Highlights KW 13/15

Einer der so unter Vermeidung von Anwaltskosten angeschriebenen Rechtsverletzer reagierte darauf mit einer Abmahnung des Rechteinhabers. Argument: Der von der Medienagentur zur Dokumentation der Rechtsverletzung angefertigte Screenshot stelle seinerseits eine Urheberrechtsverletzung dar, da nicht ausschließlich das genutzte Bild, sondern auch Teile der Website des Rechtsverletzers gezeigt wurden.

LG Berlin erlässt erste Entscheidung wegen Verletzung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger | Wie sieht es mit den wöchentlichen Zitatposts hier eigentlich im Hinblick auf das LSR aus?

There’s a reason why most people don’t have their own TV show.

Das ist in seiner Marken- bzw. Agenturbezogenheit schon ein recht ignoranter Meerkat-Verriß, der die Mediennutzung der dämmernden Post-YouTube-Generation ziemlich außer acht läßt. Für die Verortung bzw. Einordnung im digitalen Raum lieber neunetzcast hören.

theawl.com/ – I want to see something else.

Nach Auffassung der Landesdatenschützerin richtet sich die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten der Fußballspieler im Rahmen der Big Data-Analysen allein nach § 32 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Denn die Spieler befinden sich mit dem jeweiligen Verein in einem Beschäftigtenverhältnis.

Privacy in Germany über das worst case scenario für Spielanalysen der Bundesliga. Wenn das so durchgeht (hihi!), dann wird das Bosman-Urteil ein Fliegenschiß sein, zumindest für die Nor- und Nachberichterstattung im TV.

After a decade of being known as the coolest city in the world, Berlin is awkwardly shifting into a new phase: It’s the center of European power, sure, but also one of the continent’s fastest-growing tourist attractions. Though it’s a relatively small city of 3.5 million people, it recently surpassed Rome to become the third-most-visited city in Europe, after London and Paris; according to estimates, Berlin has about three-quarters as many Airbnb listings as New York.

Berlin – Capital of Europe — Next | Direkt nach Ostern kommen wir auch mal für ein paar Tage vorbei.

Wikipedia-Artikel der Woche: Germanismus.

neuburgbraunbier

No Bollocks

Der Copyranter Mark Duffy erklärt auf digiday.com/, warum die ganz große Idee alles andere als tot ist. Und zwar anhand der Werbekampagne von Newcastle Brown Ale.

And this Big Idea is working for two reasons: it’s entertaining as hell and just as important, it feels true to the brand. Many brands, even other beer brands, have tried this “authentic” approach. But right now, nobody is doing it better than Newcastle.

Nun kann man über Authentizität endlos diskutieren. Zwei Dinge dazu, die nicht unbedingt direkt etwas mit Werbung im engeren Sinne zu tun haben:

1. Dogma 95
Prima, daß man vow of chasity auch mit Reinheitsgebot übersetzen kann. Vor mittlerweile 20 Jahren haben sich Lars von Trier und ein paar andere Regisseure 10 Regeln gegeben, die dem Kino/Film seine Ursprunglichkeit zurückgeben sollten. Nur hatten sich in der Zwischenzeit die Sehgewohnheiten fundamental gewandelt: der Verzicht auf jegliche Special Effects wurde nicht als Unmittelbarkeit wahrgenommen, sondern einfach als störend.

2. Selbstreferentialität
So platt hatte McLuhan sich das mit “the medium is the message” sicher nicht vorgestellt. Wenn sonst nichts auf Facebook geht, was geht dann immer? Richtig, Zuckerberg ändert die AGBs. Auch nach neun Jahren kann man auf Twitter noch auf Resonanz hoffen, falls man höhnisch das Zwitscherbashing eines Unwissenden verlinkt oder auch nur die Begrenzung auf 140 Zeichen thematisiert. Und wenn ein neuer Dienst wie Ello das Licht der Weltschirme erblickt, dann werden dort erst einmal ausführlich Features besprochen, bevor an weiteren Content auch nur zu denken ist.

Einen Witz auf Kosten von Leuten machen, die den Spot ohne Ton sehen. Das gezeigte Bildmaterial für die eigene Punchline nutzen. Die Tatsache, daß Newcastle die geschalteten Medien zum Thema der Werbung selbst macht (nicht nur im TV, auch online/social), ist sicherlich ein Grund dafür, warum die Kampagne gerade bei bei multiplikanotorischen Kreativwirtschaftlern so beliebt ist. Aber sie ist sicher mehr als nur ein Insidergag.

Ich würde das auch nicht als Anti-Reklame bezeichnen. Warum auch? Weil die einzelnen Werbemaßnahmen den Konsumenten explizit darauf hinweisen, daß es sich bei ihnen um bezahlte Verbraucherhinweise handelt? »No Bollocks« ist eben echt ehrlich – oder tut zumindest besser als jede andere Marke so. Und ist damit zehnmal sympathischer und glaubwürdiger als jede Masche Mechanik à la “Unsere Werbung ist so billig, weil wir das Geld lieber in unsere Produkte/Services/whatever stecken.”

Highlights KW 12/15

Es kam zu Tumult und Diskussionen. In der angespannten Situation stürmten Eltern von beiden Mannschaften auf den Platz und erschreckte Kinder fingen an zu weinen. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab.

