Alle Artikel von “Hendrik Spree

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Highlights KW 29

Ein cleverer Autor, gleich welchen Geschlechts, will ja vom Schreiben leben, oder, wie Fauser es sagte: „Ich bin Geschäftsmann, writing is my business.“ Der böse Bube ist sozusagen das Pin-up des heutigen Literaturbetriebs, ein ziemlich risikoloser Entwurf, die männliche Variante des Marketingmodells Fräuleinwunder oder Schöne Debütantin.

Alles Gute, Macker! — der Freitag

The Snowden action figure can be purchased for $99 at thatsmyface.com, which until recenly offered a 10% discount using the promo code NSA. Whilst they claim that some of the proceeds do go to the Freedom of the Press Foundation, turns out the organisation has never endorsed this company.

Valley of the Meatpuppets | superflux

It seems the Mall Galleries’ clientele can cope with nudes, so long as the model is a more passive and unthreatening recipient of the wandering viewer’s gaze. Which all seems a desperately outmoded form of prudishness, like the wartime strippers at London’s Windmill club who were allowed to pose naked, by the Lord Chamberlain’s reluctant acquiescence, so long as they didn’t move. They posed with one foot forward, obscuring any glimpse of “the fork” (ie vulva). The implication’s clear: the minute a woman is alive and free to move, an active agent of her own sexuality, she is a menace to society.

How is this painting ‘pornographic’ and ‘disgusting’? | The Guardian

Silencing ist keine politische Kritik. Es ist Entpolitisierung von Widerspruch.

Männliche Anspruchshaltung und Frauen im Internet

Wissenschaftliche Studien besagen übrigens, dass für Frauen Sex mit sich selbst und mit anderen Frauen sehr viel häufiger zu Orgasmen führt. Mainstreamporno bildet dieses Wissen vielleicht etwas ungenau ab.

Herzlichen Glückwunsch?

Painting, Berger argued, had not on the whole been about presenting the truth, but about advertising the lifestyle of the rich as fantastic and powerful. / All that #foodporn is still-life; all those #selfies, self-portraits. All those vacation vistas are #landscape; art-historically speaking, #beachday pics evoke the hoariest cliché of middle-class leisure iconography. (As for the #nudes, I guess they are going on over on Snapchat.)

Instagram and Art Theory | Ben Davis

Du liest doch vorher die AGBs durch, bevor du Software auf deinem Computer installierst?

Cybermobbing: Lauras Entblößung | Zeit

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Markenkernspintomographikladderadatsch

Die w&v schrieb schon vor einigen Wochen:

Die Brauerei C. & A. Veltins verpasst ihrer Biermix-Marke V+ einen Relaunch unter dem Motto “Rough! Rebellisch! Erwachsen!”. Unter anderem der Sorten-Newcomer mit dem Namen V+ Black Label soll die 18- bis 30-Jährigen überzeugen. Für diese – laut dem Unternehmen – tendenziell ziemlich vergnügungswillige Zielgruppe ist auch der von den Agenturen Fluent (Lead) und Blood Advertising (Kreation) entwickelte Markenauftritt “Mach hinter jeden Tag ein +” gedacht.

Die Kampagne knüpft an den 2004 vorgestellten Markenspot an. Ab sofort läuft ein 45-Sekünder im Kino, ebenso gehören Plakat-Motive zum Mix. Eine Premiere: Veltins investiert kräftig in den digitalen Kanal. Laut dem Unternehmen aus Meschede-Grevenstein hat die Marke noch nie so ein hohes Budget in die Online-Kommunikation gesteckt.

Hier ein Motiv der V+ Kampagne, weitere nach dem Klick auf das Bild. Dort findet sich auch der Spot.

ohnetimeline

Nunja, das Motto scheint mir doch einfach der wahrscheinlich etwas zu überschwänglich formulierten Pressemitteilung entnommen zu sein. Ich finde die Bildsprache modern, das Layout ansprechend. Alles handwerklich ganz ordentlich und wohl schön auf Briefinglinie – aber ein paar Kleckse allein machen die Kampagne sicher nicht rough und rebellisch. Und ob es so eine tolle Idee ist, Facebook zu dissen, wenn man jetzt digital durchstarten will (inklusive Instagram-Account), sei mal wohingestellt.

Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist der neue Claim: “Mach hinter jeden Tag ein +” Freundliche Umschreibung von allabendlichen Alkoholkonsum. Doch ist das bis auf den Produktbezug ebenfalls nicht gerade originell. Diesen Stauder-Bierdeckel habe ich bereits vor fast zehn Jahren am Rande des Bochumer Bermudadreiecks auf dem Tisch liegen gehabt.

bierdeckel

Und wer sich fragt, warum man für die V+Kampagne eine Lead- und eine Kreativ-Agentur gebraucht hat, dem empfehle ich diese Kolumne von Thomas Koch in der WirtschaftsWoche. Zugabe // Heinz Strunks Impulsrede beim Deutschen Werbefilmpreis 2014.

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Highlights KW 28

Thus, the Hawking Index (HI): Take the page numbers of a book’s five top highlights, average them, and divide by the number of pages in the whole book. The higher the number, the more of the book we’re guessing most people are likely to have read.

The summer’s most unread book is…

In Sussex, though, it’s nothing. Our house is situated on the edge of a rolling downland, a perfect position if you like what the English call “rambling.” I’ll follow a trail every now and then, but as a rule I prefer roads, partly because it’s harder to get lost on a road, but mainly because I’m afraid of snakes. The only venomous ones in England are adders, and even though they’re hardly ubiquitous, I’ve seen three that had been run over by cars.

David Sedaris: Living the Fitbit Life (The New Yorker)

One of the app’s board members recently noted that maternity “is a top cost area for almost every employer.” / New rules under Obamacare let employers offer greater incentives for healthy behavior. For employers who are desperate to cut healthcare costs, there’s wiggle room to define “incentive” as either a carrot or even a stick.

Wearable Tech Is Plugging Into Health Insurance (Forbes)

Verständlicherweise wollen sich viele junge Leute nicht fühlen, als würde ihnen flüssiger Beton in den Kopf gekippt, also ignorieren sie diese Sätze und reisen lieber ein Jahr in ein indisches Waisenhaus. Da machen sie auch irgendwas mit Visionen, aber bei gutem Wetter. Oder sie werden Aktivist und rennen vor der Polizei weg. Da klopft das Herz lauter als im Ortsverein.

Wie Parteien werben: Danke für das Partykondom

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Highlights KW 27

Und prompt kommen die Claqueure: Authentisch sei das gewesen, Merte hätte diese blöden Fragen der Journalisten endlich mal gekontert, er sei einer, der seine Meinung sagt. Das ist alles Quatsch. Er hatte keine Meinung. Er hatte nur keinen Bock. Wie ein störrisches Kind stand er da und wartete auf die Stichworte, um sich dann mal richtig auskotzen zu können.

taz-Kommentar zum Mertesacker-Interview / Büchlers Bildstörung

If Michael Jackson had treated his chronic insomnia with a tape of Argentina vs. Brazil instead of Propofol, he’d still be alive, although bored.

Ann Coulter – America’s favorite national pasttime: hating soccer. Jetzt, da ich weiß, daß Fußball eine quasikommunistische Sportart ist, mag ich es noch ein bißchen mehr.

Bochum hat zum Beispiel den VfL, früher die unauffälligste Mannschaft der ersten, heute die unauffälligste Mannschaft der zweiten Bundesliga, mit einem sehr schönen Stadion, das der VfL als “unser Zuhause” vorstellt, um es von den “Arenen” und “Parks” der anderen Clubs abzusetzen. In Bochum sind ein halbes Jahrhundert lang Opels gebaut worden, nicht Mercedes, BMWs oder Audis. Bochum könnte nie eine Mannschaft der Nationalspieler sein, das Schauspielhaus nicht die Bühne der Stars und die Universität nicht der Ort der großen internationalen Auszeichnungen.

Ist Bochum besser als man denkt? – Digital/Pausen

Suchbegriffe: Gras, Weed, Roberto Blanco, Bushido, Geld, Drogen verkaufen, Teletubbies, Milkshakes, Pommes, Allah, Ich will hier weg, Auftragsmörder.

