Alle Artikel von “Hendrik Spree

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Nicht meine Baustelle

Ja, auf Streotypen läßt sich bauen. Und auch wenn die Arbeiter im Spot ziemlich gut wegkommen, so zeichnet er doch ein recht negatives Bild von Männern im Allgemeinen. Weil der Twist ja nur wegen ihrer generellen Arschlöcherigkeit funktioniert.

Blaupausensnack // Wenn sie allerdings solche Kettensägenbilder postet, dann muß ich mal wieder nach ihren Playboy-Photos googlen.

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Aufzüglichkeiten

Zwei Texte über Aufzüge in der letzten Zeit:

Auf anderstark.de/ berichtet Mareice recht eindrücklich davon, wie sich ihre Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel seit der Geburt der beiden Töchter verändert hat. Denn mit so einem Doppelkinderwagen ist man auf die Benutzung vieler Aufzüge angewiesen, die sich meist als Zeit und Nerven aufreibende Nadelöhre erweisen. Wobei man besser nicht auf Verständnis seitens der Mitmenschen hoffen kann. Leider.

Derselbe Tenor schlägt sich in Patricias Aufzugshonks benamtem Blogpost nieder. Leute, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, den Lift zu benutzen – und ihn zum Ausgleich aber auch nicht richtig bedienen können.

Supersymbolbild auch, Krefeld. Well done!

Toll, mal andere Sichtweisen auf das Problem der Stockwerkbewältigung zu bekommen. Denn meine Sichtweise ist eine ganz andere, was naturgemäß an der Selektivität jeglicher Wahrnehmung liegt. Ich bin zum Glück kaum noch mit dem Kinderwagen unterwegs, auch vorher war das Angewiesensein auf Aufzüge eher die Ausnahme. Stattdessen pendele ich zwischen Köln und Düsseldorf, bin also mehrmals fünf Tage die Woche mit der Situation konfrontiert, Hauptbahnhfsgleise erklimmen oder absteigen zu müssen.

Gerade sind Sommerferien, da mischen sich zwischen die Pendler überdurchschnittlich viele Urlaubsreisende. Dieser gepäckschleppende Menschenschlag scheint eine regelrechte Aversion, wenn nicht gar ausgewachsene Allergie gegen Aufzüge zu haben. Riesige Sporttaschen, Rücksäcke und frei drehende Rollkoffer werden beidhändig die Treppen wahlweise rauf- oder runtergeschleppt – gerade da, wo sich sich der Strom am besten bremsen lässt. Schwankend unter dem Gewicht der Gepäckstücke schafft man es so, bis zu drei Reihen Mitreisende auf dem Weg vom Zug zur Straßenbahn aufzuhalten.

(Das sind natürlich jedes Mal nur ein paar Sekunden Verzug und ist an Nervigkeit bei Weitem nicht mit den Problemen in oben erwähnten Aufzugtexten vergleichbar. Weshalb ich unter Derailinggefahr auch keinen von beiden kommentiert habe.)

In Japan scheint das mit der Aufzugbenutzung übrigens noch eine (haha!) Stufe komplizierter zu sein.

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Highlights KW 30

Wir haben keine Utopie. Wir spüren keine Not. Wir wissen so viel über den Zustand der Welt und die Funktionsweise des Systems wie keine Generation vor uns, können aber nicht mal sagen, wer der Feind ist, den man bekämpfen müsste, wenn man denn wollte. Stattdessen werden wir, die wir ja eigentlich gegen das Bestehende anrennen sollten, um etwas Besseres zu erschaffen, immer öfter zu Bewahrern, verteidigen unseren Kiez gegen die Gentrifizierung, reden von Grundrechten und Privatsphäre und glauben mitunter allen Ernstes, dass sich irgendetwas ändern würde, wenn wir nur die richtigen Produkte kaufen. / Wie viele Kompromisse braucht es, bis eine Haltung zu einer Idee wird, zu einem Projekt, das man irgendwann mal angehen könnte?

Wie, Haltung? » Spex – Magazin für Popkultur bringt das Dilemma sehr gut auf den Punkt. Nicht nur diese beiden Zitate, der Text ist von der ersten bis zur letzten Zeile absolut lesenswert.

Das Gegenprogramm:

Ein bisschen Angst vor der Zukunft habe ich schon. Ich werde jetzt erst einmal sechs Monate lang reisen: Nach Südafrika, Thailand und Australien.

Uns gehört die Welt | spiegel.de/ über Abiballerinas in Hamburger Luxushotels. Die armen Kinder! (Aber als alter Sack ist es ja auch einfach, über die Jugend von heute zu lästern.

Überhaupt ist der Zuschauer zu einem gewaltigen Hinnehmer geworden.

Theaterkultur: Hoppla, wir sterben! ist gar nicht so polemisch gemeint, wie der Text sich auf den ersten Blick liest. Und mir trotzdem noch näher als der in weiten Teilen unsägliche Brief des Intendanten des Schauspiel Nationaltheaters Mannheim, Burkhard Kosminski, der im zitierten Artikel auch Erwähnung findet.

Where Gibson shows the reader how the future is really the unacknowledged present, Pynchon demonstrates how quickly the present becomes the unremembered past.

Thomas Pynchon attacks the Internet

Zdziarski hatte seine Erkenntnisse schon zuvor in wissenschaftlichen Schriften veröffentlicht. Aber erst jetzt, da er sie in Powerpointfolien packte, reagiert die Öffentlichkeit – und reagiert Apple.

600 Mio. Wanzen: Sicherheitslücken im iPhone | faz.net/ Wobei man bei solchen Artikeln natürlich immer auf den bigotten Doppelstandard deutscher Qualitätsverleger hinweisen sollte. Die sind nämlich selbst ganz groß im Tracking ihrer User.

