aus: Der Teufel mit den drei goldenen Haaren


Als der Abend hereinbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, daß die Luft nicht rein war. “Ich rieche Menschenfleisch”, sagte er, “es ist hier nicht richtig.” Dann guckte er in alle Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Ellermutter schalt ihn aus: “Eben ist erst gekehrt”, sprach sie, “und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mir’s wieder untereinander; immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iß dein Abendbrot.”

Bildlich gesprochen

Photos sind toll, sicherlich. Man denke nur an das Gekachel bei Pinterest, das überdurchschnittliche Engagement der User auf Instagram, den gefühlt 99%igen Bildanteil auf Tumblr etc. Und es ist ja kein Geheimnis, daß auch auf Facebook die mit einem Photo versehenen Statusupdates besser laufen, also mehr Likes, Comments und damit Views generieren. Das ist auch alles okay so und hat seine Berechtigung.

Selbst die oft belachten visualisierten Sinnsprüche. “Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag” – in Comic Sans über einen aus der Google-Bildersuche geklauten Sonnenuntergang geschrieben. Geschenkt, die finden schließlich auch ihr Publikum.
Und nun Twitter.

Twitter bildet für mich immer noch die Ausnahme, obwohl der Dienst mit der Zeit den visuellen Aspekt immer mehr betont: größere Bilder im Stream, eine eigene Profilrubrik, nativer GIF und Videoupload… Ich will das eigentlich nicht, dafür gibt es doch nun wirklich genug andere Plattformen. Deshalb bevorzuge ich auch immer noch Tweetbot (Mac & iPhone) gegenüber den offiziellen Apps oder der Twitter-Website. In dessen Settings gibt es die Möglichkeit, bei der Anzeige von Image Thumbnails zwischen Large, Small oder None zu wählen. Und ich bin kurz davor, von der zweiten auf die dritte Option zu wechseln.

Unter anderem, weil immer mehr Menschen – aber vor allem Verlage – meinen, ihre Eigenwerbung Links zu eigenen Blogposts und Onlineartikeln mit einem den Tweets beigefügten Bild anzuteasern. Was will man machen? Die Klickrate ist höher, die User wollen das so. Und wenn man kein passendes Image hat oder sich zu fein für eine solche zu offensichtliche Marktschreierei ist, was dann? Dafür scheinen derzeit graphisch ansprechend aufbereitete Zitate der Kompromiß der Stunde zu sein.

Wenn die New York Times das tut, dann kannst Du es auch. Selbst wenn Du keine eigenen Inhalte hast, die es zu promoten gilt. Schließlich kann man sich in den sozialen Netzen auch als trüffelschweinische Linkschleuder einen Nicknamen machen. Zumal dafür gerade immer mehr Tools auf den Digitalmarkt der Eitelkeiten drängen.

cite z.B. gibt es nur für iOS. Die App selbst öffnet man kaum, stattdessen ist es ein Tool, um mobil direkt aus Safari heraus knackige Zitate unter die Gefolgschaft zu verteilen. Dafür wählt man einfach die gewünschte Textstelle aus und über die Sharing-Funktion des Browsers werden die markierten Worte automatisch in eine twitterbare Bilddatei transformiert. Schöne Farben, schicke Typo – nur das cite-Logo könnte etwas kleiner sein.

Mein geliebtes Instapaper hat sich zu viel mehr als einem simplen ReadLater-Service entwickelt. Aus den Highlights speist sich via IFTTT zum überwiegenden Teil meine wöchentliche Leseliste, mit dem Speedreading kann ich mich vor allem bei längeren Text (noch?) nicht recht anfreunden. Und nun bietet auch Instapaper die Möglichkeit, als “Bonus” Texte zu verbildlichen – wenn auch layouttechnisch ein ganzes Stück zurückhaltender.

Nr. 3 in der Liste ist die runderneuerte Wikipedia-App. Hier werden die geteilten Zitate noch zusätzlich mit dem Artikelbild des Eintrags hinterbegründet, falls ein solches existiert. Nach einer bestimmten Zeichenzahl sieht man allerdings nur noch Pünktchenpünktchenpünktchen und die Darstellung der Fußnoten ist ebenfalls suboptimal.

Falls Ihr das nachbasteln wollt, so existiert seit einiger Zeit mit Pablo by Buffer eine echt einfach zu bedienende Anwendung, um Schlagwörter und andere Textfetzen sharingoptimiert auf Photos zu klatschen. Applaus dafür.

Highlights KW 20/15

Ende April teilte die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) der Betreiberin des kleinen Kulturcafés, in dem sich die Senioren treffen, mit, dass sie für das Musizieren zahlen müsse. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die zum Teil dementen Damen mit ihrem Gesang Urheberrechte verletzten.