E-Jugend-Spiel in Essen-Karnap vorzeitig beendet | WAZ.de

…ein Gegenentwurf ist zu all den durchgekernerten Stromlinienpromis…

Micky Beisenherz: Es hilft, kein Arschloch zu sein | STERN.DE

Es könne so bei Dunkelheit wegen der fehlenden Beleuchtung nicht “abgeascht” werden, ohne das Fahrzeug zu verschmutzen. Außerdem ließe sich die Zigarette während der Fahrt nicht ordentlich ablegen, so die Richter. Ferner wären die Getränkehalter in der Mittelkonsole nicht bestimmungsgemäß nutzbar, wenn dort nachträglich ein Aschenbecher angebracht würde.

Autohändlerin muss Lexus zurücknehmen – SpOn

Im Schnitt geben Sie dem Bahncard-50-Kunden 30 Prozent Rabatt. Wenn der Personenverkehr mit Bahncard 50 jetzt ein Viertel des Umsatzes ausmachen würde, hätten Sie 30 Prozent auf ein Viertel und könnten jedem Kunden 7,5 Prozent geben. Das hätte aber auf keinen Fall die gleiche Wirkung. Denn die Wahrnehmung der Bahncard ist ja: Ich spare 50 Prozent.

Interview zur Abschaffung der Bahncard: „Durch Zwei teilen kann jeder“ – taz.de | Infos über neue Taktungen und andere Änderungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf bild.de

Der Godot, auf den Wladimir und Estragon warten, ist ein Schleuser der Résistance, der sie aus dem von den Nazis besetzten Frankreich heraus in die italienische Zone schmuggeln soll. Die beiden sind flüchtige Juden aus dem 11. Pariser Arrondissement. Wahrscheinlich erwarten sie ihren Retter im Frühjahr 1943 auf einer trockenen, kalkigen Hochebene der Südalpen, etwa dem Plateau de Valensole.

Die Nazis und die Wahrheit über Becketts Godot – DIE WELT

Many of these devices are poorly protected at best and consumers have virtually no way to detect or fix infections when they do occur. Enterprises may find distributed attacks increasing as more and more of these devices come online and attackers find additional ways to exploit them.

Fridge caught sending spam emails in botnet attack – CNET

Wer vom Abendland spricht, spricht heute automatisch von der Apokalypse. Wie die aussieht, ist sicherlich Geschmackssache und eine Frage der Empfindlichkeiten. Manchen reicht schon der Verfall des Genitivs. Anderen das Internet oder der Umstand, dass man nicht mehr Zigeunerschnitzel sagen darf, ohne darauf angesprochen zu werden. Ganz anderen genügt die neue Sexualmoral und Rentenkürzung. Wieder anderen die verminderte Haltbarkeit der Waren.

Deutschland: Am Arsch der Welt – David Hugendick lesenswert und selbst ein wenig polemisch über den Kampfbegriff von Schlegel und Spengler bis Manufactum und Pegida.

Wir kommen zum Sport:

Ultras sehen sich als Teil des Vereins. Andere, die Geld für ein Sky-Abo zahlen, wollen ihren Verein nicht schlechtgeredet bekommen.

Lügenpresse unter umgekehrten Vorzeichen: Die Medienkrise kommt im Fußball an.

Highlights KW 11/15

“Wir töten Menschen auf der Basis von Metadaten”, sagte der frühere NSA- und CIA-Chef Michael Hayden vergangenes Jahr. Auf einer Tagung der amerikanischen SAP-Tochterfirma bedankte er sich zuvor auch schon einmal für die Mithilfe an diesen Hinrichtungen aus der Luft: “Sehr viel, was wir anhand der Datenbanken machen, ist die Zielauswahl. Dank Gott, dass sie uns dazu in die Lage versetzen.”

Überwachungstechnik: SAP arbeitet für die NSA | ZEIT ONLINE

 Wer kennt das nicht?

Tumblr of the week

Mir persönlich käme ein Spitzenschläfer-Preis sehr zupass. Oder irgendwas Abgefahrenes fürs Zähneputzen. Und mal ehrlich, dass ich regelmäßig meine Fahrradreifen aufpumpe – könnte da Bundesverkehrsminister Dobrindt nicht mal ein Grußwort sprechen?

Genderpolitisches Geilsein – taz.de

Wir können deshalb die Argumentation von Herrn Hütter, dass unser Kraftwerk, das wie alle anderen Kraftwerke auch Strom erzeugt, nicht Kraftwerk genannt werden darf, nicht nachvollziehen.

Musiker verklagen deutsches Start-up – Handelsblatt

Deutsche Freunde fragen mich, wie lange ich denn zu Hause bleiben will, meine französischen Bekannten wollen wissen, wann ich wieder arbeiten gehe. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Interview mit Autorin und Wahl-Französin Annika Joeres | Frankfurter Rundschau

Das Brot schmeckt überraschend gut, der Kaffee ist genießbar. Mir wird plötzlich warm ums Herz, ich komme in der Situation an, mein berechtigter Ärger verfliegt. Es ist urig und aufregend, mit einem Menschen wie Jürgen mitten in der Nacht dieses einfache Bauernfrühstück einzunehmen. Gerade als ich mir noch eine fünfte Scheibe abschneiden lassen will, wirft Jürgen einen Blick auf seine recht erbärmliche Armbanduhr und drängt plötzlich zur Eile.

Reich und naiv | prinzessinnenreporter.de

Endlich Mutterwitz mit Niveau

Mein Humor ist ja eher einfach gestrickt. Auch nach wochenlangem Folgen von @CNNyourMom kann ich noch über diese Verballhornung von Schlagzeilen lachen. Da dachte ich mir: »Kann ich auch.« Und mit einem kleinen Dreh trotzdem noch mit meiner humanistischen Bildung protzen.

lbm15