt hatten. Dabei hat mir die Werbung selbst meist sehr gefallen. Sie ist vielleicht mit ein Grund, wieso ich in dieser Branche gelandet bin. Aber nicht die Erklärung dafür, weshalb ich seit beinahe 15 Jahren ausschließlich Diesel-Jeans trage.