Ich nutze Swarm zwar, aber bei weitem nicht mehr mit dem gleichen Spaß, den ich an Foursquare hatte. Im Grunde hat man für mich das Herz aus Foursquare gerissen und es zu einer langweiligen App gemacht, die mir nichts mehr bringt.

Don beschreibt das für meinen Geschmack trotz des irreführenden Titels Foursquare – Selbstmord oder geniales Konzept? auf seinem Blog recht treffend. Sonst weiß ich auch nicht, was ich dazu sagen soll. Das. Ist. Alles. So. Traurig.

Bilder: computerviruscatalog.com/ via crackajack.de/.

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Highlights KW 29

Ein cleverer Autor, gleich welchen Geschlechts, will ja vom Schreiben leben, oder, wie Fauser es sagte: „Ich bin Geschäftsmann, writing is my business.“ Der böse Bube ist sozusagen das Pin-up des heutigen Literaturbetriebs, ein ziemlich risikoloser Entwurf, die männliche Variante des Marketingmodells Fräuleinwunder oder Schöne Debütantin.

Alles Gute, Macker! — der Freitag

The Snowden action figure can be purchased for $99 at thatsmyface.com, which until recenly offered a 10% discount using the promo code NSA. Whilst they claim that some of the proceeds do go to the Freedom of the Press Foundation, turns out the organisation has never endorsed this company.

Valley of the Meatpuppets | superflux

It seems the Mall Galleries’ clientele can cope with nudes, so long as the model is a more passive and unthreatening recipient of the wandering viewer’s gaze. Which all seems a desperately outmoded form of prudishness, like the wartime strippers at London’s Windmill club who were allowed to pose naked, by the Lord Chamberlain’s reluctant acquiescence, so long as they didn’t move. They posed with one foot forward, obscuring any glimpse of “the fork” (ie vulva). The implication’s clear: the minute a woman is alive and free to move, an active agent of her own sexuality, she is a menace to society.

How is this painting ‘pornographic’ and ‘disgusting’? | The Guardian

Silencing ist keine politische Kritik. Es ist Entpolitisierung von Widerspruch.

Männliche Anspruchshaltung und Frauen im Internet

Wissenschaftliche Studien besagen übrigens, dass für Frauen Sex mit sich selbst und mit anderen Frauen sehr viel häufiger zu Orgasmen führt. Mainstreamporno bildet dieses Wissen vielleicht etwas ungenau ab.

Herzlichen Glückwunsch?

Painting, Berger argued, had not on the whole been about presenting the truth, but about advertising the lifestyle of the rich as fantastic and powerful. / All that #foodporn is still-life; all those #selfies, self-portraits. All those vacation vistas are #landscape; art-historically speaking, #beachday pics evoke the hoariest cliché of middle-class leisure iconography. (As for the #nudes, I guess they are going on over on Snapchat.)

Instagram and Art Theory | Ben Davis

Du liest doch vorher die AGBs durch, bevor du Software auf deinem Computer installierst?

Cybermobbing: Lauras Entblößung | Zeit

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Markenkernspintomographikladderadatsch

Die w&v schrieb schon vor einigen Wochen:

Die Brauerei C. & A. Veltins verpasst ihrer Biermix-Marke V+ einen Relaunch unter dem Motto “Rough! Rebellisch! Erwachsen!”. Unter anderem der Sorten-Newcomer mit dem Namen V+ Black Label soll die 18- bis 30-Jährigen überzeugen. Für diese – laut dem Unternehmen – tendenziell ziemlich vergnügungswillige Zielgruppe ist auch der von den Agenturen Fluent (Lead) und Blood Advertising (Kreation) entwickelte Markenauftritt “Mach hinter jeden Tag ein +” gedacht.

Die Kampagne knüpft an den 2004 vorgestellten Markenspot an. Ab sofort läuft ein 45-Sekünder im Kino, ebenso gehören Plakat-Motive zum Mix. Eine Premiere: Veltins investiert kräftig in den digitalen Kanal. Laut dem Unternehmen aus Meschede-Grevenstein hat die Marke noch nie so ein hohes Budget in die Online-Kommunikation gesteckt.

Hier ein Motiv der V+ Kampagne, weitere nach dem Klick auf das Bild. Dort findet sich auch der Spot.

ohnetimeline

Nunja, das Motto scheint mir doch einfach der wahrscheinlich etwas zu überschwänglich formulierten Pressemitteilung entnommen zu sein. Ich finde die Bildsprache modern, das Layout ansprechend. Alles handwerklich ganz ordentlich und wohl schön auf Briefinglinie – aber ein paar Kleckse allein machen die Kampagne sicher nicht rough und rebellisch. Und ob es so eine tolle Idee ist, Facebook zu dissen, wenn man jetzt digital durchstarten will (inklusive Instagram-Account), sei mal wohingestellt.

Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist der neue Claim: “Mach hinter jeden Tag ein +” Freundliche Umschreibung von allabendlichen Alkoholkonsum. Doch ist das bis auf den Produktbezug ebenfalls nicht gerade originell. Diesen Stauder-Bierdeckel habe ich bereits vor fast zehn Jahren am Rande des Bochumer Bermudadreiecks auf dem Tisch liegen gehabt.

bierdeckel

Und wer sich fragt, warum man für die V+Kampagne eine Lead- und eine Kreativ-Agentur gebraucht hat, dem empfehle ich diese Kolumne von Thomas Koch in der WirtschaftsWoche. Zugabe // Heinz Strunks Impulsrede beim Deutschen Werbefilmpreis 2014.