Abschied vom Singkreis: Gebühren fürs Volkslieder-Singen | shz.de Hier, GEMA-bashing aufgrund absurder Einzelfälle geht ja immer.

Die Armutsbekenntnisse von Akademikern sind im Pornhub-Jargon ausgedrückt POV in HD: Junge, gut ausgebildete, hochmotivierte Leute erzählen dir aus ihrer Perspektive, wie das System sie fickt.

Hör endlich auf, dir auf Prekariats-Pornos einen runterzuholen | VICE

aus: Der farbige Brehm

Außerdem passen die Unternehmen ihre Investitionen an, wenn viele Immigranten präsent sind, und setzen nicht weiter auf Technologien, die gering qualifizierte Jobs wegfallen lassen. Und: Ausländische Arbeitskräfte sind nicht einfach nur Arbeitskräfte, sondern auch Konsumenten.

Wir haben einen Experten gefragt, was passieren würde, wenn die EU ihre Grenzen öffnet | VICE

Dabei hat Beetz – im Zusammenspiel mit den eher pingeligen Juristen der öffentlich-rechtlichen Anstalt – auf manche Möglichkeiten von vornherein verzichtet, etwa aufs Bankkonto der Teilnehmer zuzugreifen und ihnen ungefragt einen Kontoauszug zuzusenden oder sie mit einem minutengenauen Protokoll ihres Supermarktbesuchs vom Vortag zu konfrontieren.

»SUPERNERDS« Wenn sich selbst die Schwägerin des Produzenten fürchtet, dann sollte man am 28.05. um 20:15 vielleicht WDR gucken. Falls man es (wie ich) nicht ins Schauspiel Köln schaffen wird.

Highlights KW 19/15

Verwandelt Abramović also Reddit in eine Performance? Oder verkauft sie sich für ihr Kunstzentrum? Wieder kann man das Projekt auf zwei divergente Arten deuten: es ist umkehrbar. Ist dem so, dann kann man zu einem interessanten Schluss kommen, dass ein Regime sich nicht dem anderen unterwirft.

Werner Herzog auf Kickstarter: Von der Unordnung der Kunst im Zeitalter neoliberaler Logik – Der Bunztext ist lesenswert, auch ohne jedem seiner Verweise auf konkrete Projekte nachzugehen.

Bislang habe ich mich eingesetzt für Verteiler und vermieden reply-all-Mails zu schreiben, aber ganz ehrlich: Probiert es mal aus. Es ist wahnsinnig befriedigend. Einfach auf jede Massenmail sichtbar an alle antworten. Vielleicht auch noch den Betreff ändern, so dass der Thread durcheinander kommt und auch wenn alles auf UTF 8 Encoding gestellt ist, die Sonderzeichen von Hand tippen. Denn wenn man selbst decodet, dann kommt das auch so an.

Re: Re: Re: Antwort Anfrage zum Ausflug | Das Nuf Advanced

So wie Bianca S. geht es vielen, die auf die raffinierten Manipulationen der Nepper reinfallen. Versprochen wird alles Mögliche, doch wenn es um die Einlösung dieser Versprechen geht, wird gnadenlos die Hand aufgehalten.

Die Wahrheit: Vorsicht, Abzocke! – taz.de

…eine Art warenfetischistische Überbewertung des Produktes Tweet…

live.hackr : Quiz Pt. 97 Solution

Mütter nerven. Nicht nur – naturgemäß – ihre Kinder, sondern vor allem auch die Kollegen. Stehen zeitkritische Aufgaben oder Projekte an, so beeindruckt dies Kollegin Mutter wenig. Sie muss schließlich pünktlich Feierabend machen. Immer. Außer, wenn sie früher los muss. Öfter.

Zumindest in meinem Umfeld scheint die Strategie der BRIGITTE, mit “Mütter als Kolleginnen? Mehr Fluch als Segen!” jede Menge Empörungsklicks abzugreifen, nicht recht aufgegangen zu sein.

Unfortunately, the overwhelming, defining characteristic is still exactly like it is on “Mad Men”: He is a White Male.

WTF is a creative director? – Digiday

Dieses zu simple Menschenbild ist Quell vieler Konflikte und Probleme der digitalisierten Welt: Wir sind gezwungen unsere diversen Kontexte auf einem Punkt zusammenstürzen zu lassen oder sie mit großem Aufwand voneinander getrennt zu halten, was über kurz oder lang wahrscheinlich scheitern wird.

Digitale Persönlichkeitsstörung – connected