NRW in der Google-Analyse von vice.com/de/

Ja, heißt es dann, aber die Demütigung und die psychischen Probleme, wenn die Frau mehr verdient als der Mann. Auch darüber gibt es Statistiken und Studien, an denen verunsicherte Männer sich wärmen können. Ich hingegen halte die Information, dass es Männer gibt, die darunter leiden, wenn ihre Frau mehr verdient als sie, für gesellschaftlich irrelevant.

Hört endlich auf zu Heulen, liebe Männer!

Und in der selben Logik steht man auch all den anderen Errungenschaften der digitalen Welt gegenüber: sein eigenes Netzwerk aufbauen und pflegen, soziales Kapital akkumulieren durch Xing oder Facebook oder Twitter oder Blogs oder Youtube oder … – das ist natürlich leichter zu belächeln, wenn man sich in Netzwerken bewegt, die sich in Gesellschaften bewegen, zu denen weniger privilegierte Gruppen keinen Zugang haben, ob durch fehlende finanzielle Mittel oder den nötigen Stallgeruch.

Die falsche Debatte

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat nach dem Protest von Schriftstellern gegen die NSA-Überwachungspraxis Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert. “Bis heute haben sie keine Antwort von der Bundeskanzlerin. In diesem Schweigen drückt sich eine skandalöse Missachtung der Autoren und ihrer Unterstützer aus”, sagte Grass dem Magazin Focus. “Wenn ich jünger wäre, würde ich ein Zelt aufschlagen vor dem Bundeskanzleramt und warten, bis ich eine Antwort bekomme”, sagte der 86-jährige Schriftsteller.

NSA-Skandal: Grass vs. Merkel / Dabei sollte der Artikel eher mit irgendwas Richtung künstlerische Selbstüberschätzung titeln.

Die Parallelen rund um Leistungsschutzrecht und Mindestlohn für Zeitungszusteller weisen damit letztlich über diese beiden Einzelfälle hinaus. Denn auch in anderen netzpolitischen Auseinandersetzungen sind die Verlage Partei – z.B. wenn es um das Urheberrecht im Allgemeinen, wenn es um Netzneutralität, wenn es um Datenschutz und Tracking geht.

Zur netzpolitischen Dimension (5) von Mindestlöhnen für Zeitungsboten

However, the click had some unfortunate side effects. It flooded the web with spam, linkbait, painful design and tricks that treated users like lab rats. Where TV asked for your undivided attention, the web didn’t care as long as you went click, click, click.
In 20 years, everything else about the web has been transformed, but the click remains unchanged, we live on the click web. But something is happening to the click web. Spurred by new technology and plummeting click-through rates, what happens between the clicks is becoming increasingly important and the media world is scrambling to adapt. Sites like the New York Times are redesigning themselves in ways that place less emphasis on the all-powerful click. New upstarts like Medium and Upworthy are eschewing pageviews and clicks in favor of developing their own attention-focused metrics. Native advertising, advertising designed to hold your attention rather than simply gain an impression, is growing at an incredible pace.
It’s no longer just your clicks they want, it’s your time and attention. Welcome to the Attention Web.

What You Think You Know About the Web Is Wrong

Netzbildung bedeutet übrigens nicht, dass alle Programmieren lernen sollten. Diese Forderung selbst kommt, so scheint es mir, immer nur von Leuten, die selbst nicht programmieren können.
Blogs andererseits können deshalb extrem ineffizient arbeiten, weil sie ihren eigenen Sinnüberschuss selbst erzeugen. Es reicht eben schon aus, wenn die Bloggerin für sich selbst ausreichend interessant ist, jeder Leser ist da eher ein willkommener Gast.

Die Talfahrt

Media attention has focused, not unreasonably, on ISIS’s use of social media to spread pictures of graphic violence, attract new fighters, and incite lone wolves. But it’s important to recognize that these activities are supported by sophisticated online machinery. ISIS does have legitimate support online—but less than it might seem. And it owes a lot of that support to a calculated campaign that would put American social-media-marketing gurus to shame.

How ISIS Games Twitter