Highlights KW 09/15

Ein guter Abschluss des Tages … ist wichtig, um mit einem guten Gefühl in Bett gehen … zu können.

Das meint Ihr nicht ernst, Edition F? Die feierabendliche Beschäftigung (sic!) mit “Kinder” als “angenehme Zerstreuung”, damit man am nächsten Morgen “im Job inspirierter” ist? Aber bei jemandem, der mal ausnahmsweise nicht an die Arbeit denken als “sich ein bisschen 50er-Jahre-Mentalität leisten” bezeichnet, ist wohl sowieso Hüpfen und Mails verloren.

Der Wirt. Er mustert mich, grinst anzüglich und raunt: »Du willst doch garantiert zum Verein.« Dann brüllt er durchs Lokal, so daß es alle hören können: »Der Verein mittelmäßiger Schriftsteller tagt im Hinterzimmer!« Ich klopfe. »Herein, wenn´s kein Nobelpreisträger ist!« Drei Männer sitzen um einen Tisch.

Bov Bjerg: Authors Anonymous — Salbader springt mit einem alten Text Schwenzels Plädoyer für das Mittelmaß bei. (Man muß sich ja nur die Kommentare der ganzen verkannten Genies beim Ausgangspunkt der Debatte durchlesen, um zu wissen, welche Seite die richtigere sympathischere ist.)

Ich wurde am Folgetag in das Zimmer des Rektors zitiert. Da musste ich mich im Beisein meines Vaters und eines Vertrauenslehrers sowie meiner Klassenleiterin gegenüber dem Direktor und seinem Stellvertreter sowie anschließend auch noch vor den Hausmeistern rechtfertigen. Nämlich dafür, dass ich meine Meinung »derart beharrlich« vertreten habe. Und dann folgte ein verschärfter Verweis. Der zählt als Androhung auf Entlassung von der Schule. Ich könnte mich noch glücklich schätzen, hat man mir gesagt, dass ich nicht vor den Disziplinarausschuss zitiert wurde. Das habe man nur meiner Mutter zuliebe gemacht, die hier ehemals Schülerin war.

»Direktor hat uns aufgefordert, mit Offizieren zu posieren« – junge Welt

Eine Frau kam mit ihrer kleinen Tochter und bat den Arzt, dem Mädchen eine Ergotherapie zu verordnen. “Warum?”, fragte Heinrich. Die Antwort: “Sie kann so schlecht malen.”

Mittelschicht: Die Kassierer

Wenn die Werbung treibende Wirtschaft bereits besorgt um ihre Reputation ist, weil ihnen die mangelnde Glaubwürdigkeit von Medien schaden könnte, wie glaubwürdig sind Medien dann überhaupt noch? 

Pressekodex von Unternehmen: Die Wirtschaft macht sich Sorgen um die Unabhängigkeit der Medien

Es ist nicht nur ein Pony, das sich da in ihrer Hand hebt. Sondern ein Einhorn-Pony. Und nicht nur ein Einhorn-Pony, sondern sogar eines mit Flügeln: ein Pegasus-Einhorn-Pony.

Invasion aus Rosa

“Hi James Franco. Aha, du bist James Franco. Wow. Ich bin Katharina, ich bin nicht berühmt.”

Stars auf der Berlinale: Das Katastrophengespräch mit James Franco | Das ist nicht irgendein Lifestyleblog, so steht es im Stern.

ein paar Zahlen

Die gute Nachricht: die alte Fanta-Flasche kommt zurück. Der Limo-Klassiker wird anläßlich seines Geburtstags neu aufgelegt. (buzzfeed.com/ meldet: Das Video ist offline.)

Die schlechte Nachricht: wie diese Meldung verpackt worden ist. “Vor 75 Jahren waren die Rohstoffe knapp”, behauptet das Video. Ein Ersatz musste her. Daß zu dieser Zeit bekanntlich Hitler bzw. Weltkrieg herrschte, wird in den Spot natürlich nicht erwähnt. Okay, geschenkt – ist ja Werbung.

Aber dann sagt der Sprecher doch tatsächlich, zur Feier der “Geburtsstunde” dieser “deutschen Ikone” bringe die Neuauflage “das Gefühl der guten, alten Zeit zurück”. Ähm, wie bitte? Und der Abbinder lautet dann wirklich: “Die neue Fanta Klassik – gut wie früher, nur heute.” Ich musste zweimal hinhören, denn beim ersten Mal hatte ich noch “Führer war alles besser” verstanden.

Update // Coca Cola Deutschland hat eine Pressemitteilung herausgegeben. Mißverständnis blabla, der Film werde überarbeitet.

Unschöne Geschichte

Diese Geschichtsvergessenheit färbt sogar auf den Mutterkonzern ab. Denn eigentlich fand ich den Spot zum 100. jährigen Jubiläum der Coke-Flasche gut. Daß er musikalisch ausgerechnet von Nenas Anti-Kriegssong untermalt wird, stößt mir jetzt unangenehm auf.

Na dann: Prost!

Highlights KW 08/15

Eigentlich ist es aber für Parteien ein Segen, ausgebrannte oder unfähige Mitglieder diskret in der Wirtschaft entsorgen zu dürfen.

Zippert über Katherina Reiches Seitenwechsel – DIE WELT

An einer belebten Kreuzung in Berlin-Prenzlauer Berg steht ein bärtiger Mann im grünen Parka an der Ampel. In der einen Hand hält er eine weiße Plastiktüte, in der anderen eine offene Bierflasche. Und in dem Kinderwagen, den er schiebt, sitzt ein bald dreijähriges Kind und schaut sich auf einem Smartphone einen Zeichentrickfilm auf YouTube an. Der Mann bin ich, das Kind ist mein Sohn und die Leute um uns tuscheln.

Digitale Familie | ZEITmagazin

Man sei jetzt mit Spezialfirmen im Gespräch, wie man den Satz außen an der Maschine sicher herausschneiden oder überkleben könne. Klar ist, Air Berlin stehe hinter der Bewerbung Berlins – und wolle das eigene Engagement dafür noch intensivieren.

Olympia-Bewerbung in Berlin: Das Logo der Kampagne muss geändert werden – Tagesspiegel | Das ist doch alles eine Farce. Und alles andere als neu, daß die Ausrichtung sportlicher Großveranstaltungen zur Profilierung von Unrechtsregimen herhalten muß.

Als drei Originalfotografien von Nobelpreisträgern versteigert werden sollen, fehlt eines. “Wo ist Gorbatschow?” ruft die Auktionarin in Richtung Backstage. Eine Antwort bleibt aus.

Schon wieder die Hauptstadt: Gala “Cinema for Peace” in Berlin: Pannen für den guten Zweck.

Ein wunderschöner, architektonischer Entwurf und Deutschlands renommiertester Baukonzern waren ja auch kein Garant dafür, dass die Fertigstellung der Elbphilharmonie einen positiven Verlauf nahm. Der Grund für solche Fehlplanungen liegt meist in der irrigen Annahme, dass man mit Top-Down Entscheidungen schneller zum Ziel kommt. Dabei wird aber verkannt, dass derjenige, der entscheidet, häufig die Konsequenzen seines Handelns überhaupt nicht abschätzen kann.

The Pitch Is Dead – DemodernThe Pitch Is Dead – Demodern Digitalagentur